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  • Bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren: Was hilft und ein unterschätzter Grund

    Bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren: Was hilft und ein unterschätzter Grund

    Es ist halb elf, du sitzt am Schreibtisch und liest die dritte lange E-Mail an diesem Vormittag. Die Buchstaben verschwimmen, dein Kopf kippt kurz nach vorn und du schreckst hoch. Bist du gerade eingenickt? Im Büro? Oh nein!

    Abends sinkst du völlig ausgelaugt aufs Sofa und bekommst den Popo nicht mehr hoch. Deine Freundin fragt, ob du mitkommst, aber du sagst ab, schon wieder. Und nachts, wenn du endlich schlafen könntest, liegst du stundenlang wach, während deine innere Kritikerin deinen Tag Stück für Stück zerpflückt.

    Kennst du das? Dann bist du in guter Gesellschaft. Müdigkeit in den Wechseljahren gehört zu den häufigsten Beschwerden dieser Lebensphase und sie hat Gründe. Ein paar davon kennst du vermutlich schon. Einer sitzt an einer Stelle, an die kaum jemand denkt: in deinem Darm.

    In Kürze – Das Wichtigste auf einen Blick

    • Müdigkeit in den Wechseljahren ist eine der häufigsten Beschwerden: In einer internationalen Erhebung nannten 83 Prozent der Frauen Müdigkeit und Erschöpfung, mehr als Hitzewallungen (70%).
    • Die Hormone spielen eine große Rolle: Sinkendes Progesteron stört den Schlaf. Schwankendes Östrogen beeinflusst Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin, die für Antrieb und Konzentration wichtig sind.
    • Der Darm redet kräftig mit: Die Darmflora in den Wechseljahren entscheidet mit, wie viele Nährstoffe aus dem Essen in deinen Zellem ankommen. Über die Darm-Hirn-Achse wirkt sie auch auf Stimmung und Brainfog.
    • Was auf dem Teller hilft: Mittelmeerküche, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, wenig Zucker, Alkohol und Kaffee halten den Blutzucker stabil und tun der Darmflora gut.
    • Wichtig: Hält die Müdigkeit über Wochen an oder kommen Schwindel oder Herzklopfen dazu, lass dich ärztlich untersuchen, zum Beispiel auf Eisen, Vitamin B12 und die Schilddrüse.

    Wie äußert sich Müdigkeit in den Wechseljahren?

    Diese Müdigkeit fühlt sich anders an als die nach einer kurzen Nacht. Ich selbst habe sie oft als bleiern erlebt: Du schläfst, wachst auf und bist trotzdem erschöpft. Ausschlafen am Wochenende hilft kaum. So zeigt sich die bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren häufig:

    • Du nickst beim Lesen längerer Texte oder vieler E-Mails kurz ein.
    • Du kannst dich schlecht konzentrieren, obwohl du eine verantwortungsvolle Aufgabe hast und fragst dich, ob du ihr überhaupt noch noch gewachsen bist.
    • Dir fehlt der Antrieb. Zum Sport, zum Weggehen mit Freunden oder zu einem Spaziergang musst du dich regelrecht zwingen.
    • Du ziehst dich zurück, hast weniger Lust auf Gesellschaft und fühlst dich ängstlicher als früher.

    Du bist damit nicht allein. In einer internationalen Erhebung mit knapp 17.500 Frauen nannten 83 Prozent Müdigkeit in den Wechseljahren und starke Erschöpfung als Beschwerde, mehr als Hitzewallungen mit 60 bis 70 Prozent. Trotzdem bringen viele Frauen ihre Erschöpfung zuerst gar nicht mit den Wechseljahren in Verbindung. Sie schieben es auf den Stress, den Job oder das ständige „zuviel auf einmal“. Verständlich, denn darüber spricht kaum jemand.

    Warum fühle ich mich so energielos?

    Müdigkeit in den Wechseljahren kommt selten allein. In dieser Zeit wird der Schlaf oft brüchig: Du wachst nachts auf, die Tiefschlafphasen werden kürzer und selbst acht Stunden im Bett fühlen sich an wie fünf. Wer schlecht schläft, ist tagsüber erschöpfter und wer erschöpft ist, reagiert empfindlicher auf Stress. Diese Beschwerden verstärken sich oft gegenseitig, wie eine große amerikanische Studie zeigt.

    Dazu kommt ein Teufelskreis, den du vielleicht kennst. Am Nachmittag greifst du zu Kaffee und etwas Süßem, um „durchzuhalten“. Der Blutzucker schießt hoch, fällt kurz darauf wieder ab und das nächste Tief kommt. Wieder Kaffee …

    Und dann gibt es noch etwas, worüber wir selten sprechen. In der Lebensmitte fühlt sich für uns Frauen vieles nach Wiederholung an. Die Kinder brauchen dich mal mehr mal weniger, im Job kennst du jeden Handgriff, die Aufgaben motivieren dich kaum noch. Du fühlst dich unterfordert, hast aber auch keine Kraft, etwas zu verändern. „Naja, ist halt so“, denkst du dir und findest dich damit ab. Auch diese Monotonie zehrt an dir, denn Müdigkeit und Resignation füttern sich gegenseitig.

    Gründe für Energiemangel in den Wechseljahren

    Was passiert da eigentlich gerade in deinem Körper? Deine Hormone stellen sich um und das spürst du an vielen Stellen:

    • Progesteron sinkt. Das Hormon wirkt beruhigend und hilft dir beim Einschlafen. Fehlt es, schläfst du unruhiger und fühlst dich „Diven-artig“.
    • Östrogen schwankt und sinkt. Es wirkt auch im Gehirn und beeinflusst Glücks-Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin. Die brauchst du für Motivation, Stimmung und Konzentration.
    • Hitzewallungen in der Nacht reißen dich aus dem Schlaf.
    • Eisenmangel kann durch stärkere oder unregelmäßige Blutungen entstehen. Eisen transportiert Sauerstoff durch deinen Körper, fehlt es, fühlst du dich schlapp.
    • Die Schilddrüse kann in dieser Lebensphase ebenfalls aus dem Takt geraten.

    Ein Hinweis von Frau zu Frau: Wenn deine Müdigkeit über Wochen anhält oder du Schwindel oder Herzklopfen bemerkst, lass das bitte ärztlich abklären. Ein Blutbild zeigt zum Beispiel, wie es um Eisen, Vitamin B12 und deine Schilddrüse steht. Erschöpfung kann auch andere Ursachen haben, etwa eine Depression oder Atemaussetzer im Schlaf.

    Wechseljahre und Darm: Was hat der Darm mit deiner Müdigkeit in den Wechseljahren zu tun?

    Über Hormone wird viel geschrieben. Über den Darm kaum, obwohl er bei deiner Müdigkeit kräftig mitredet.

    In deinem Darm wird dein Essen in Nährstoffe zerlegt und ins Blut aufgenommen. Damit das klappt, braucht es eine vielfältige Darmflora, also die Billionen Bakterien, die dort leben. Stell sie dir vor wie einen Garten: Wachsen dort viele hilfreiche und bunte Pflanzen, gedeiht alles. Hat sich über Jahre eine Monokultur breit gemacht, kommt weniger von dem was du isst, in deinen Zellen an, selbst wenn du dich gut ernährst.

    Genau das passiert bei vielen Frauen. Jahre mit Zucker, Weißmehl, Fertigessen, Limos, Weinschorlen und wenig Gemüse lassen die ungünstigen Bakterien wachsen, während die hilfreichen immer weniger werden.

    Darmflora in den Wechseljahren: Was die Hormone damit zu tun haben

    Darm und Hormone hängen eng zusammen. Bestimmte Darmbakterien sind am Östrogen-Stoffwechsel beteiligt, Forschende nennen diese Gruppe das Estrobolom. Umgekehrt verändert sich mit sinkendem Östrogen auch die Zusammensetzung deiner Darmflora. Die Wissenschaft steht hier noch am Anfang, das Thema bekommt aber gerade viel Aufmerksamkeit.

    Auch deine Leber spielt mit. Sie ist daran beteiligt, ein Hormonungleichgewicht abzubauen und auszuscheiden. Gleichzeitig verarbeitet sie alles, was wir ihr sonst noch zumuten: Zucker, Alkohol und Zusatzstoffe aus Fertigprodukten. Je mehr davon bei ihr ankommt, desto mehr hat sie zu tun. Deshalb lohnt es sich, Darm und Leber gemeinsam im Blick zu behalten.

    Das Bauchhirn: Wie deine Darmflora in den Wechseljahren deine Stimmung beeinflusst

    Dein Darm ist über den Vagusnerv direkt mit deinem Gehirn verbunden. Die beiden tauschen sich ständig aus, Fachleute sprechen von der Darm-Hirn-Achse. Darmbakterien beeinflussen Botenstoffe wie Serotonin, das für gute Laune und innere Ruhe wichtig ist. Geht es deinem Darm nicht gut, kann sich das auf Stimmung, Antrieb und Wachheit auswirken. Der Nebel im Kopf, dieses Gefühl, wie in Watte gepackt zu denken, kann also auch mit deinem Bauch zu tun haben.

    Für mehr Energie braucht dein Körper bestimmte Nährstoffe.

    Für Frauen in den Wechseljahren sind diese Nähstoffe besonders wichtig:

    • B-Vitamine wie B6, B12, Riboflavin und Pantothensäure tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
    • Eisen sorgt für den Sauerstofftransport.
    • Vitamin C hilft deinem Körper, Eisen besser aufzunehmen.
    • Magnesium brauchen deine Zellen, um Energie zu gewinnen.
    • Vitamin D ist wichtig für Muskeln und ein starkes Immunsystem, Selen braucht die Schilddrüse.
    • Eiweiß: Ab 40 baut dein Körper Muskeln weniger effektiv auf, deshalb darf mehr Protein auf den Teller.

    Wie verbreitet die Erschöpfung ist, zeigen auch Studien aus Asien. In einer chinesischen Untersuchung mit mehr als 42.000 Frauen klagte knapp die Hälfte über Müdigkeit, in einer Studie aus Taiwan waren es sogar zwei Drittel.

    Und hier schließt sich der Kreis zum Darm. Die besten Nährstoffe bringen dir wenig, wenn dein Darm sie nicht gut aufnehmen kann. Bevor du zur nächsten Nahrungsergänzung greifst, lohnt deshalb der Blick nach innen. Fermentiertes wie Sauerkraut oder Ballaststoffe wie Inulin, zum Beispiel aus Chicorée, Topinambur oder Zwiebeln, füttern die hilfreichen Bakterien in deinem Darm.

    Müdigkeit in den Wechseljahren: Was hilft dir jetzt auf dem Teller?

    Die gute Nachricht: Mit deinem Essen kannst du sehr viel bewegen. Eine gute Orientierung ist die Mittelmeerküche mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, kaltgepresstem Olivenöl, Vollkorn und frischen Kräutern. Diese Leitplanken helfen dir im Alltag:

    • Pflanzliches Eiweiß statt viel Fleisch: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Tofu, Hüttenkäse, Quark, Skyr und Nüsse machen satt und versorgen dich mit Protein. Fleisch darf seltener auf den Teller.
    • Zucker weglassen: Wenn dich die Lust auf Süßes packt, probier mal Dattelsüße im Gebäck.
    • Selten Alkohol, wenig Kaffee: Alkohol gibt deiner Leber Extraarbeit und Kaffee kann das Stresshormon Cortisol ankurbeln.
    • Schon morgens Eiweiß, gute Fette und Vollkorn: So bleibt dein Blutzucker stabiler und das Tief am Vormittag fällt kürzer aus.
    • Regelmäßige Mahlzeiten statt ständige Mini-Snacks zwischendurch und genug Wasser oder Tee über den Tag verteilt.
    • Fermentiertes wie Sauerkraut, Joghurt oder Kefir freut deine Darmbakterien.

    Viel Bewegung am Tag, Tageslicht und feste Schlafenszeiten unterstützen dich zusätzlich.

    Den Darm gut „in Schuss“ halten: Darmpflege und Darmreinigung als Unterstützung in den Wechseljahren

    Darmpflege passiert im Alltag, bei jeder Mahlzeit, mit jedem Teller voller Gemüse und Ballaststoffe. Manchmal braucht es aber mehr als gute Vorsätze, nämlich einen bewussten Reset.

    Bei mir ist das jedes Jahr im Herbst so. Der Sommer war gesellig: Sommerfeste, hier ein Glas Wein, da eine Schorle, Grillfleisch, Kuchen. Das gehört für mich zur Lebensfreude dazu und ich möchte keinen dieser Abende missen. Mein Bauch merkt es trotzdem. Darum mache ich regelmäßig im Herbst meine Darm- und Leberkur und achte wieder bewusst auf meine Ernährung, gönne beiden Organen eine Reinigung und esse danach wieder bewusst gesünder.

    Zwei Dinge freuen mich daran besonders. Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm und ich erlebe, dass ich in der Schmuddelwetterzeit nur selten Schnupfen bekomme. Und ich gehe entspannter in die Adventszeit, weil ich mich bewusst mit Plätzchen & Co. beschäftige: Wie backe und nasche ich so, dass es meinem Darm und meinen Hormonen gerade jetzt in den Wechseljahren guttut?

    Wieder Ich – die begleitete Darm- und Leberkur für Frauen ab 40

    Für diesen Reset gibt es Wieder Ich, meine begleitete Darm- und Leberkur. 16 Tage lang kümmerst du dich gemeinsam mit anderen Frauen um Darm und Leber, live in der Gruppe. Hungern und Kalorienzählen gehören nicht dazu. Du isst drei bis fünf Mahlzeiten am Tag und darfst satt werden, entscheidend ist, was auf deinem Teller landet.

    Du bekommst vier Produkte zur inneren Reinigung und Pflege, ein eBook mit Rezepten, Meal-Prep-Ideen und Ernährungsplan, jeden Morgen einen Impuls per E-Mail, Live-Calls auf Zoom und eine WhatsApp-Gruppe für alle Fragen zwischendurch. Denn bei Wieder Ich gilt: Hier detoxt keine allein.

    Für mich ist Wieder Ich die erste Etappe auf einem längeren Weg. In den 16 Tagen übst du ein tägliches Ritual, das nur dir gehört und erlebst, wie dein Körper positiv reagiert, wenn er bekommt, was er braucht. Und ehrlich gesagt: Die Kur begleitet dich, aber eine ärztliche Behandlung ersetzt sie nicht.

