Mein „Großer“ ist gerade auf dem Sprung in die Berufswelt – aktuell ist er unentschlossen und pendelt zwischen Abi-fertig-machen und Ausbildung+Fachabitur. Auf Schule und Lernen hat er keinen Bock mehr, er will lieber was praktisches machen. Am Boy Day Berufe für Jungen hatte er bereits vor Jahren teilgenommen. So weit so fröhlich 🙂
Seine große Leidenschaft lag schon immer im „gestalten und selber bauen“. Es treten jetzt Berufe wie Schreiner, Mediengestalter oder Gestalter für visuelles Marketing in den Fokus. Bei mir als Alleinverdienender-Mama gehen da direkt die Alarmglocken und einiges an Fragen ploppen auf:
Sind das nicht typische Frauenberufe?
Was verdient man(n) da später?
Kann er mit dem Gehalt aus einem typischen Frauenberuf später seine Familie ernähren?
Ich mache mir Gedanken und vielleicht interessiert es die eine oder den anderen von euch auch.
Anfang April findet regelmäßig der bundesweite Aktionstag zur Berufsorientierung „Girls Day / Boys Day“ statt, an dem Jugendliche typische Berufe des anderen Geschlechts kennenlernen können. Eine gute Sache, die den jungen Menschen klischeefrei die Vielfalt der Berufswelt aufzeigen soll und für eine gleichberechtigte Berufswahl eintritt.
Der Blick über den Rollenklischee-Tellerrand war schon immer sehr erfrischend!
Warum brauchen wir mehr Männer in sozialen Berufen?

Der Aktionstag „Boys Day & Girls Day“ bietet den Jugendlichen eine frühe berufliche Orientierung und kann langfristig dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Unterschiedlichste Berufe werden vorgestellt und sowohl die Jungen wie auch die Mädchen können an einem Praktikumstag die Berufe kennenlernen.
Weiterführende Informationen findest du auf den Webseiten www.boys-day.de oder www.klischee-frei.de. Beides sind Initiativen, die sich für eine geschlechterneutrale Berufswahl einsetzen, frei von traditionelle Rollenbildern.
Wenn Männer in Frauenberufen arbeiten, was bedeutet das für ihr Gehalt?

Und Ja, an dieser Stelle wird sehr deutlich, was es bedeutet, wenn sich unsere Söhne einen typisch weiblichen Beruf lernen wollen, weil sie sich dafür interessieren, es ihrer Leidenschaft entspricht und zu ihren Stärken passt.
➡ Es sind typische Berufe mit einem niedrigen Einkommen, was es ihnen später schwer machen wird, über den Monat zu kommen.
Ich war immer diejenige, die meine Kinder unterstützt und fördert. Bei allem wofür sie sich interessiert haben: Musikinstrument, individueller Sport, …
Aber müssen wir an dieser Stelle nicht das Gespräch suchen und unsere Söhne zumindestens auf das, was „danach“ kommt, sensibilisieren? Offen über das Thema Einkommen reden und sie darauf vorbereiten, dass es schwieriger werden kann mit einem niedrigen Gehalt aus einem typischen Frauenberuf?
Welche Männerberufe sind denn eigentlich noch zukunftssicher?
Was ist die Alternative? Ein typischer Männer-Beruf?
Häufig orientieren sich Jungen an Berufen der männlichen Mitglieder ihrer (Gross-)Familie. Sie orientieren sich für ihre Berufswahl an den Berufen, in denen ihre Väter, Großväter, Onkels und Cousins arbeiten. Ohne zusätzliche Orientierung, ohne weitere Prespektiven, wie dem z.B. Boys-Day, kämen für sie intuitiv nur die typisch männlichen Berufe in die engere Wahl.
Sie wollen in die Industrie, ins Werk, ins mittlere oder obere Management. Abtelilungsleiter oder eine Führungskraft mit Personalverantwortung werden. Oder Rechtsanwalt oder Banker. Denn da verdient man richtig gut.
„Richtig gut verdienen“ – immer noch ein Status-Symbol für viele Männer, aber auch (zukünftige Ehe-) Frauen.
Industrieunternehmen wird es vermutlich immer geben. Und Stellenabbau auch – dann muss man(n) sich umorientieren.
Doch was bedeutet denn ein hohes Einkommen für unsere Söhne?
Je höher das Gehalt, desto mehr Verantwortung muss im Job übernommen werden.
Mehr Verantwortung bedeutet auch mehr Verfügbarkeit für den Arbeitgeber (= Überstunden), mehr Stress und weniger Frei- und Erholungs-Zeit.
Ein höheren und hohes Gehalt befeuert das traditionelle Rollenmodell: Die Frau übernimmt (vielleicht nicht unbedingt freiwillig, aber notgedrungen) die Familienarbeit, Kindererziehung, Care Arbeit, Pflege der Eltern, des Gartens und den kompletten mental load, da der Mann „viel arbeitet“ und ständig außer Haus ist. Sie selbst geht maximal noch vormittags in einem Teilzeitjob arbeiten, ihre berufliche Karriere ist leider zu Ende bzw. muss warten, „bis die Kinder groß sind“, aber dann ist sie meistens „schon zu alt“.