    Das sagen Teilnehmerinnen

    Was Frauen nach ihrer Darmkur regelmäßig berichten, berührt mich jedes Mal:

    • „Ich war überrascht, was Naturprodukte in meinem Körper Positives bewirken.“
    • „Ich hab mich immer satt gegessen und hatte weniger Verlangen auf ungesunde Nahrungsmittel.“
    • „Ich warte immer ganz gespannt, wenn sich der Schleier hebt und die Klarheit kommt.“
    • „Mittagsschlaf ade, mein Energielevel ist extrem gestiegen und ich bin viel leistungsfähiger seit der Darmkur. Meine Verdauung ist jetzt auch wieder super.“
    • „Die Darmkur macht sich auch in der Psyche stark bemerkbar. Sie ist wie eine Befreiung im Kopf, der Brainfog löst sich, die Gedanken werden klarer und die Stimmung besser.“

    Fazit: Deine bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren hat verschiedene Gründe – und du kannst etwas tun

    Bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren ist kein Zeichen von Schwäche und nichts, womit du dich abfinden musst. Hormone, Schlaf, Nährstoffe, Stress und ein Darm, der Unterstützung braucht, greifen ineinander. An einigen dieser Stellschrauben kannst du selbst drehen und dein Darm ist eine davon.

    Hast du beim Lesen öfter genickt? Dann ist jetzt vielleicht der richtige Moment, deinem Bauch etwas zurückzugeben.

    Wenn du neugierig bist, wie sich 16 Tage mit Fokus auf Darm und Leber anfühlen können, hol dir die kostenlose Infobroschüre zu Wieder Ich. Darin findest du alles über Ablauf, Produkte und Begleitung zum Nachlesen in aller Ruhe.

    Alles Liebe
    deine Andrea

  • Demenz vorbeugen in den Wechseljahren: Warum dein Darm ziemlich laut mitredet.

    Demenz vorbeugen in den Wechseljahren: Warum dein Darm ziemlich laut mitredet.

    „Meine Mutter hat es. Meine Oma hatte es. Bekomme ich es auch?“

    Diese Frage stelle ich mir selbst oft und mein Herz schnürt meinen Hals.

    In Kürze – Das Wichtigste auf einen Blick

    • Demenz beginnt nicht mit 70. Bei Frauen verändert sich schon in der Perimenopause, wie das Gehirn Energie gewinnt: Es verwertet dann rund 10 bis 15 Prozent weniger Zucker, nach der Menopause 20 bis 30 Prozent.
    • Zwei Drittel aller Menschen mit Demenz in Deutschland sind Frauen. Insgesamt (m/w) rund 1,8 Millionen Betroffene, Alzheimer ist die häufigste Form.
    • Brainfog und Vergesslichkeit in den Wechseljahren sind keine beginnende Demenz. Sie sind ein Signal, dass dein Gehirn gerade unter stark herausfordernden Bedingungen arbeitet.
    • Eine Fachkommission im Lancet kam 2024 auf vierzehn beeinflussbare Faktoren. Rechnerisch ließen sich damit rund 45 Prozent aller Demenzfälle vermeiden oder hinauszögern.
    • Dein Darm entscheidet mit, wie viel von dem, was du isst, in deinen Organen und Zellen ankommt. Und dein Gehirn ist das Organ mit dem höchsten Verbrauch im Körper.

    Seit fast zwanzig Jahren spiele ich Tennis in der Hobby-Damen-Gruppe meines Vereins. Wir sind Frauen von Anfang 20 bis über 80 und im Doppel mischen wir uns bunt durch. Manche der älteren Damen sind genauso alt wie meine Mama.

    Jedes Mal, wenn ich mit ihnen auf dem Platz stehe, könnte ich heulen. Denn meine Mama steht nirgendwo mehr. Sie lebt im Pflegeheim und erkennt mich am Telefon immer seltener wieder.

    Gleiche Jahrgänge, aber völlig verschiedene Leben im Alter. Und der Unterschied zwischen ihnen hat nicht mit 70 angefangen.

    Wechseljahre oder Demenz? Was der Nebel in deinem Kopf für dich als Frau in deinen 40ern bedeutet

    Vielleicht geht es dir so: ein Gedächtnis, das Löcher hat. Eine Konzentration, die nach zwanzig Minuten abreißt. Schultern, die schmerzen, ein Darm, der sich unangenehm meldet und eine Energie, die schon am späten Vormittag aufgebraucht ist, bevor die Zeit für dich überhaupt angefangen hat.

    Eine Frau hat es mir mal so beschrieben: „Brainfog, der mich an manchen Tagen so abnervt, weil ich die einfachsten Dinge nicht hinbekomme.“ Eine andere sagte: „Vergesslichkeit auf Premium-Niveau und Gefühle wie eine Achterbahn.“

    Und dann diese Momente, über die du mit niemandem sprichst. Das Wort, das einfach weg ist, obwohl deine Zuhörer gespannt warten. Der Name, der weg ist. Der Termin, den du zweimal verschoben hast und beim dritten Mal vergisst. Immer wieder rutscht dir Dingsda über die Lippen und alle lachen, und du lachst mit. Innerlich denkst du: Fängt das jetzt schon an?

    Nein. Brainfog in der Perimenopause ist keine beginnende Demenz. Er ist ein Signal, dass dein Gehirn gerade unter sehr herausfordernden Bedingungen arbeitet, stärker als noch mit 35. Und Signale sind dazu da, gehört zu werden.

    Aber die Jahre, die du gerade etwas vernebelt erlebst, sind nicht irgendwelche Jahre.

    Demenz beginnt nicht mit 70.

    Die Hirnforscherin Lisa Mosconi hat tausende Hirn-Scans von Frauen im hormonellen Übergang während der Wechseljahre ausgewertet und ihr Befund hat mich nicht mehr losgelassen: Schon in der Perimenopause, Jahre bevor die letzte Regelblutung kommt, verwertet das weibliche Gehirn rund 10 bis 15 Prozent weniger Zucker als vorher. Nach der Menopause sind es bis zu 30 Prozent.

    Dein Gehirn läuft in diesen Jahren also mit spürbar weniger Energie. Das bildest du dir nicht ein, dein Stoffwechsel hat sich verändert.

    Bis dahin hat das Hormon Östrogen jahrzehntelang im Hintergrund gearbeitet, so wie eine Hausmeisterin, von der niemand weiß, dass es sie gibt, bis sie kündigt. Östrogen hält die Gefäße elastisch, bremst Entzündungen, es hilft deinen Nervenzellen dabei, an ihren Brennstoff zu kommen. Wenn es sinkt, verändert sich diese ganze Ausgangslage: Die Gefäße werden steifer, Entzündungsprozesse nehmen zu, in den Fingergelenken, in der Schulter, im Knie, im Darm. Und die Energieversorgung im Kopf wird knapper. Genau das spürst du als Nebel.

    Zwei Drittel aller Menschen mit Demenz in Deutschland sind Frauen, rund 1,2 von insgesamt 1,8 Millionen. Ein Teil davon erklärt sich über die höhere Lebenserwartung, das gehört ehrlich dazu. Forscherinnen sehen daneben aber die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren selbst als eigenen Faktor. Geklärt ist das noch nicht und ich will dir hier nichts weißmachen, was die Wissenschaft selbst noch diskutiert.

    Was sich sagen lässt: Bei Frauen passiert in der Lebensmitte etwas mit dem Gehirn, das vorher nicht passiert ist. Und in dieser Lebensmitte, da bist du gerade.

    Darm und Gehirn in den Wechseljahren: die Verbindung, über die kaum jemand spricht

    Ich lese viel über die Wechseljahre. Über den nächsten Zusammenhang habe ich trotzdem jahrelang nichts gefunden.

    Dein Darm und dein Gehirn reden ständig miteinander, über Nervenbahnen, über Botenstoffe, über Immunzellen. Und das Erstaunliche daran: Rund 90 Prozent dieser Nachrichten gehen von unten nach oben. Dein Bauch redet mit deinem Kopf, viel mehr als andersherum.

    In den Wechseljahren verändern sich die Bewohner in deinem Darm. Die Vielfalt der Bakterien nimmt ab. Ein Teil dieser Bakterien mischt sogar beim Verstoffwechseln von Östrogen mit, Fachleute nennen das Östrobolom. Darm und Hormone sind also keine zwei getrennten Baustellen, auch wenn sie sich so anfühlen.

    Gleichzeitig wird die Darmbarriere durchlässiger und die Entzündungslage im Körper bleibt hoch. Das Ergebnis kennst du vielleicht vom Gefühl her: Du isst gut, du gibst dir Mühe und trotzdem scheinen zu wenig Nährstoffe in deinen Organen anzukommen.

    Und genau da liegt der Satz, der für mich alles verbunden hat: Dein Darm entscheidet mit, wie viel von dem, was du isst, bei dir ankommt. Und dein Gehirn ist das Organ mit dem höchsten Verbrauch im ganzen Körper. Es kann nur mit dem arbeiten, was ankommt. Mit nichts anderem.

    Alzheimer als Stoffwechselthema?

    Vor gut hundert Jahren hatte das, was meine Mama hat, noch keinen Namen. Alois Alzheimer beschrieb das Krankheitsbild 1906, davor hieß es Altersschwachsinn und die meisten Menschen wurden ohnehin nicht so alt, um es zu erleben. Was früher als normales Altern galt, hat heute einen Namen, eine Zahl und rund 1,8 Millionen Betroffene allein in Deutschland.

    Ein Teil der Forschung nennt Alzheimer inzwischen „Typ-3-Diabetes“. Der Begriff klingt erst mal schräg und unumstritten ist er auch nicht. Aber dahinter steckt eine Beobachtung, die mich aufhorchen ließ: Ein Gehirn mit Alzheimer kann Zucker schlechter verwerten. Der Hippocampus, die Stelle, an der deine Erinnerungen gespeichert sind, braucht Insulin, um sich in anstrengenden Phasen genug Glukose zu holen. Klappt das nicht mehr, arbeitet er auf Sparflamme. Und dieses Sparprogramm lässt sich oft schon Jahre vorher messen, bevor jemand die Diagnose „Alzheimer“ bekommt.

    Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein etwa doppelt so hohes Alzheimer-Risiko. Als „Verursacher“ gelten hierbei: viel Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel mit synthetischen Zusätzen, zu wenig Bewegung, stille Entzündungen.

    Und dann ist da noch die eine Sache, die mich richtig wütend gemacht hat, als ich sie verstanden habe. Jahrzehntelang galten Fett und Cholesterin als ungesund, als das, was dick macht, das was man weglässt. Dein Gehirn hat dabei niemand gefragt: Es besteht zum großen Teil selbst aus Fett und Cholesterin und baut daraus Gehirnzellen und Synapsen. Wer seinem Körper das Fett entzieht, entzieht es auch dem Organ, das am meisten davon braucht.

    Bitte nicht missverstehen: Ich meine gute oder kaltgepresste Fette auf deinem Teller, also Olivenöl, Nüsse, Avocado, fetten Fisch und Leinöl. Ich sag nicht, dass hohe Blutfettwerte harmlos wären und was deine Ärztin dir zu deinen Werten sagt, bleibt davon auch unberührt. Mein Punkt ist ein anderer: Die Light-Produkte, in denen statt hochwertigen Fetten viel Zucker steckt, haben deinem Kopf nie einen Gefallen getan.

    Das macht Demenz noch lange nicht zur Ernährungsfrage. Es heißt nur: Ein Teil der Helbel liegen in deiner Hand und zwar schon jetzt.

    Vielleicht nimmst du gerade eine Hormontherapie, oder du denkst darüber nach. Sie kann viel für dein Wohlbefinden tun und ich werde die Letzte sein, die dir da reinredet. Ob sie dein Gehirn schützt, ist unter Fachleuten allerdings umstritten: Die Studien widersprechen sich und viel scheint davon abzuhängen, wann eine Frau anfängt. Diese Entscheidung gehört dir. Worum es mir hier geht, ist das, was nebendran läuft und was dir niemand abnimmt.

    „Meine Mutter hat es. Meine Oma hatte es. Bekomme ich es auch?“

    Diese Frage stelle ich mir selbst oft und mein Herz klopft dabei.

    Der ehrliche Stand: Eine familiäre Häufung erhöht das Risiko. Sie entscheidet aber nichts. Die direkt vererbten Demenz-Formen, bei denen die Erkrankung feststeht, sind selten und treten früh auf. Was in Familien viel häufiger weitergegeben wird als ein Gen, ist ein Alltag – wie gegessen wird, wie viel man sich bewegt, ob man unter Leute geht.

    Ich komme am Ende des Artikels darauf zurück, weil ich dir dazu etwas über mich erzählen möchte.

    Demenz ist kein Schicksal

    Sie ist auch keine Entscheidung, die du an einem Dienstagnachmittag triffst. Sie ist die Summe aus tausend kleinen Puzzlestückchen.

    Bevor du das falsch verstehst: Manche Formen von Demenz kann aktuell niemand beeinflussen. Genetische Veranlagung, frühe Formen, Verläufe ohne erkennbaren Grund. Wenn deine Mutter erkrankt ist, hat sie nichts falsch gemacht und du hast auch nichts falsch gemacht. Ich schreibe das hier auf, weil es viel zu wenig Alltagserfahrungen gibt.

    Und trotzdem: diese vielen tausend kleinen Entscheidungen kenne ich alle von mir selbst, und einige auch von Mama und Oma.

    • Wenn ich heute die KI frage, statt nachzudenken und sie formulieren lasse, statt selbst zu schreiben – weils schneller besser klingt.
    • Wenn der Fernseher den Nachmittag und/oder den ganzen Abend füllt.
    • Wenn ich online bestelle, statt in die Stadt zu fahren, drei Läden abzuklappern und dabei mit der Verkäufer*in reden, ob der Wunschartikel bestellt werden kann.
    • Wenn der Lieferdienst kommt, statt dass ich ein Rezept raussuche, Zutaten einkaufe, schnippele und koche.
    • Wenn Bewegung sich anfühlt wie etwas, das mir Zeit klaut und auch morgen noch geht.
    • Wenn ich von Ärztinnen und Medizin erwarte, dass sie mich gesund machen.

    Der erste Punkt ist der, bei dem ich mich am häufigsten ertappt habe. Ich komme gleich darauf zurück.

    Denn so fängt die Spirale an: Die Wörter fallen einem nicht mehr schnell genug ein, die anderen warten und so wird schnell mal „Naja Dingsda, du weißt schon“ gesagt, die Termine verrutschen im Kalender. Irgendwann sitzt du beim Mädelsabend dabei, alle reden durcheinander, jemand fragt dich etwas und die Wörter sind bei dir gerade „aus“unterwegs“. Aus Angst, dich zu blamieren, gehst du beim nächsten Mal lieber nicht mit. Und je weniger du rausgehst, desto weniger wird von deinem Kopf gefordert.

    Genau da liegt aber auch die gute Nachricht. Was gefordert wird, bleibt. Wer viele Verbindungen im Kopf angelegt hat, zehrt länger davon.

    Eine internationale Fachkommission hat 2024 im Fachblatt The Lancet vierzehn Faktoren zusammengetragen, die sich beeinflussen lassen: Bewegung, Blutdruck, Zucker, Hören, Schlaf, Rauchen, Alkohol, soziale Kontakte und einige mehr. Ihre Prognose: Rund 45 Prozent aller Demenzfälle könnten sich dadurch vermieden oder hinausgezögert werden.

    Das ist fast die Hälfte! Bald jeder zweite Demenzerkrankte. Bei dir persönlich garantiert das niemand, denn dahinter steckt eine Modellrechnung über Millionen Menschen. Aber sie sagt etwas, das ich dir nicht vorenthalten will: Du kannst viel mehr tun, als du denkst.

    Demenz vorbeugen in den Wechseljahren: Schon zu spät mit 48?

    Nein. Und ich sage das nicht, um dich zu trösten.

    Die Forschung schaut ausgerechnet auf die Jahre zwischen 40 und 60 – die Wechseljahre, weil sich in dieser Zeit offenbar viel entscheidet. Du bist also nicht zu spät dran. Du bist genau an dem Punkt, an dem es sich am meisten lohnt.

    Was du heute änderst, wirkt sich auf ein Gehirn aus, das noch zwanzig, dreißig oder vierzig Jahre vor sich hat. Eine lange Zeit, um von deinen heutigen Bemühungen zu zehren.

    Was du selbst tun kannst

    Bewege dich, viel und am liebsten mit anderen. Die soziale Hunderunde, walken, wandern, gemeinsam die Gegend erkunden. Bewegung und Gesellschaft in einem Aufwasch. Dass Gesellschaft hier mit draufsteht, ist kein „Nice-to-Have“: Soziale Isolation ist ein großer Risikofaktor für Demenz, gleich neben Bluthochdruck und Rauchen.

    Was dein Gehirn auf dem Teller braucht. Essen, das dein Körper kennt: naturbelassen, nährstoffreich, möglichst wenig Pestizide, sehr wenig Zucker, selten industriell hergestellte Lebensmittel. Dazu gute Fette, weil dein Gehirn daraus gebaut ist. Am besten untersucht ist in diesem Zusammenhang die mediterrane Küche, also viel Gemüse, Olivenöl, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse. Entscheidend ist dabei die Konstanz über Jahre, nicht die perfekte Woche.

    Mach Pausen, in alle Richtungen. Esspausen, Stress-Pausen, mentale Pausen, Schlaf. Dein Kopf räumt nachts auf, regeneriert und dafür braucht er Zeit.

    Fordere deinen Kopf. Selbst denken, selbst nach Lösungen suchen, die KI zum Gegenlesen verwenden statt zum Vordenken. Mit vielen verschiedenen Menschen reden, auch mit denen, die anderer Meinung sind als du. Vielfalt, Reize, Widerspruch.

    Trink genug. Dein Körper besteht zum großen Teil aus Flüssigkeit und dein vor allem Gehirn auch.

    Kümmere dich gezielt um deine Nährstoffe und um Vitamin-D. Lass deinen Vitamin-D-Wert messen. Östrogen hat die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form unterstützt und während und nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel und bleibt dann dauerhaft niedrig. Vitamin-D-Einnahme und eine geringere Demenzhäufigkeit stehen in Zusammenhang, bei Frauen deutlicher als bei Männern. Ein Beweis ist das nicht, aber eine der ersten Stellschrauben, an denen du drehen kannst. Was du dagegen lassen solltest: einseitige Diäten, bei denen du ganze Nährstoffgruppen weglässt.

    Und dann ist da dein Darm. Du musst das nicht alles ab Montag machen. Such dir eins aus für den Beginn und steigere dich.

    Kann eine Darmkur deinem Kopf helfen?

    Ich könnte dir jetzt erzählen, dass eine Darmkur dein Gedächtnis rettet. Das wäre glatt gelogen und du würdest es merken.

    Was ich dir sagen kann, ist das: Dein Gehirn arbeitet mit dem, was an Nährstoffen bei ihm ankommt. Und was ankommt, entscheidet dein Darm mit. An diesem Punkt habe ich vor Jahren angefangen, weil ich das selbst in der Hand hatte.

    Wieder Ich ist eine begleitete Darm- und Leberkur über 16 Tage, live in der Gruppe. Kein Hungern, kein Kalorienzählen. Es zählt, was gegessen wird und satt werden darfst du. Dabei sind vier natürliche Produkte für dein tägliche Darmreinigung, ein eBook mit Rezepten, Meal-Prep-Ideen, für unseren wöchentlichen Austausch treffen wir uns auf Zoom.

    Der Satz, der für mich den Kern trifft: Hier detoxt keine allein.

    Und weil ich ehrlich bleiben will: 16 Tage sind kein Demenz-Schutz. Sie sind ein Anfang und der erste Beweis, dass du noch Einfluss auf dein Wohlbefinden hast. Wieder Ich ist deine erste Etappe, kein Saison-Detox. Was bleiben darf, sind zwei Dinge: ein tägliches Ritual, das nur dir gehört und die Erfahrung, dass dein Körper positiv reagiert, wenn du ihm gibst, was er braucht.

    Ich habe die Gene meiner Mutter. Was ich nicht habe, ist ihr Alltag.

    Meine Mama hat sich leider Stück für Stück aus ihrem eigenen Leben rausgenommen. Erst war es der Fernseher am Nachmittag, vor dem sie eingeschlafen ist. Dann wollte sie nicht mehr rüber zu den Nachbarn, obwohl sie jahrzehntelang bei jedem Gartenfest die Erste war. Und irgendwann war alles „Dingsda, na, du weißt schon“.

    Ich habe eine Weile gebraucht, um zu merken, dass ich das kenne. Mir fehlen im Moment auch manchmal die richtigen Worte. Der perfekte Satz will nicht kommen und dann sitze ich da und bin drauf und dran, ihn mir von KI schreiben zu lassen. Manchmal mache ich es sogar. Und hinterher fühle ich mich schlechter als vorher, als bin ich nicht mehr gut genug und würde jetzt schon anfangen, das Sprechen zu verlernen.

    Deshalb entscheide ich mich inzwischen immer häufiger für den unperfekten Satz. Für das Wort, das die Sache nur ungefähr trifft. Dafür, dass mein Gegenüber mich erst nicht ganz versteht und ich nachlegen muss, umformulieren, noch mal andersrum erklären, was ich meine. Das ist anstrengender, ja. Aber genau darum geht es.

    Und weil mein Kopf an einem Körper hängt, kümmere ich mich auch um den. Zweimal im Jahr mache ich eine Darmreinigung. Dazwischen esse ich so, dass ganz viele Nährstoffe in meinen Organen ankommen: vitaminreich, nährstoffreich, antientzündlich, mit pflanzenbasierten Rezepten, die mir schmecken, und mit zusätzlichen Vitaminen und Nährstoffen, da ich oft über das Essen allein nicht alle zusammenbekomme. Angst treibt mich dabei nicht. Ich mache es, damit mein Körper mir die beste Leistungsfähigkeit schenkt, die drin ist. Und das es funktioniert, kann ich spüren – jeden Tag.

    Und dann ist da die gelbe Filzball-Leidenschaft. Seit fast zwanzig Jahren stehe ich auf dem Tennisplatz, mit Frauen von Anfang 20 bis über 80. Ich muss mir Namen merken, Spielstände, wer mit wem im Doppel spielt. Ich rede mit einer 24-Jährigen über ihr Studium und eine Viertelstunde später mit einer 81-Jährigen über ihren Garten und die Enkel. Genau das ist der Abend, an dem mein Kopf am meisten arbeitet und es ist kein Zufall.

    Du brauchst dafür keinen Tennisverein. Ein Chor tut es auch, ein Rommeeclub, die Handarbeitsgruppe, die Nachbarschaft, der Buchladen um die Ecke.

    Perfekt ist von alldem nichts. Es gibt Wochen, in denen ich abends auf dem Sofa lande und der Hund mich vorwurfsvoll anguckt, weil es nur eine schnelle Mini-Runde gab. Aber ich komme zurück und das ist der ganze Unterschied.

    Und jetzt du

    Während meine Freundinnen mir mit Anfang 70 im Doppel gegenüberstehen, lebt meine gleichaltrige Mama im Pflegeheim und erkennt mich am Telefon fast nicht wieder. Ich könnte heulen. Und dann ziehe ich die Schuhe an und laufe eine Runde mit dem Hund.

    An deiner Veranlagung kannst du nichts ändern und daran, dass dein Östrogen in den Wechseljahren sinkt, auch nicht. Woran du etwas ändern kannst: was auf deinem Teller liegt, wie viel davon bei deinen Zellen ankommt, wie oft du rausgehst und mit wem du redest.

    Der nächste Durchgang von Wieder Ich, der begleiteten Darm- und Leberkur läuft vom 3. bis 18. Oktober. Vorher gibt es einen Info-Abend, bei dem du alles fragen kannst, was du wissen willst, kostenlos und ohne dass du dich schon festlegen musst. Schreib mir eine Mail an hallo@lilene-40plus.de oder eine Nachricht auf Instagram an @me.and.lilene, dann erzähle ich dir mehr zur Darm- und Leberkur.

    Und wenn du heute nur eine einzige Sache mitnimmst, dann diese: Fang bei dem an, was dein Körper aus deinem Essen macht.


    Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Gedächtnisproblemen führt der Weg als erstes zur Ärztin, nicht zur Darmkur.

  • Short-Storys, die dein Darm in den Wechseljahren lieben wird

    Short-Storys, die dein Darm in den Wechseljahren lieben wird


    Von O bis O – oder mein Auto ist besser auf den Winter vorbereitet, als ich.

    Von O bis O – Für mein Auto hatte ich immer einen Termin. Und für mein Immunsystem?

    Bei mir läuft gerade die ganze Liste: Die Heizungsfirma checkt die Anlage durch, damit wir im Januar nicht bei klirrender Kälte ohne Wärme und ohne heißes Wasser sitzen. Das Auto geht zur Jahresinspektion, Kühlflüssigkeit auffüllen, Winterräder drauf – damit ich bei Schnee und Eis sicher ankomme. Der Rasen kommt noch ein letztes Mal dran, das Laub wird geharkt, ein Teil davon bleibt als Haufen liegen, Winterquartier für den Igel. 🦔

    Alles vorbereitet für die kalte, dunkle Jahreszeit. Und meine Abwehrkräfte?

    Heute ist der Tag des positiven Denkens, und ich finde: Prävention ist das Positivste, was es gibt. Und so bereite ich mich und meinen Körper vor, statt mich von Laufnasen jagen zu lassen.

    Darum kümmere ich mich schon vor der Erkältungszeit um meinen Darm. Dort sitzen etwa 70 % meiner Immunzellen. 70 Prozent!

    👉 den Darm von innen aufräumen, von Stoffwechselrückständen reinigen, damit die Darmschleimhaut wieder besser arbeiten kann
    👉 darmfreundlich essen, damit die nützlichen Bakterienstämme etwas zu futtern bekommen und sie ihren “Dienst” tun können
    👉 Immunabwehr stärken, damit meine Immunzellen mich vor den Viren im Bus, im Büro und den Infekten, die die Kids mitbringen, besser schützen können.

    Was ich mir davon verspreche? Dass ich nicht alle vier Wochen flachliege und dass ich mitgehen kann, wenn Freunde etwas vorhaben – statt abzusagen, weil ich niemanden anstecken will. Spätsommer, goldener Herbst und Adventszeit sollen mir gehören und nicht dem nächsten Infekt.

    Wenn du dein Immunsystem auch für die nass-kalte Jahreszeit vorbereiten willst: schreib mir eine Nachricht oder hinterlass einen Kommentar unter diesem Beitrag, und ich erzähle dir, wie meine begleitete Darm- und Leberkur im Oktober abläuft.

    deine Andrea 🍂


    Ein Ingwershot am Morgen hält keine Erkältung fern.

    Oder ist Ingwershot bei Erkältung doch gut?

    Der Ingwershot und ich, wir hatten mal was miteinander. 🫚

    Jeden Morgen brav runtergekippt, kurz geschüttelt, und dann innerlich: Immunsystem – abgehakt.

    Bis nachts die Hitze kam. Aufgedeckt, gefroren, wieder zugedeckt. Morgens kratzte der Hals. Mit Kopfschmerzen ins Büro, die Nase lief, am Nachmittag dann früher heim, Wärmflasche, Sofa.

    Schon wieder krank! Dabei lag ich doch erst letzten Monat ein paar Tage flach. Und am Wochenende sind wir eingeladen.

    Und dann der Gedanke: Und das soll ein bisserl Ingwer richten?

    Der größte Teil der Immunzellen sitzt in der Darmschleimhaut. Ob meine Abwehr stabil steht, entscheidet mein Mikrobiom. Der Shot aus dem Kühlregal ist leider häufig nur gesüßter Fruchtsaft mit etwas Schärfe – Scharfstoffe ja, Futter für meine Darmbakterien nein.

    Und die Medizin zum Schnupfen? Die wirkt meistens genau dann, wenn der Infekt ohnehin schon geht. 🙈

    Heute fange ich an der Stelle an, an der es wirklich zählt. Bei meinem Darm. Und genau da setzt meine begleitete Darm- und Leberkur Wieder Ich an: 16 Tage, live in der Gruppe, mit echter Unterstützung statt einem Alibi.

    Wenn du auch keine Lust mehr hast, bei Schmuddelwetter ständig flachzuliegen – schreib mir eine Nachricht oder hinterlass einen Kommentar unter diesem Beitrag. Ich erzähl dir gerne, wie das läuft. 💖

    deine Andrea


    Zwei teure Karten, aber dein Körper hat für heute Abend andere Pläne

    Die Karten waren teuer. Und ausgerechnet heute kratzt dein Hals.

    Samstag: Wäsche, Einkauf, Haushalt. Dazwischen fängt der Kopf an zu dröhnen, du niest viermal hintereinander und weißt schon, was da anrollt.

    Dabei freust du dich seit Wochen auf heute Abend!

    Jetzt zerrt es in beide Richtungen. Absagen – und dich hinterher über dich selbst ärgern, das Geld ist auch futsch. Oder mitgehen und den Abend so malat rumbringen, wie du dich gerade fühlst.

    Und warum macht dein Körper da nicht mit?

    Warum übernimmt er immer wieder deine Freizeitplanung?