Für Männer bedeutet das Status-Symbol „großes Gehalt“ oft folgendes:
- Sie verbringen die meiste Zeit des Tages bei ihrem Arbeitgeber, für Frau und Kinder bleibt kaum Zeit.
- Sie führen ein Leben geprägt von Stress, ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung.
- Für Hobbies und ihre einstigen Leidenschaften bleibt keine Zeit.
- Ihre Gesundheit leidet. Die Lebensqualität im Alltag leidet.
- Sie brennen aus.
❓ Wollen wir das wirklich für unsere Söhne?
Steckt das Familienernährer Modell in der Krise?
Ganz klar: JA.
Es wird zunehmend zu einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe: Wir müssen umdenken – ALLE.
Sowohl unseren Söhnen wie auch unseren Töchtern steht zu, dass sie einen Beruf ergreifen, der sie glücklich macht. In dem sie sich selbstverwirklichen können und einer Arbeit nachgehen, die sie lieben, die ihre Lebensqualität erhält und steigert. Und mit dessen Gehalt sie gut leben können.
Dafür ist nötig, dass
- typische Frauen-Berufe monetär aufgewertet werden. Damit sie für mehr Männer interessant werden und eine wirkliche berufliche Alternative darstellen.
- Diskriminierung und Vorverurteilung in den Köpfen der Menschen aufhört. Bildung ist der Schlüssel: Ausbildung, Austausch und Interesse aneinander.
- wir unseren Kindern ein gleichberechtigtes Familien-Rollen-Modell vorleben, in dem beide (Mutter und Vater) in gleichen Teilen sich an den Familien-Aufgaben beteiligen: Einkommen erwirtschaften, Hausarbeit, Kinderbetreuung, Care Arbeit und Mental Load.
Gibt es einen Ausweg? Ein Nebenverdienst zum Vollzeitjob?
Es gibt tatsächlich mehrere Möglichkeiten das zu geringe Einkommen zu verbessern.
- Der Staat könnte einspringen und das zu geringe Monats-Gehalt mit „Bürgergeld“ (ehemals Hartz4) aufstocken.
- Ein 2. oder 3. Job (Mini-Job) wären auch möglich:
Zeitungen oder Prospekte austragen in den Morgenstunden vorm Büro. Abends noch Regale im Supermarkt einräumen oder Putzen/Hausmeistern/Gartenarbeit am Wochenende.
➡ wobei man hier ganz ehrlich abwägen muss zwischen dem zusätzlichen Zeit-Aufwand und dem Geld, dass netto am Ende übrig bleibt, da man mit einem 2.- oder 3. Job in eine schlechtere Steuerklasse (6) fällst. Und ob sich das dann noch lohnt? - Ein passives Einkommen aufbauen trotz Vollzeitjob:
Mit einem eigenen Web-Shop, online Dienstleistungen, Empfehlungs- oder Affiliatemarketing ist es möglich, online und „nebenbei“ ein paar hunderte Euro zusätzlich in die Haushaltskasse zu bekommen. Wenn du die Möglichkeiten des online Marketing geschickt nutzt, kannst du bedeutend mehr Einnahmen erzielen ohne dauerhaft viel mehr arbeiten zu müssen.
➡ Wenn es dich interessiert, lies gerne in meiner Blogsammlung zum Thema Modern Network Marketing oder springe direkt zum Blogartikel Einkommen aus Networkmarketing – so gehst du vor!
Fazit
Solange Jungen vielbeschäftigten und gut verdienenden Männern, Vätern und Onkels nacheifern, weil sie keine Alternativen kennenlernen oder vorgelebt bekommen und denken, dass ein „Frauenberuf“ nichts für Männer ist,
Solange junge Frauen denken oder in dem Mindset erzogen werden, dass sie mit Kindern dann sowieso zuhause bleiben, sich um den Haushalt kümmern und der Mann sich um das Familieneinkommen kümmert,
Solange typische Frauenberufe schlecht bezahlt werden, Mütter in der Ehe finanziell abhängig werden, und Väter ihre Familien mit einem „Frauenberuf“ nur schwer ernähren können,
WIRD SICH NICHTS ÄNDERN!
Unsere Kinder, Söhne und Töchter, brauchen unsere Unterstützung!
Wir sollten offen mit ihnen reden, ihnen vorleben, wie sich gleichberechtigte Familie anfühlt und sie bestärken, auch einen un-typischen Beruf zu ergreifen, wenn es ihr Wunsch ist. Auch, wenn es im ersten Moment nach finanziellen Nachteilen aussieht, denn die lassen sich mit einem (passiven) zusätzlichen Einkommen leicht ausgegleichen.
Du wünschst dir ein Zusatzeinkommen und suchst Unterstützung?
Schreib mir für deinen Start im TEAM li.le.ne.
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