    Schau mal, was er gerade stemmen soll: Du isst viel Gemüse, Fette und Kohlenhydrate hast du gestrichen, Zucker auch. Abends gibt’s ein Glasl Wein und was zum Knabbern. Klingt vernünftig, oder?

    Deinem Körper fehlen zwei komplette Nährstoff-Gruppen, das saugt deine Akkus leer. Darm und Leber arbeiten gegen Alkohol, Knabbereien und zu wenig Schlaf an. Und sollen obendrauf noch die Hormonschwankungen der Wechseljahre ausgleichen.

    Dein Mikrobiom wird schwächer, dein Immunsystem schwächelt mit. Jeder Erkältungsvirus hat bei dir leichtes Spiel.

    Wenn du willst, dass dein Körper dir nicht mehr die Freizeitplanung vermasselt: schreib mir eine Nachricht oder hinterlass einen Kommentar unter diesem Beitrag.

    Oder schau dir meine begleitete Darm- und Leberkur Wieder Ich an: 16 Tage, live in der Gruppe, mit echter Unterstützung für dich und deinen Darm & Leber.

    deine Andrea


  • Wechseljahre mit L: 12 Gedanken von Leber bis Lust

    Wechseljahre mit L: 12 Gedanken von Leber bis Lust

    Lustlos, launisch, leer? 12 Gedanken zu den Wechseljahren, alle mit L

    li.le.ne.’s 12 von 12 im September 2026

    Manchmal sitze ich vor einem leeren Dokument und denke: Bitte nicht schon wieder eine Liste mit sieben Tipps.

    Also habe ich angefangen zu zählen. Zwölf Monate muss die Blutung ausbleiben, bevor die Menopause überhaupt ihren Namen bekommt. Zwölf Monate hat ein Jahr, in dem sich bei mir gerade ziemlich viel verändert. Und der zwölfte Buchstabe im Alphabet? Das L.

    Ab da war es um mich geschehen. Lachfalten, Golden Latte, Laktoseintoleranz, Launenhaftigkeit, Lustlosigkeit, leichter Schlaf – es sind erstaunlich viele L-Wörter, die uns Frauen in dieser Lebensphase begegnen. Ausgedacht habe ich mir keines davon.

    12 von 12 also: zwölf Gedanken über Frauen ab 40 und die Wechseljahre, alle mit demselben Anfangsbuchstaben. Mal etwas anderes wagen, neue Wege gehen – das passt ganz gut zu einer Zeit, in der sowieso nichts bleibt, wie es war.

    Kommst du mit?

    In Kürze – Das wichtigste auf einen Blick

    • Die Menopause erkennst du erst im Rückblick. Sie ist die letzte Regelblutung und der Tag steht erst fest, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr kam. In Deutschland ist das im Schnitt mit 51 oder 52 Jahren so weit. Perimenopause und Postmenopause zusammen sind die Wechseljahre, und die dauern ein gutes Lebensjahrzehnt.
    • 8 von 10 Frauen haben Beschwerden, auch im Job. Bei etwa einem Drittel leiden Lebensqualität und Arbeit. 30 % der berufstätigen Frauen sehen ihre Leistung beeinträchtigt und 88 % sprechen bei der Arbeit nie oder selten darüber. Blähbauch, Verstopfung und Durchfall kommen häufiger vor, weil Östrogen und Progesteron die Verdauung mitsteuern.
    • Darm und Leber gehören zusammen. Ballaststoffe stärken die Darmbarriere. Ohne den Schutz des Östrogens steigt das Risiko für eine Fettleber. Im frühen Stadium kann sich eine verfettete Leber wieder erholen.
    • Essen und Bewegung helfen spürbar. Mediterrane Kost fördert ein vielfältiges Mikrobiom. Dazu zwei bis drei Einheiten Krafttraining pro Woche. Hungern und Kalorienzählen gehören nicht dazu. Beim Alkohol gelten für Frauen schon mehr als 10 g am Tag als erhöhter Konsum (das Viertele wäre schon zuviel)
    • Müde, launisch, vergesslich? Die Hormone sind nur ein Teil davon. Die Stimmung belastet vor allem das ständige Auf und Ab der Hormone. Etwa jede zweite Frau schläft schlecht in den Wechseljahren, und schlechter Schlaf macht das Denken langsamer. Hinter der Erschöpfung können auch Eisenmangel, Hashimoto oder ein B12-Mangel stecken.

    Haltung und Lebensphase

    1. Die Wechseljahre als Lebensphase in der Lebensmitte

    Meine letzte Regel werde ich erst ein Jahr später erkennen. Klingt absurd, ist aber so: Menopause heißt die allerletzte Blutung – und sicher weiß ich das erst, wenn zwölf Monate lang nichts mehr gekommen ist. Rückwärts gezählt, sozusagen. In Deutschland passiert das im Schnitt mit 51 oder 52.

    Die Jahre davor und die Zeit kurz danach, das ist die Perimenopause. Was danach kommt, heißt Postmenopause. Und alles zusammen sind die Wechseljahre – ein Wort, das klingt wie ein Wartezimmer und in Wahrheit ein ganzes Lebensjahrzehnt meint.

    Was mich daran am meisten überrascht hat: Mein Darm redet mit. Studien zeigen, dass das Mikrobiom nach der Menopause weniger vielfältig ist und eher dem von Männern ähnelt als dem von Frauen vor der Menopause. Ausgerechnet! Auch die Bakterien, die Östrogen wieder verfügbar machen, waren seltener zu finden.

    Für mich heißt das: Genau hier setze ich an. Mikrobiom füttern, aufbauen, stärken – und zwar in dieser Phase, nicht erst irgendwann, wenn sowieso alles anders ist.

    Und dann ist da noch das Glück. Lange galt die berühmte Glückskurve: Zufriedenheit sackt bis Mitte/Ende 40 ab und steigt danach wieder. Neuere Daten sehen das anders – die größte Last tragen heute die jungen Erwachsenen und sie nimmt mit den Jahren wieder ab.

    Die Lebensmitte ist also besser als ihr Ruf. Passt zu meiner Erfahrung: Ich kenne kaum eine Frau um die 50, die nicht genau wüsste, was sie will. Und vor allem, was sie nicht mehr will. Kennst du das auch?

    2. Lebensqualität

    Acht von zehn Frauen haben in den Wechseljahren Beschwerden, bei etwa einem Drittel sind sie so stark, dass ihre Lebensqualität und Arbeit darunter leiden. Am häufigsten sind: 62 % Hitzewallungen und Schwitzen, 58 % Schlafstörungen, 48 % Reizbarkeit. Schlaf und Stimmung liegen also fast gleichauf mit dem, woran alle zuerst denken.

    Und der Job? Der leidet leise mit. Circa jede 4. Frau reduziert ihre Arbeitszeit, 18 % wechseln den Job, 10 % gehen früher in Rente. Jede Dritte sieht ihre Leistung beeinträchtigt – und 88 % sprechen bei der Arbeit nie oder selten darüber. Der Elefant sitzt mit am Schreibtisch und bekommt trotzdem keinen Namen.

    Was in dieser Betrachtung fast immer fehlt: die Verdauung. Blähbauch, Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen – all das kommt in den Wechseljahren häufiger vor, weil Östrogen und Progesteron mitbestimmen, wie schnell und gut der Darm arbeitet. Ein Reizdarm, der vorher schon da war, wird nach der Menopause oft stärker. Verbindet nur kaum jemand mit den Hormonen.

    Dazu die Wissenslücke: 91 % der Frauen erwarten Informationen zu den Wechseljahren von ihrer Frauenärztin, aber nur jede Fünfte bekommt sie. Kein Wunder, dass sich so viele die Antworten nachts selbst zusammensuchen.

    Und noch etwas zeigt sich immer wieder: Wie gut es mir geht, hängt an mehr als an meinen Hormonwerten. Belastende Ereignisse, schlechter Schlaf und Hitzewallungen wirken auf die Stimmung oft stärker als der Hormonspiegel selbst.

    3. Lebensstiländerung

    Mediterran essen klingt nach Urlaub und ist in dieser Phase ein Geschenk an den Hormonhaushalt. Viel Gemüse, Olivenöl, Hülsenfrüchte – wer so isst, hat ein vielfältiges Darmmikrobiom und erhält eine bessere Östrogenregulation. Was auf dem Teller liegt, zählt also mit.

    Wie stark, hat mich bei der WAVS-Studie umgehauen (erschienen 2021 in „Menopause“). Frauen nach der Menopause haben zwölf Wochen lang fettarm-vegan gegessen, dazu täglich eine halbe Tasse gekochte Sojabohnen. Die Hitzewallungen gingen um 79 % zurück, die mittelschweren bis schweren sogar um 84 %. Zwölf Wochen!

    Gleichzeitig verschiebt sich etwas in der Mitte. Sinkt das Östrogen, legt das Bauchfett zu und die Insulinempfindlichkeit lässt nach. Frauen mit früher Menopause, also vor 45, haben ein rund 30 % höheres Risiko für Typ-2-Diabetes. Was hilft: viel Gemüse, Ballaststoffe, pflanzliche Fette, weniger Zucker und weniger Fertiges, dazu zwei bis drei Einheiten Krafttraining pro Woche und etwas Ausdauer.

    Hungern gehört ausdrücklich nicht dazu, Kalorienzählen auch nicht. Drei bis fünf Mahlzeiten am Tag – das bringt’s.

    Und dann ist da noch die Leber, die stillste Mitarbeiterin in unserem Körper. Sie baut den Hormonüberschuss ab, und genau jetzt bekommt sie häufig noch zusätzlich Alkohol auf den Tisch. Bei Frauen gelten schon mehr als 10 g am Tag als erhöhter Konsum – ein 0,2-Liter-Glas Wein hat rund 16 bis 19 g. Abgebaut wird etwa 1 g pro Stunde je 10 Kilo Körpergewicht. Rechne das mal mit deinem Freitagabend durch.

    „Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“, heißt es. Deshalb schaue ich in dieser Lebensphase zuerst dorthin.

    4. Leichtigkeit, Loslassen und wieder Lust aufs Leben spüren

    Über die Wechseljahre wird geschwiegen, vor allem da, wo wir die meiste Zeit verbringen. Jede zweite Frau erlebt das Thema im Job als Tabu und fühlt sich unwohl dabei, es beim Arbeitgeber anzusprechen. Und dann sitzen wir alle nebeneinander im Büro, schwitzen, schlafen schlecht und sagen: alles gut.

    Dabei hilft schon das Gegenteil davon. Eine kleine indonesische Studie hat gezeigt, dass Unterstützung in einer Gruppe von Gleichgesinnten depressive Symptome bei Frauen in den Wechseljahren senken kann. Reden entlastet, zuhören auch.

    Und das Bauchgefühl? Das ist Biologie. Rund 90 % des Serotonins im Körper entstehen im Darm. Es wandert zwar nicht direkt ins Gehirn, aber Darmbakterien, der Vagusnerv, kurzkettige Fettsäuren und Entzündungsbotenstoffe reden mit, wenn es darum geht, wie ich mich fühle. Leichtigkeit ist eben auch ein Körpergefühl.

    Was mir dabei hilft, sind kleine selbst gewählte Rituale. Gewohnheiten, die ich mir selbst aussuche und Routinen zu festen Tageszeiten – festigen sich leichter. Und ein einzelner ausgelassener Tag? Hat keinen spürbaren Einfluss darauf, ob die Gewohnheit bleibt. Am nächsten Tag weitermachen, fertig. Perfektionismus darf an dieser Stelle gehen.

    Und dann das Thema, über das noch weniger gesprochen wird: die Lust. Weniger davon gehört zu den häufigen Veränderungen in der Perimenopause und daran hängt einiges gleichzeitig – sinkende Östrogen- und Testosteronspiegel, Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex, zu wenig Schlaf, Erschöpfung, Probleme in der Partnerschaft.

    Meine Erfahrung: Viel geht über Energie und Körpergefühl. Der Körper reagiert, wenn er bekommt, was er braucht. Und fühlt Frau sich erst mal wieder wohl in ihrer Haut, fängt sie ganz von allein wieder an zu flirten.

    Ernährung & Wohlbefinden

    5. Lignane, Linsen, Löwenzahn, Leinsamen & Leinöl

    Leinsamen sind die reichste Lignanquelle, die es gibt – nur kommt ihr Hauptlignan SDG bei mir so gar nicht an. Erst meine Darmbakterien machen daraus Enterolacton und Enterodiol, und erst die wirken schwach östrogenähnlich. Fehlen die passenden Bakterien, bleibt wenig übrig. Pflanzenstoffe für die Hormone brauchen also einen gut versorgten Darm. Leinöl liefert übrigens die Omega-3-Fettsäure ALA, aber kaum Lignane, denn die sitzen in der Schale. Und Leinöl bitte nicht erhitzen!

    Linsen füttern genau diese Bakterien. Sie bringen Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß, B1, B6 und Folat, Eisen, Magnesium und Zink mit, lassen den Blutzucker langsam steigen und machen lange satt. Aus den Ballaststoffen bauen die Darmbakterien kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die die Darmbarriere stützen. Für empfindliche Bäuche: Linsen sind oft verträglicher wenn sie mindestens sechs Stunden vorquellen und keimen können.

    Und dann der Löwenzahn, den die meisten für Unkraut halten – ich ess‘ ihn voll gern. Seine Bitterstoffe bringen den Gallefluss in Schwung und machen Appetit, in der Wurzel steckt Inulin als Futter für die Darmbakterien. Bei Völlegefühl, Blähungen und träger Verdauung wird er seit jeher genutzt.

    6. Lebensmittelunverträglichkeit

    Die Laktase, das Enzym für den Milchzucker, macht mit den Jahren leiser weiter: Bei den meisten Menschen sinkt ihre Aktivität nach dem Stillalter auf 5 bis 10 %. Rund 15 % der Menschen in Deutschland sind laktoseintolerant – und die Beschwerden können sich auch erst im Erwachsenenalter melden. Ausgerechnet jetzt, wo ohnehin gerade alles in Bewegung ist.

    Histamin spielt ebenfalls mit. Zu viel davon kann Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Herzklopfen, gerötete Haut verstärken.

    Dazu kommt der Darm, der langsamer und empfindlicher wird, weil Östrogen und Progesteron sein Tempo mitbestimmen. Blähungen und Verstopfung treten häufiger auf, ein Reizdarm verschlechtert sich häufig nach der Menopause. Und manches, was sich anfühlt wie eine nagelneue Unverträglichkeit, ist schlicht ein veränderter Darm.

    Genau hier setzt die Darm- und Leberkur „Wieder Ich“ an. 16 Tage lang beobachten, wie der eigene Körper auf das reagiert, was auf dem Teller liegt. Mehr braucht es zum Anfangen nicht.

    7. Leaky Gut (durchlässiger Darm)

    „Leaky Gut“ steht in keinem Diagnosebuch, und die Zonulin-Tests, die im Netz herumgereicht werden, sind umstritten. Das Phänomen dahinter gibt es trotzdem: eine gestörte Darmbarriere, ein durchlässiger Darm. Bakterienbestandteile gelangen dann aus dem Darm ins Blut und der Körper antwortet mit „stillen“ Entzündungen. Keine Krankheit mit Namen also, aber etwas, das du spürst und das sich messen lässt.

    Die gute Nachricht: Die Barriere lässt sich aufbauen. Ballaststoffe stärken sie, allen voran resistente Stärke aus abgekühlten Kartoffeln, Reis oder Nudeln, dazu Inulin und Hülsenfrüchte. Davon leben Bakterien wie Faecalibacterium prausnitzii, die daraus Butyrat bilden – das Futter für die Darmschleimhaut. Omega-3-Fettsäuren helfen ebenfalls mit.

    Was ihr schadet, steht ganz klein und kryptisch auf der Packung: Emulgatoren in Fertigprodukten, die E-Nummern 430 bis 499, können die Darmschleimhaut angreifen. Mein Lieblingstrick dagegen ist ohnehin bequemer – Kartoffeln oder Reis vorkochen, abkühlen lassen, am nächsten Tag verwenden. Meal-Prep als Geschenk an meinen Darm!

    Und dann ist da noch eine Verbindung. Das Blut aus dem Darm fließt über die Pfortader direkt zur Leber, sie ist die erste Station. Kommt mehr Ungünstiges durch die Darmwand, muss sie mehr abfangen. Deshalb denke ich Darm und Leber immer zusammen, nie getrennt.

    8. Leber (baut Hormone ab)

    Meine Leber arbeitet, während ich schlafe. Etwa einen Liter Galle bildet sie am Tag, damit ich Fett verdauen kann. Sie legt Zucker als Glykogen beiseite, lagert Fette und Vitamine ein, baut Eiweiße wie die Gerinnungsfaktoren und filtert nebenbei Hormone, Bakterien und Medikamente aus dem Blut. Stoffwechselzentrale trifft es ganz gut.

    Und dann die Sache mit der Fettleber. Östrogen kann die Fetteinlagerung in Leberzellen bremsen, über ein Protein namens TEAD1 – gezeigt an Mäusen und auch an menschlichen Zellen. Fällt das Östrogen weg, gleicht sich das Risiko an Fettleber zu erkranken nach der Menopause dem von Männern an. In Deutschland hat etwa jeder dritte Erwachsene eine Fettleber, bei Übergewicht sind es schon 3 von 4, sagt die Deutsche Leberstiftung.

    Das Beste daran: Eine verfettete Leber kann sich im frühen Stadium wieder normalisieren – mit Gewichtsreduktion, besserem Essen, Verzicht auf Alkohol und viel Bewegung. Die Leber meldet sich nur lange nicht. Warum also warten, bis es soweit ist?

    Beschwerden, Gefühle & Psyche

    9. Launenhaftigkeit & Labilität

    Was in der Perimenopause an die Substanz geht, ist weniger der niedrige Östradiolspiegel als das ständige Auf und Ab. Forschende sehen genau diese Schwankungen als wichtigen Risikofaktor für depressive Verstimmungen. Östrogen redet bei Botenstoffen wie Serotonin mit, und Progesteron wirkt beruhigend. Sinkt das Progesteron, fehlt diese Bremse. Kein Wunder, dass sich manche Woche anfühlt wie eine Fahrt im Dunkeln.

    Dazu kommt alles andere. Belastende Lebensereignisse, schlechter Schlaf, Hitzewallungen und frühere Erfahrungen wirken auf depressive Symptome oft stärker als die Hormonwerte selbst. Und wer schon einmal eine Depression hatte, ist in dieser Phase besonders anfällig. Ehrlich gesagt wundert mich das wenig: Viele von uns sind in der Lebensmitte gleichzeitig für Kinder, Eltern, Partner und Job da.

    Fast jede zweite Frau kennt laut DAK-Umfrage erhöhte Reizbarkeit. Sie gehört dazu und ist noch lange kein Drama. Wenn du dich allerdings länger als zwei Wochen fast täglich niedergeschlagen, antriebslos oder freudlos fühlst, lass das bitte ärztlich abklären. In dieser Phase steigt das Risiko für eine Depression und du musst da nicht allein durch.

    10. Lustlosigkeit & Lethargie

    Etwa jede zweite Frau schläft in der Peri- und Postmenopause schlecht, vor der Menopause war es nur jede dritte. Wer nachts mehrmals wach liegt, startet mit leerem Tank in den Tag – und wundert sich dann, warum die Lust auf alles fehlt.

    Dazu kommt etwas, das kaum jemand auf dem Schirm hat: Etwa jede vierte Frau über 41 hat starke Regelblutungen, und gleichzeitig nimmt der Darm Eisen schlechter auf, wenn das Östrogen sinkt. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Haarausfall – klingt nach Wechseljahren, kann aber auch der leere Eisenspeicher sein. Brennnesselsamen, Linsen und Hülsenfrüchte liefern Eisen. Den Ferritinwert lass trotzdem ärztlich prüfen.

    Die Schilddrüse, die gern übersehen wird. Hashimoto zeigt sich häufig im Alter zwischen 30 und 50, Frauen trifft es etwa zehnmal öfter als Männer. Dauermüdigkeit, Gewichtszunahme, Frieren, Haarausfall, gedrückte Stimmung: Die Liste überschneidet sich fast komplett mit den Symptomen der Wechseljahre. Ein TSH-Wert im Blut schafft Gewissheit – und ist schnell gemacht!

    Nährstoffe müssen außerdem erst mal in den Organen ankommen und darüber entscheidet der Darm mit. Vitamin B12 ist so ein Fall. Ein Mangel wird wahrscheinlicher, wenn die Magensäure mit den Jahren weniger wird, bei Säureblockern, bei Metformin, bei Darmerkrankungen und bei Hashimoto.

    11. Leistungsknick & Leistungsabfall

    Rund zwei Drittel der Frauen berichten in den Wechseljahren von Gedächtnisproblemen. Wie so ein Nebel, der sich da über die Gedanken legt – und die schönste Nachricht gleich hinterher: Er lichtet sich wieder.

    Was ihn dichter macht, ist selten nur das Hormonungleichgewicht. Studien zeigen, dass Schlafprobleme in der frühen Postmenopause mit langsamerem Denken zusammenhängen und Depression und Angst können die Denkleistung zusätzlich verschlechtern. Der Kopf arbeitet eben nur so gut, wie die Nacht davor war.

    Langfristig zählt außerdem: Blutdruck, Blutzucker und Gewicht. Frauen mit hohem Blutdruck, erhöhtem Blutzucker oder starkem Übergewicht können nach der Menopause schneller an Denkleistung verlieren. Klingt unspektakulär, ist aber eine der wenigen Stellschrauben, die tatsächlich in meiner Hand liegen.

    Und im Job? 30 % der berufstätigen Frauen sehen ihre Leistung durch die Wechseljahre beeinträchtigt. Die DAK rechnet das hoch auf fast 40 Millionen (Fehl-)Arbeitstage und 9,4 Milliarden Euro pro Jahr. Wer sich also fragt, ob sie sich das alles nur einbildet: Nein, tut sie nicht.

    Für mich hängt daran noch ein zweiter Gedanke. Wenn die Kraft in dieser Lebensphase ohnehin neu verteilt wird, will ich selbst bestimmen, wohin sie fließt. Genau deshalb habe ich mir ein zweites Standbein aufgebaut – in meinem Tempo, neben dem, was sowieso zu tun ist. TEAM li.le.ne. ist der Ort, an dem ich Frauen dabei begleite.

    12. Leichter Schlaf, Ein- und Durchschlafprobleme

    Vor der Menopause schläft etwa jede dritte Frau schlecht, in der Peri- und Postmenopause sind es 40 bis 56 %. Bei jeder vierten reicht es für die Diagnose Insomnie. Wer mittlere bis starke Hitzewallungen hat, wacht nachts fast dreimal so oft auf – und auch Schlafapnoe wird häufiger: 20 % in der Lebensmitte gegenüber 4 % bei jüngeren Frauen. Wir liegen also mit ziemlich vielen gleichzeitig nachts wach, jede in ihrem eigenen dunklen Zimmer.

    Die Hormone reden dabei kräftig mit und der Schlaf-Wach-Rhythmus gerät durcheinander. Die Tiefschlafphasen werden kürzer – genau die, aus denen ich morgens die Energie ziehe, die ich für mein Tagespensum brauche.

    Was mir dabei hilft, ist ein Abend, der wie ein Abend aussieht. Bei mir gehört meine Golden Milk dazu, warm, würzig, immer zur gleichen Zeit. Der Körper liebt Wiederholung und findet entspannt in den Schlaf.

    Und dann ist da noch der Darm, der auch nachts nicht schweigt. Bei Schlafrhythmusstörungen finden sich häufig veränderte Darmbakterien. Ob der Darm den Schlaf beeinflusst oder schlechter Schlaf den Darm verändert, ist noch nicht ganz geklärt – vermutlich beides. Wer aber seinen Darm unterstützt, tut also womöglich auch für seine Nächte etwas Gutes.

    Zwei Klassiker stören meinen Schlaf zuverlässig: spätes, schweres Essen und Alkohol. Beide gehören zu den bekannten Auslösern von Schlafstörungen in den Wechseljahren. Statt zu ruhen, arbeitet die Leber dann am Alkoholabbau. Das Glas Wein zum Runterkommen kostet mich also genau die Erholung, für die ich es getrunken habe.

  • Blähbauch nach dem Essen: Was hilft, wenn der Hosenknopf nicht mehr zugeht

    Blähbauch nach dem Essen: Was hilft, wenn der Hosenknopf nicht mehr zugeht

    In Kürze – Das wichtigste auf einen Blick

    • Ein Blähbauch nach dem Essen entsteht, wenn im Dickdarm mehr Gas anfällt, als der Körper nebenbei abtransportiert. Das ist ein normaler Vorgang, der bei manchen Frauen deutlich stärker ausfällt als bei anderen.
    • Wie stark er ausfällt, hängt unter anderem davon ab, was auf deinem Teller liegt, wie schnell du isst, wie spät die letzte Mahlzeit kommt und wie es um die Bakterien in deinem Darm steht.
    • Viele Frauen berichten, dass sich ihre Verdauung ab Mitte 40 verändert, ohne dass sie ihre Ernährung umgestellt hätten.
    • Ein Bauch, der dauerhaft drückt, schmerzt oder sich verändert, gehört einmal ärztlich angeschaut. Das steht vor jedem Hausmittel.
    • Was bei den meisten Frauen nicht am Wissen scheitert, sondern am Alltag: Sie wissen längst, was gut für sie wäre. Sie kommen nur allein nicht dazu.

    Es gibt diesen Moment nach dem Essen, den ich jahrelang nicht benannt habe. Ich habe den Hosenknopf aufgemacht. Nicht demonstrativ, eher heimlich, unter dem Tisch, unter dem Shirt. Und dann bin ich aufgestanden und habe die Wärmflasche geholt.

    Wenn du jetzt nickst, dann brauchst du den Rest dieses Absatzes nicht. Du kennst den Druck oberhalb des Bauchnabels, das Ziehen, den Bauch, der nach dem Essen aussieht wie im fünften Monat und morgens früh wieder flach ist. Du kennst die Hose, die nach dem Essen nicht mehr passt, obwohl sie morgens noch gepasst hat.

    Und du kennst wahrscheinlich auch den Satz, den du dir dazu selbst sagst: Ich muss mich halt besser zusammenreißen und weniger essen.

    Was nach dem Essen in deinem Bauch passiert

    Im Dickdarm sitzen Bakterien, die verwerten (vergären), was oben im Dünndarm nicht aufgenommen wurde. Dabei entsteht Gas. Das ist keine Störung, sondern der Normalfall und jeder Mensch produziert am Tag ein paar Liter davon, ohne es zu merken.

    Spürbar wird es dann, wenn mehr entsteht, als wieder abtransportiert wird. Das passiert zum Beispiel, wenn viel Luft mitgeschluckt wird, weil du z.B. im Stehen isst oder schnell zwischen zwei Terminen. Wenn du noch mal eine große Portion spät am Abend isst, wo der Körper eh schon langsamer und im „Feierabend-Modus“ arbeitet. Wenn du Ballaststoffe nach Jahren mit wenig davon plötzlich in großer Menge isst. Oder wenn sich die Zusammensetzung der Darmbakterien verschoben hat, weil über längere Zeit wenig von dem auf dem Teller lag, wovon sie leben.

    Denn Ballaststoffe sind genau das: das Futter für die „guten“ Bakterien, die deine Darmschleimhaut mitversorgen. Kommt wenig davon an, verändert sich, wer da unten wohnt.

    Warum es ab Mitte 40 oft anders wird als vorher

    Das ist der Teil, über den mir Frauen am häufigsten schreiben. Sie haben nichts umgestellt, sie essen wie immer und ihr Bauch reagiert plötzlich anders. Manche vertragen Zwiebeln oder Pilze nicht mehr, andere kein Vollkornbrot am Abend, wieder andere gar nichts Bestimmtes, sondern alles ein bisschen.

    In der Perimenopause verändert sich das Zusammenspiel der Hormone und die Forschung der letzten Jahre beschäftigt sich damit, wie sich in dieser Zeit auch die Bakterienvielfalt im Darm verändert. Sicher weiß man dazu längst nicht alles. Was man aber sagen kann: Du bildest dir das nicht ein und du bist mit deinen Empfindungen auch nicht allein.

    Trotzdem gehört an diese Stelle ein Satz, den ich nicht weglassen möchte. Wenn dein Bauch dauerhaft drückt, wenn Schmerzen dazukommen, wenn sich dein Stuhlgang verändert oder du ohne Grund abnimmst: Geh damit zur Ärztin. Nicht, weil ich dir Angst machen will, sondern weil ein Blogartikel keine Untersuchung ersetzt und weil du wissen solltest, woran du bist, bevor du deine Ernährung umstellst.

    Was du wahrscheinlich auch schon probiert hast

    Und jetzt kommt der Teil, bei dem ich selbst auch schon durch bin:

    Du hast einen festen Essensrhythmus versucht. Ordentlich frühstücken, mittags eine echte Mahlzeit, abends etwas Kleines vor sechs. Nach vier Tagen kamen wieder Tage, in der nichts mehr nach Plan lief.

    Du hast auf Bio umgestellt, viel Gemüse, gute Sachen. Dann war die Zeit zum Schnibbeln knapp und das Geld auch, und irgendwann lag wieder das Günstige im Wagen.

    Du hast Zucker und Weißmehl weggelassen. Bis das Teilchen vom Bäcker kam als „schnelles Frühstück“ und weil du dein vesper morgens in der Eile zuhause liegen gelassen hattest, das Glas Wein in geselliger Runde, das Honigbrot spät am Abend.

    Ich habe genau diese Dinge probiert. Alle drei sind an meinem Alltag zerbrochen, und lange dachte ich, das läge an mir.

    Heute sehe ich vier Gründe, und Disziplin ist keiner davon. Ich war allein damit. Ich hatte keinen Plan, musste also jeden Tag neu entscheiden, was ich koche. Ich hatte kein Ende in Sicht und ohne Ziellinie bleibt jede Umstellung ein Vorsatz statt ein Vorhaben. Und der Aufwand war jeden einzelnen Tag derselbe, weil mir das Vorbereiten und Vorkochen fehlte, das meine Woche trägt.

    Vier Dinge, die du diese Woche ausprobieren kannst

    Nichts davon kostet Geld und nichts davon ist neu. Es sind die Stellschrauben, an denen sich am schnellsten etwas bewegt.

    Iss langsamer, im Sitzen. Das klingt nach dem billigsten Tipp der Welt und es ist trotzdem der effektivste, wenn du bisher häufig zwischen Tür und Angel gegessen hast. Wer hastig isst, schluckt Luft mit und die muss wieder raus.

    Zieh die letzte Mahlzeit vor. Nicht auf sechs Uhr, wenn das für deinen Tag unmöglich ist. Eine Stunde früher als bisher reicht als Versuch.

    Erhöh Ballaststoffe in kleinen Schritten. Wenn du von wenig Gemüse auf viel Gemüse springst, wird dein Bauch das erst mal kommentieren. Das ist kein Zeichen, dass du es nicht verträgst, sondern eine Umstellungsphase. Gib deinem Bauch zwei bis drei Wochen und erhöhe die Ballaststoffmenge in Etappen.

    Geh nach dem Essen zehn Minuten. Bewegung bringt den Darm in Schwung, Sitzen bewirkt das Gegenteil. Zehn Minuten um den Block sind kein Sportprogramm, sie sind Verdauungshilfe.

    Und jetzt die ehrliche Fußnote: Bei mir hat keins dieser vier Dinge allein gereicht. Sie haben etwas verändert, aber sie haben es nicht verstetigt, weil ich sie nach zwei Wochen wieder schleifen ließ.

    Was ich dann gemacht habe

    Irgendwann habe ich aufgehört, es allein zu versuchen.

    Ich habe bei einer begleiteten Darm- und Leberkur mitgemacht, 16 Tage, mit einem Plan, den ich nicht selbst schreiben musste und mit einer Gruppe Frauen, die sich abends über dieselben Dinge unterhalten haben wie ich. Was sich bei mir verändert hat, erzähle ich als das, was es ist: meine Erfahrung. Ich bin innerlich ruhiger und fokussierter geworden und packe meine Baustellen eher an, statt sie wegzuschieben. Mein Bauch ist heute nach dem Essen entspannter als vorher.

    Das ist kein Versprechen an dich, weil ich dir keins geben kann. Jeder Körper antwortet anders und 16 Tage sind ein Anfang, kein Ergebnis.

    Was ich dir sagen kann: Der Unterschied lag für mich nicht im Wissen. Ich wusste vorher schon alles, was in diesem Artikel steht. Der Unterschied lag darin, dass ich es zum ersten Mal nicht allein durchgezogen habe.

    (Falls du wissen willst, wie diese 16 Tage ablaufen: Sie heißen Wieder Ich, der nächste Durchgang startet am 3. Oktober. Mehr dazu findest du auf meiner Seite.)

    Und wie ist das bei dir?

    Ich sammle gerade die Momente, in denen es bei Frauen am schlimmsten ist, weil ich merke, dass sie sich stark unterscheiden. Bei der einen ist es nach dem Mittagessen im Büro, bei der nächsten abends auf der Couch, bei der dritten nachts.

    Also: Wann fühlt sich dein Bauch am schlimmsten an und was hast du an dem Tag gegessen?

    Schreib es mir in die Kommentare oder per Mail. Ich lese jede Zuschrift, und ich antworte auf jede.

    Alles Liebe, deine Andrea

  • Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren? Mach bitte nicht den falschen ersten Schritt. Für dich: die Reihenfolge, die kaum jemand kennt

    Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren? Mach bitte nicht den falschen ersten Schritt. Für dich: die Reihenfolge, die kaum jemand kennt

    Dich plagen üble Blähungen in den Wechseljahren? Und was der Geruch dir über deine Verdauung verrät. Warum viele den falschen ersten Schritt wählen, was wirklich hilft und die Reihenfolge, die kaum jemand kennt – all das liest du in diesem Artikel.

    Das wichtigste auf einen Blick

    Blähbauch ab 40 hat selten eine einzelne Ursache. Meist arbeitet die Verdauung langsamer und schwächer als mit 30.

    Was tun, wenn der Pups stinkt? Der Geruch verrät, woran es liegt: faulig-schwefelig heißt unverdautes Eiweiß, süßlich-gärig heißt unverdaute Kohlenhydrate.

    Schon in der Perimenopause sinken Östrogen und Progesteron. Sie verlangsamen den Darm und machen die Schleimhaut empfindlicher. Deshalb kommen neue Nahrungsmittelunverträglichkeiten dazu.

    Der häufigste Fehler, den viele machen: sofort mehr Ballaststoffe essen. Bei einem gärenden Bauch wird es davon erst schlimmer.

    Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren: Erst ärztlich abklären lassen, dann den Essrhythmus ändern, die Verdauungskraft stärken, den Darm entlasten und erst danach die Ballaststoffe aufbauen.

    Es gibt einen Satz, den ich in Mails von Leserinnen häufiger lese als jeden anderen: „Ich esse doch gesund. Warum passiert mir das?“

    Geschrieben hat ihn mir kürzlich eine Frau Mitte 40, zwei fast erwachsene Kinder, berufstätig. Ihr Bauch sieht schon mittags aus wie im fünften Monat. Ihre Blähungen riechen so, dass sie sich kaum mehr unter Leute traut. Immer mehr Lebensmittel bekommen ihr nicht, obwohl sie sie ihr Leben lang gegessen hat. Dazu Kopf- und Nackenschmerzen, schmerzende Finger, eine Schulter, die blockiert. Stimmungstiefs. Ein Kopf, wie in Watte. Termine, die sie sich ohne ihr „digital brain“ nicht mehr merken kann. Und diese bleierne Müdigkeit, die schon mittags da ist.

    Ich habe ihre Mail dreimal gelesen. Nicht, weil ich nicht wusste, was ich antworten soll, sondern weil ich diese Liste kenne – aus meinem eigenen Leben und aus dutzenden Gesprächen. Sie steht beispielhaft für Viele und deshalb möchte ich sie anonymisiert mit dir teilen.

    Der Kreislauf, der sich hochschaukelt

    Ganz am Ende ihrer Mail stand der Satz, um den sich für mich alles dreht:

    „Ich esse doch gesund. Warum passiert mir das?“

    Die gefühlten zehn getrennten Baustellen der Leserin sind Eine. Ein Kreislauf, in dem sich ein paar Dinge gegenseitig hochschaukeln. Und wenn du gerade nickst, dann bist du damit auch nicht allein: Jede dritte Frau hat in den Wechseljahren zeitweise mit hartnäckigen Blähungen zu tun. Und die Frage, die sich alle stellen: Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren?

    Warum ich diese Mail so gut verstehen kann

    Ich hatte meinen ersten Blähbauch mit sechzehn. In der Pubertät ging es los, und dann kam es immer wieder, in Phasen, über Jahrzehnte, bis heute. Mal ein halbes Jahr Ruhe, dann mal wieder Bauch, Blähungen und eine Liste von Sachen, die ich gerade nicht vertrug. Es kam und ging, scheinbar ohne dass ich etwas anders gemacht hätte.

    Man hat mir gesagt, das sei der Stress. Und ich habe das geglaubt, weil ich es glauben wollte. Stress ist eine tolle, einfache Erklärung, mit der man weitermachen kann, ohne etwas zu ändern. (sorry für die Ironie)

    Seit Mitte vierzig ging das dann nicht mehr. Da wurde es so schlimm, dass ich mich kaum noch unter Leute getraut habe. Wer schon mal in einem Großraumbüro gearbeitet hat oder in einem Meetingraum saß und mitgerechnet hat, wie lange es noch dauert, weiß, wovon ich rede. Dazu die Schmerzen. Irgendwann hatte ich auf Geselligkeit keine Lust mehr, und dann auf vieles andere auch nicht. Es war nicht der Bauch allein, der mir das Leben kleiner gemacht hat. Es war das, was daraus folgte: Rückzug, Einsamkeit, Ängste, ein schrumpfendes Selbstwertgefühl, negative Gedanken, immer tiefer werdende Stimmungstiefs. Die Liste ist lang.

    Was mir damals niemand erklärt hat, ist das, was ich für mich zum Thema „Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren“ erarbeitet habe und möchte ich jetzt mit dir diesem Artikel teilen.

    Warum dein Blähbauch ab 40 dir plötzlich viel mehr übelnimmt

    Die Verdauung passiert weiter oben, als du denkst

    Wenn wir „Verdauung“ sagen, denken die meisten an den Darm. Aber die eigentliche Arbeit passiert viel weiter oben.

    Sie beginnt im Mund. Die Zähne zerkleinern, der Speichel fängt an, Stärke in der Nahrung zu spalten. Im Magen kommt Säure dazu und die schließt vor allem das Eiweiß auf. Im Dünndarm übernehmen dann Galle und Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse den Rest: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate werden so klein zerlegt, dass der Körper sie aufnehmen kann.

    Erst danach kommt der Dickdarm und dort sitzen die Bakterien. Sie sind keine Störenfriede, sie gehören dorthin und machen einen wichtigen Job. Aber sie fressen, was ankommt.

    Und damit hast du das Bild, das den ganzen Rest erklärt: Was oben nicht zerlegt wird, kommt unten unzerlegt an. Die Bakterien machen sich darüber her und dabei entsteht Gas. Dein Blähbauch ab 40 ist also selten ein Problem des Dickdarms. Er ist die Rechnung für etwas, das vorher nicht mehr gut funktioniert hat.

    Was sich bei Frauen ab 40 verändert

    Jetzt kommt der Teil, den mir mit fünfundvierzig niemand gesagt hat.

    Die Verdauungssäfte lassen nach. Magensäure, Galle und Enzyme werden mit den Jahren weniger, und auch der Stoffwechsel läuft langsamer. Nahrung, die mit 30 mühelos verdaut wurde, dauert jetzt länger oder bleibt liegen.

    Dazu kommen die Hormone. Progesteron entspannt die Muskulatur, auch die im Darm, und es fällt in den Wechseljahren früher und stärker ab als Östrogen. Das verändert das Tempo, mit dem die Verdauung läuft. Östrogen wiederum hält die Schleimhäute geschmeidig und gut durchblutet, im ganzen Körper und eben auch im Verdauungstrakt. Wenn es sinkt, werden diese Schleimhäute empfindlicher. Gleichzeitig verschiebt sich die Zusammensetzung der Darmflora.

    Deshalb ist die Frage „Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren“ auch nie mit einem einzigen Tipp zu beantworten. Es hat sich nicht eine Sache verändert, sondern das ganze System hat einen Gang zurückgeschaltet.

    Warum ausgerechnet Zwiebel, Knoblauch und Hülsenfrüchte?

    Fällt dir auf, dass es immer dieselben Verdächtigen sind? Zwiebel, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Apfel, Weizenmehl, Kohl. Das ist kein Zufall.

    Diese Lebensmittel bringen Zuckerarten mit, die dein Dünndarm auch bei bester Gesundheit nur schlecht aufnimmt. Solange die „obere“ Verdauung gut funktioniert, fällt das nicht weiter auf. Sobald es aber irgendwo hakt, sind sie die Ersten, die Probleme machen, weil bei ihnen ohnehin am meisten unten ankommt.

    Deine neuen Nahrungsunverträglichkeiten sind also oft weniger eine Allergie als eine Überforderung des Verdauungssystems bei Frauen ab 40. Dein Bauch verträgt die Zwiebel nicht schlechter als früher, er hat nur weniger Puffer.

    Was tun, wenn der Pups stinkt und was der Geruch dir verrät

    Und jetzt zu dem Thema, über das keine von uns gern spricht.

    Blähungen riechen unterschiedlich, und der Unterschied ist kein Zufall, sondern ein Hinweis. Wenn Kohlenhydrate vergoren werden, entstehen Gase, die eher säuerlich riechen oder fast gar nicht. Wenn dagegen Eiweiß unverdaut im Dickdarm ankommt, bauen die Bakterien schwefelhaltige Aminosäuren ab. Dabei entstehen auch Schwefelwasserstoffe und die riechen nach faulen Eiern.

    Wenn es bei dir also übel riecht, ist das keine Charakterfrage und kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas grundsätzlich nicht stimmt. Es ist ein Fingerzeig und der zeigt nach oben: auf zu wenig Magensäure, auf zu wenig Galle, auf Portionen, die zu groß sind oder auf Essen, das zu schnell heruntergeschlungen wurde.

    Ich weiß, wie schwer dieses Thema ist. Ich habe jahrelang so getan, als gäbe es das bei mir nicht. Dabei war es die ganze Zeit die nützlichste Information, die mein Körper mir geschickt hat.

    Und warum wird es vor der Periode schlimmer?

    Wenn dein Bauch an manchen Tagen mit demselben Essen klarkommt und an anderen nicht, dann schau mal auf den Kalender.

    Am Ende deines Zyklus fällt Progesteron. Derselbe Teller wirkt an Tag 24 dadurch völlig anders als an Tag 8. Wenn du das ein paar Wochen mitschreibst, siehst du dieses Muster oft schon nach dem zweiten Zyklus.

    Wie Bauch, Müdigkeit und der Nebel im Kopf zusammenhängen

    Zurück zur Mail meiner Leserin. Sie hat ja nicht nur über ihren Blähbauch ab 40 auch geschrieben, sondern auch über Müdigkeit, Vergesslichkeit und die schmerzenden Gelenke. Was hat das miteinander zu tun?

    Ein gereizter Darm nimmt Nährstoffe schlechter auf. Wenn dann noch starke Monatsblutungen hinzukommen, wie sie in der Perimenopause häufig sind, geht viel Eisen verloren. Und wenn Ferritin, B-Vitamine wie Vitamin B12 oder Vitamin D unten (also viel zu niedrig) sind, bekommst du genau das: eine Müdigkeit, die dich im Stehen schlafen lässt, ein Gedächtnis wie ein Sieb und einen Nacken wie Beton.

    Parallel dazu die Hormone mit Stimmungstiefs, ein Kopf wie in Watte, tiefe Müdigkeit und Gelenkschmerzen, die viele Frauen in dieser Zeit zum ersten Mal erleben. Jedes dieser Räder treibt die anderen mit an. Deshalb fühlt es sich nicht an, als hättest du ein Problem. Es fühlt sich an, als würde alles gleichzeitig schlechter.

    Erst prüfen lassen, dann loslegen und verändern

    An dieser Stelle muss ich etwas sagen, was du von mir vielleicht nicht erwartest.

    Bevor du irgendetwas an deiner Ernährung umbaust, lass das einmal ärztlich abklären. Das muss nichts Schlimmes sein, und sehr oft steckt keine Krankheit dahinter, sondern eine Verdauung, die anders arbeitet als mit 30. Aber sicher weißt du das erst, wenn jemand nachgesehen hat.

    Mach dir einen Termin beim Hausarzt und lass deine Werte prüfen: Nährstoffe, Schilddrüse, Entzündungswerte, Leber. Sag dazu, was dir sonst noch auffällt, gerade wenn es um spezifische Schmerzen geht.

    Vielleicht denkst du jetzt: Das ist doch bestimmt nur Reizdarm. Kann sein. Reizdarm ist allerdings eine Ausschlussdiagnose, das heißt, Reizdarm ist das, was übrig bleibt, wenn nichts anderes gefunden wurde. Der Weg dorthin führt also über genau dieselben Untersuchungen.

    Ich bin bei diesem Punkt so hartnäckig, weil ich weiß, wie verführerisch die andere Variante ist. Mir hat man jahrelang gesagt, es sei der Stress, und ich habe mich damit zufriedengegeben. Falls hinter deiner Müdigkeit ein Eisenmangel steckt oder deine Schilddrüse nicht mitspielt, reicht keine Ernährungsumstellung der Welt. Und falls sich nichts findet, hast du freie Bahn und weißt es sicher. Beides bringt dich weiter.

    Blähbauch in den Wechseljahren: Was jetzt hilft und in welcher Reihenfolge

    Der Fehler, den fast alle machen

    Wenn du „Blähbauch in den Wechseljahren“ googelst, liest du überall denselben Rat: Iss mehr Ballaststoffe. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Rohkost, dreißig Pflanzen pro Woche.

    Langfristig stimmt das. Kurzfristig ist es allerdings der schnellste Weg, deinen Bauch schlimmer zu machen. Ballaststoffe sind das Futter für deine Darmbakterien, und wenn bei dir gerade zu viel vergoren wird, schüttest du damit Benzin ins Feuer. Genau deshalb geben so viele Frauen nach kurzer Zeit auf und denken, bei ihnen funktioniert das eben nicht.

    Was du brauchst, ist keine andere Einkaufsliste. Du brauchst eine andere Reihenfolge.

    Schritt eins: Der Rhythmus

    Der Rhythmus deiner Mahlzeiten ist der wirksamste Hebel, und er kostet dich keinen Cent.

    Lass vier Stunden zwischen deinen Mahlzeiten und iss dazwischen nichts. Auch keine Handvoll Nüsse, keinen Milchkaffee, keinen Himbeer-Quark, kein Stückchen Käse beim Kochen. Dein Dünndarm hat einen eigenen Putzmechanismus, der Reste und Bakterien Richtung Dickdarm schiebt. Der läuft nur in den Pausen, in denen nichts zu tun (nichts zu verdauen) ist. Wer den ganzen Tag über kleine Mengen isst, schaltet diesen Reinigungsdienst dauerhaft ab.

    Deine letzte Mahlzeit des Tages liegt am besten vor 18 Uhr, mindestens aber drei Stunden vor dem Schlafengehen. Dann kommst du auf eine lange Pause am Stück deren größten Teil du verschläfst. Nebenbei bekommt dein Körper in dieser langen Pausen Gelegenheit für Aufräumarbeiten in den Zellen, über die gerade viel geforscht wird. Der Grund, aus dem ich es dir empfehle, ist aber viel einfacher: Dein Verdauungssystem darf endlich fertig werden.

    Schritt zwei: Die Verdauungskraft

    Setz dich zum Essen hin. Ohne Handy, ohne Stehen, ohne nebenbei. Verdauung läuft nur, wenn dein Nervensystem auf Ruhe geschaltet ist, und das ist keine Esoterik, sondern Biologie.

    Dann kaue. Und zwar richtig bis im Mund keine Stücke mehr sind. Meine Oma sagte dreißig Mal und sie hatte recht. Das Kauen ist der einzige Teil deiner Verdauung, den du aktiv selbst in der Hand hast.

    Und nimm zehn Minuten vor dem Essen etwas Bitteres zu dir, einfach so im Mund zerkauen. Ein paar Blätter Rucola, ein Stück Chicorée, ein paar Tropfen Bitterkräuter. Bitterstoffe auf der Zunge sind das Startsignal für Magensaft und Galle und die Galle ist bei vielen von uns der schwache Punkt.

    Schritt drei: Entlasten, zwei bis drei Wochen lang

    Jetzt nimmst du deinem Bauch für eine Weile Arbeit ab.

    Iss gedünstet und gekocht statt roh, vor allem abends. Ein kleiner Blattsalat mittags ist meist kein Problem, denn Blattsalat ist das Harmloseste an der ganzen Rohkost. Schwerer zu verdauen sind rohe Paprika, rohe Karotte, Gurke mit Schale, Kohl, Zwiebel, Knoblauch und Hülsenfrüchte. Die lässt du für zwei bis drei Wochen aus. Abends dann nichts Kaltes und nichts Rohes mehr und morgens lieber warm frühstücken als kalt.

    Alkohol lässt du in dieser Zeit weg. Und dann schau dir bitte die Zutatenlisten in deinem Vorratsschrank an. Sorbit, Xylit, Erythrit und Maltit stecken oft in Kaugummi, Proteinriegeln, Eiweißpulver und in fast allem, was mit „zuckerfrei“ wirbt. Das sind Zuckeralkohole, die dein Dünndarm kaum aufnimmt und sie landen praktisch vollständig bei den Bakterien im Dickdarm. Bei manchen Frauen erklärt sich damit der halbe Blähbauch und niemand hatte diese „Zucker“ im Verdacht, weil sich ja alles gesund anhört.

    Schritt vier: Aufbauen

    Erst jetzt kommen die Ballaststoffe zurück, und zwar langsam, über mehrere Wochen.

    Fang sanft an: ein Teelöffel geschrotete Leinsamen, über Nacht eingeweichte Chiasamen, gekochte Karotte, Zucchini, Kürbis. Wenn das gut geht, kommt die nächste Sorte dazu. Und danach darf es richtig bunt werden, denn Vielfalt auf dem Teller ist das, was deine Darmflora langfristig braucht.

    Diese Reihenfolge ist der Unterschied zwischen „ich habe alles probiert und nichts hat geholfen“ und einem Bauch, der wieder mitmacht.

    Noch ein Wort zum Eiweiß

    Wenn du oben gelesen hast, dass unverdautes Eiweiß den fauligen Geruch macht, dann lag auch bei mir ein Gedanke nahe: Dann esse ich eben weniger Eiweiß. Bitte nicht. Deine Leber braucht Eiweiß für ihre Arbeit, deine Muskeln erst recht und in den Wechseljahren brauchen wir ohnehin mehr Eiweiß.

    Es geht nicht um weniger, sondern um Eiweiß, das in deinen Zellen ankommt. Dafür hast du drei Stellschrauben.

    1. Die Menge pro Mahlzeit: lieber eine Handfläche voll zu jeder deiner drei Mahlzeiten als eine große Portion auf einmal.
    2. Die Art: leicht verdaulich sind Fisch, Geflügel, Eier, wenn du sie verträgst, Quark und Joghurt, während fettes rotes Fleisch, Wurst, große Portionen Hülsenfrüchte deinem Bauch mehr belasten.
    3. Und die Verdauungskraft selbst, also alles aus Schritt zwei.

    Was ich von Entsäuern, Entschlacken und Saftkuren halte

    Diese drei Begriffe begegnen mir, und dir vermutlich auch, zu diesem Thema ständig, und ich möchte ehrlich sein, was ich davon halte.

    Zum Entsäuern. Dein Körper hält den pH-Wert deines Blutes in einem sehr engen Bereich, darum kümmern sich Lunge und Nieren rund um die Uhr. Eine Übersäuerung im wörtlichen Sinn gibt es bei gesunden Organen nicht. Trotzdem geht es vielen Frauen mit basischer Ernährung besser und das hat einen Grund: Wer basisch isst, isst viel Gemüse, viel Kalium und Magnesium, tinkt wenig Alkohol, isst wenig Zucker und wenig Fertiges. Der Effekt ist echt, nur die Erklärung stimmt nicht.

    Beim Entschlacken ist es ähnlich. Das Bild von verkrusteten Ablagerungen, die jahrelang an der Darmwand kleben, hält der Wirklichkeit nicht stand, denn deine Darmschleimhaut erneuert sich alle paar Tage komplett. Was es aber sehr wohl gibt, ist eine träge Passage der Nahrung durch deinen Darm. Wenn der Stuhl zu lange liegt, werden Nahrungsreste länger vergoren. Und die Stoffwechselendprodukte, die deine Leber über die Galle in den Darm abgibt, wandern zum Teil wieder zurück in diesen Kreislauf, statt den Körper Richtung Klo zu verlassen. Genau dort setzen Quell- und Ballaststoffe an: Sie binden Wasser und Gallensäuren, beschleunigen die Passage durch den Darm und sorgen dafür, dass das, was raus soll, auch raus kommt. Das klingt weniger spektakulär als Schlacken, die gelöst werden. Es ist aber das, was in deinem Darm passiert und es reicht völlig, um einen Unterschied zu machen.

    Und die basische Saftkur? Bei einem Bauch, in dem es ohnehin gärt, würde ich davon abraten. Saft ist Frucht- und Gemüsezucker ohne Ballaststoffe, die ihn puffern, also genau der Brennstoff für das Problem, das du loswerden willst. Dazu kommt wenig Eiweiß und der Blutzucker fährt Achterbahn, was Stimmung und Konzentration selten guttut. Es gibt Frauen, denen Saftkuren guttun. Aber wenn dein Hauptsymptom gerade Blähbauch heißt, gehörst du eher nicht dazu.

    Wie lange dauert das, bis die Blähungen wieder weg sind?

    Meine ehrliche Antwort: unterschiedlich und in Wellen statt in einer geraden Linie.

    Der Rhythmus wirkt bei vielen Frauen innerhalb weniger Tage, das ist der schnellste Effekt, den du bekommen kannst. Für die Entlastungsphase rechne mit zwei bis drei Wochen. Und bis die Ballaststoffe wieder hoch sind und dein Teller richtig bunt ist, vergehen manchmal Wochen bis Monate. Es wird zwischendurch auch mal wieder schlechter, das gehört dazu und heißt nicht, dass du etwas falsch machst oder „es nicht funktioniert“.

    Warum du das nicht allein machen solltest

    Es ist nicht schwer zu verstehen. Es ist nur schwer allein durchzuhalten.

    Vier Wochen Essrhythmus neben Job, Familie und dem restlichen Leben schafft kaum jemand aus dem Stand. Man fängt am Montag an, schon am Mittwoch kommt ein Termin dazwischen, am Freitag denkt man sich, dann eben nächste Woche nochmal von vorn. Genau an dieser Stelle möchte ich dich unterstützen.

    Vom 3. bis 18. Oktober 2026 läuft der nächste Durchgang meiner begleiteten Darm- und Leberkur Wieder Ich. 16 Tage, live in der Gruppe. Wir nutzen drei Kurprodukte in dieser Zeit, du bekommst ein eBook mit Rezepten, jeden Morgen einen Impuls in dein eMail-Postfach, ein Info-Abend vorab, wöchentliche Zoom-Runden und eine WhatsApp-Gruppe für den Austausch. Gehungert wird nicht, es zählt, was auf den Teller kommt und davon darfst du satt werden. Die Investition liegt bei gut 145 Euro für die drei Kurprodukte, die du nach Erhalt 30 Tage testen kannst.

    Und weil ich oben ehrlich war, bin ich es hier auch. Diese Darmkur ersetzt keine ärztliche Behandlung und wenn dein Blutbild etwas anzeigt, gehört das zuerst behandelt. Sie ist auch nichts für dich, wenn du in diesen 16 Tagen keine Zeit hast, dich um‘ dein’s Essen zu kümmern, denn Schnibbeln & Kochen gehört dazu. Und sie ist kein Saison-Detox, nach dem alles wieder von vorn losgeht, sondern eine erste Etappe zurück zu dir.

    Was sie dir gibt, ist ein Rahmen: 16 Tage, in denen du nicht selbst überlegen musst, was auf den Tisch kommt. Ein Ritual, das nur dir gehört. Und eine Gruppe Frauen, denen es geht wie dir. Hier detoxt keine allein.

    Wie es mit meiner Leserin weitergeht

    Ich habe ihr geantwortet, das was du bis hierher gelesen hast. Zuerst der Arzttermin, dann die beschriebene Reihenfolge aus Essrhythmus, Verdauungskraft stärken, Entlasten und Aufbauen und wenn sie sich bereit fühlt, darf sie gern zu Wieder Ich dazukommen.

    Wie es ihr damit geht, weiß ich noch nicht. Wir stehen im Austausch. Und wenn sie einverstanden ist, erzähle ich es dir im Herbst.

    Fazit: Du und dein Bauch, ihr seid in einer Umbauphase

    Dein Bauch ist nicht kaputt. Er arbeitet jetzt in den Wechseljahren anders als mit 30 und das darf er auch, denn du bist in einer Umbauphase.

    Der Geruch, der dir peinlich ist, ist die nützlichste Information, die du kriegen kannst. Der Blähbauch ab 40 ist selten das eigentliche Problem, sondern das Ergebnis von etwas, das in deiner Verdauung nicht mehr rund läuft. Und wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann bitte diese: Die Reihenfolge entscheidet mehr als die Einkaufsliste.

    Fang beim Arzttermin an. Dann beim Rhythmus. Der Rest kommt danach.

    Wenn du das nicht allein machen möchtest, komm zum Info-Abend für den Oktober-Durchgang. Der ist kostenlos und verpflichtet dich zu nichts. Schreib mir einfach eine Mail an hallo{ed}lilene-40plus.de oder auf Instagram eine DM an @me.and.lilene, dann telefonieren wir kurz und schauen, ob es zu dir passt.

    Und jetzt du: Welches Lebensmittel hat dich zuletzt überrascht, weil du es plötzlich nicht mehr verträgst? Schreib es mir gerne in die Kommentare, ich bin gespannt, ob wir dieselben Verdächtigen haben.

    Alles Liebe
    deine Andrea


    Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn deine Beschwerden anhalten, sich verschlimmern oder Warnzeichen wie ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder nächtliche Schmerzen dazukommen, geh bitte zum Arzt.


  • 110 Wechseljahre Fakten über Frauen ab 40, die kaum jemand kennt

    110 Wechseljahre Fakten über Frauen ab 40, die kaum jemand kennt

    Wechseljahre Fakten, die in keinem Aufklärungsheft stehen – und was du als Frau über 40 damit anfangen kannst

    Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

    Das häufigste Symptom der Perimenopause sind nicht Hitzewallungen, sondern Erschöpfung: 83 Prozent der Frauen berichten davon

    Der Knochenabbau beginnt rund 1,5 Jahre vor der letzten Regelblutung – also lange bevor die meisten Frauen überhaupt an „mehr Calcium gegen Osteoporose“ denken

    Über 70 Prozent der Frauen haben in den Wechseljahren Beschwerden an Muskeln, Knochen und Gelenken. Dafür gibt es seit 2024 einen eigenen Fachbegriff: Musculoskeletal Syndrome of Menopause.

    Rund 9 Millionen Frauen in Deutschland sind gerade in den Wechseljahren. Etwa zwei Drittel von ihnen haben Beschwerden, die den Alltag einschränken.

    Die Wechseljahre sind ein Zeitfenster, kein Dauerzustand: Das Depressionsrisiko ist in der Perimenopause um rund 40 Prozent erhöht, danach nicht mehr.

    Ich habe irgendwann angefangen, Studien zu lesen, weil ich eine Antwort auf eine sehr persönliche Frage gesucht habe: Warum fühle ich mich seit Monaten wie im Nebel? Was ich dabei gefunden habe, hat mich manchmal beruhigt, manchmal wütend gemacht und oft überrascht. Hier kommen 119 Fakten über Frauen ab 40 und die Wechseljahre – sortiert, nummeriert und mit dem, was du konkret damit anfangen kannst.

    1. Was dir über die Wechseljahre vermutlich noch keiner gesagt hat

    1. Die Symptomliste in deinem Kopf stimmt häufig nicht mit der Realität überein.
    In Studien in 2026 mit rund 17.500 Frauen in 158 Ländern wurde festgestellt: 71 % nannten Hitzewallungen als Leitsymptom, 68 % Schlafprobleme, 65 % Gewichtszunahme. Erlebt haben die Frauen vor allem etwas anderes.

    2. Das häufigste Symptom der Wechseljahre ist Müdigkeit.
    83 % der befragten Frauen über 35 in der Perimenopause berichteten von Erschöpfung. Danach folgten Reizbarkeit (80 %), gedrückte Stimmung (77 %), Schlafstörungen (76 %), Verdauungsprobleme (76 %) und Angst (75 %).

    3. Genau deshalb wird so oft daneben getippt.
    Stimmung, Energie und Konzentration – dieses Muster sieht auf einem kurzen Fragebogen aus wie eine Depression, eine Angststörung oder ein Schilddrüsenproblem. Und wird medizinisch auch häufig so behandelt.

    4. Wechseljahre fangen viel früher an, als du denkst.
    55,4 % der Frauen zwischen 30 und 35 haben mittlere bis starke Wechseljahresbeschwerden. Bei den 36- bis 40-Jährigen waren es 64,3 %. Die meisten Frauen suchen sich aber erst mit 56 oder später Hilfe -> über 20 Jahre später.

    5. Der Zyklus verändert sich vor allen anderen Symptomen.
    Eine Studie mit über 5.500 Frauen belegt: Viele Frauen mit noch regelmäßigen Zyklen, aber veränderter Blutungsstärke plus Hitzewallungen befanden sich körperlich längst in der frühen Perimenopause – obwohl die gängigen Kriterien sie als prämenopausal einstuften und Frauen in ihrer Umgebung sie als „vieeel zu jung“ abtan. (The Lancet Diabetes & Endocrinology, 2025)

    6. Vaginale Trockenheit ist ein verlässlicheres Anzeichen für die Wechseljahre als schlechte Laune.
    Scheidentrockenheit tritt in der Perimenopause 2,5-mal häufiger auf als davor. Gedächtnisprobleme und Niedergeschlagenheit sind dagegen als alleiniges Erkennungszeichen der Wechseljahre weniger zuverlässig.

    7. Knapp 40 % bekommen gar nichts.
    Vier von zehn Frauen in der Perimenopause mit Hitzewallungen und Nachtschweiß werden überhaupt nicht behandelt.

    8. Das Vertrauen ist messbar beschädigt.
    2025 hatte nur gut ein Drittel der Frauen das Gefühl, dass Ärztinnen und Ärzte die Wechseljahre als ernstzunehmendes gesundheitliches Thema einstufen. In einer Befragung von 45- bis 60-Jährigen bewerteten 37 % die Beratung durch ihre Frauenärzt*in als mäßig bis schlecht, die Hälfte fühlte sich zur Behandlung schlecht informiert.

    9. Die Informationen kommen von woanders.
    Mehr als die Hälfte der Frauen hält sich für gut über die Wechseljahre informiert, hat aber große Wissenslücken bei Beginn, Dauer und den biologischen Ursachen. Frauenärzt*innen, Hausärzt*innen und Krankenkassen liefern kaum von sich aus Informationen. Was bleibt, sind Zeitschriften, soziale Medien und das Gespräch mit der guten Freundin.

    10. Auch die Ausbildung hinkt hinterher.
    In einer US-Befragung unter 177 Assistenzärztinnen und -ärzten aus Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und Gynäkologie fühlten sich nur 6,8 Prozent ausreichend auf die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden vorbereitet. Gleichzeitig hielten 93,8 Prozent genau diese Ausbildung für wichtig (Kling et al., Mayo Clinic Proceedings, 2019).

    Was du tun kannst: Geh mit einem Symptom-Tagebuch zum Arzt-Termin, nicht mit einem schwammigen Gefühl. Notiere vier Wochen lang Zyklus, Blutungsstärke, Schlaf, Stimmung und Energie auf einer Skala von 1 bis 10. Das verändert das Gespräch.

    2. Wie die Wechseljahre zur Krankheit wurden

    11. Das Wort „Menopause“ ist keine 220 Jahre alt
    Anfang des 19. Jahrhunderts prägte der französische Arzt Charles-Pierre-Louis de Gardanne den Begriff „Menopause“ in seiner Schrift über das „kritische Alter der Frau“. Davor gab es keinen medizinischen Namen für das, was Millionen Frauen seit Millionen Jahren erleben.

    12. Wörtlich heißt „Menopause“ „das Ende des Monatlichen“.
    Aus dem Griechischen: mēn für Monat und pausis für Aufhören.

    13. Die erste Wechseljahrestherapie kam aus dem Kuhstall.
    1896 zeigten mehrere deutschsprachige Studien, dass getrocknetes Eierstockgewebe von Kühen und Schweinen Beschwerden linderte. Merck (ein deutsches Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie) brachte daraufhin ein Präparat namens „Ovariin“ heraus, das 1899 im Merck-Manual gelistet war.

    14. Das erste moderne Hormonpräparat stammte aus Pferdeurin.
    Premarin wurde 1942 in den USA zugelassen. Der Name ist die Abkürzung für PREgnant MARes‘ urINe, also Urin trächtiger Stuten.

    15. 1966 erklärte ein Arzt die Wechseljahre zur Mangelkrankheit.
    Der US-Gynäkologe Robert Wilson schrieb in seinem Bestseller „Feminine Forever“, dass Frauen ohne Hormone zwangsläufig verfallen. Jahre später kam heraus, dass der Premarin-Hersteller Wyeth (ein großes US-amerikanisches Pharmaunternehmen, das 2009 vom Pharmagiganten Pfizer übernommen wurde) das Buch heimlich mitfinanziert hatte.

    16. Bis 1980 war „Depression in den Wechseljahren“ eine eigene psychiatrische Diagnose.
    Sie hieß Involutionsmelancholie und wurde mit der dritten Ausgabe des Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen) gestrichen, weil sich kein eigenständiges Krankheitsbild nachweisen ließ.

    17. Und das Tabu Wechseljahre hält sich hartnäckig.
    Eine repräsentative Umfrage unter 1.003 Frauen ergab: Für jede zweite Frau zwischen 49 und 64 sind die Wechseljahre ein Tabuthema, 49 % fürchten, dafür abgestempelt zu werden. Nur 29,2 % können mit ihrer Ärztin offen über Symptome sprechen.

    3. Warum es die Wechseljahre überhaupt gibt

    18. Der Mensch ist damit nicht allein.
    Ein Team der University of Exeter identifizierte 2024 fünf Zahnwal-Arten, deren Weibchen eine echte Menopause durchlaufen: Orcas, Belugas, Narwale, Kurzflossen-Grindwale und Kleine Schwertwale.

    19. Großmütter sind ein Evolutionsvorteil.
    Die Großmutter-Hypothese besagt, dass langlebige Großmütter das Überleben ihrer Enkel sichern. Bei Orcas kommt dazu: Bekämen alte Weibchen weiter Nachwuchs, würden sie mit ihren eigenen Töchtern um Nahrung konkurrieren.

    20. 2023 wurde die Menopause zum ersten Mal bei wild lebenden Schimpansen nachgewiesen.
    Bei der Ngogo-Gruppe im Kibale-Nationalpark in Uganda. Die Weibchen kommen mit etwa 50 Jahren in die Wechseljahre und verbringen rund ein Fünftel ihres Erwachsenenlebens ohne Fortpflanzung.

    21. Bei ihnen stiegen die Geschlechtshormone FSH und LH an, während Östrogene sanken.
    Also genau wie bei uns. Die Forschenden werteten dafür Urinproben von 66 Weibchen aus.

    22. Deine Eizellen werden nie neu gebildet.
    Rund zwei Millionen Eizellen haben Frauen bei der Geburt, etwa 400.000 sind es noch zu Beginn der Pubertät, ungefähr 1.000 zum Zeitpunkt der Menopause, der letzten Monatsblutung.

    23. Die Perimenopause dauert im Schnitt vier Jahre.
    Allerdings ist sie bei manchen Frauen bereits nach einem halben Jahr durch, bei anderen zieht sie sich über acht Jahre und länger.

    24. In Deutschland liegt die letzte Regelblutung im Schnitt bei 51 Jahren.
    Bei einer Lebenserwartung von 83,4 Jahren beginnt danach rechnerisch noch ein volles Drittel deines Lebens.

    25. Rund 9 Millionen Frauen in Deutschland sind gerade mittendrin in den Wechseljahren.
    Sind also zwischen 40 und 55. Etwa zwei Drittel von ihnen haben Beschwerden, die ihren Alltag beeinflussen.

    4. Wechseljahre und Knochen, Muskeln und Gelenke

    26. Der Knochenabbau startet vor der letzten Blutung.
    Er beginnt ca. 1,5 Jahre vor der letzten Menstruation.

    27. Östrogen ist nicht allein schuld.
    Jede vierte Frau verliert binnen zwei Jahren mehr als 7 Prozent Knochendichte. Ausschlaggebend ist der Rückgang der Eisprungrate um ein Drittel von 67 auf 33 %.

    28. Über 70 % der Frauen über 40 haben Beschwerden an Muskeln, Knochen und Gelenken.
    25 % der Frauen sind dadurch zeitweise stark eingeschränkt. Seit 2024 gibt es dafür einen Namen: das Musculoskeletal Syndrome of Menopause.

    29. Der Wechsel von Estradiol zu Estron erklärt vieles.
    Das starke Estradiol schützt Knorpel, dämpft Entzündungen und unterstützt den Muskelaufbau. In den Wechseljahren übernimmt das schwächere Estron – und schafft das nicht mehr im gleichen Maß.
    Estradiol und Estron sind zwei wichtige natürliche Östrogene (weibliche Sexualhormone). Estradiol ist das stärkste und aktivste Hormon vor den Wechseljahren, während Estron eine schwächere Wirkung hat und vor allem während und nach den Wechseljahren im Fettgewebe gebildet wird.

    30. Die Frozen Shoulder ist ein Wechseljahresthema.
    Sie trifft Frauen viermal häufiger als Männer, meist zwischen 40 und 60. Bis zur vollständigen Genesung können drei Jahre vergehen. Die Bandbreite reicht von Muskelschwäche und eingeschränkter Beweglichkeit bis zu Gelenkschmerzen und schwereren Problemen wie der Frozen Shoulder (Schultersteife).

    31. Deine Waage verschleiert, was gerade passiert.
    Etwa zwei Jahre vor der letzten Monatsblutung verdoppelt sich das Tempo der Fettzunahme, gleichzeitig sinkt die Muskelmasse. Das Gewicht steigt dabei gleichmäßig ohne erkennbaren Knick, weil sich beides rechnerisch ausgleicht.

    32. Eiweiß-Hype – oder doch nicht?
    Empfohlen werden für Frauen ab 40 oft 1,2 bis 1,6 g Protein pro Kilo Körpergewicht statt der offiziellen 0,8 g. Zwei Studien über zehn Wochen fanden keinen Unterschied zwischen 1,2 und 0,8 g Eiweiß bei gleichzeitigem Krafttraining. Der Hebel ist das Kraft-Training – nicht die tägliche Proteinmenge.

    33. Kreatin ist interessanter.
    Frauen haben 70 bis 80 % niedrigere körpereigene Kreatin-Speicher als Männer. Eine Meta-Analyse von 2026 kommt zu dem Schluss: ab 5 g täglich in Kombination mit Krafttraining ergeben sich kleine, aber messbare Zuwächse bei Magermasse und Kraft.

    34. Auf die Knochendichte wirkt Kreatin allerdings nicht.
    Eine zweijährige Studie fand keine Verbesserung der Knochendichte – wohl aber erhaltene Knochenfestigkeit an der Hüfte, bessere Gehgeschwindigkeit und mehr Magermasse.

    34. Vitamin K2 gehört zu den wenigen gut untersuchten Knochen-Nährstoffen.
    180 µg MK-7 tägliche K2-Dosis kann den altersbedingte Verlust an Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Schenkelhals messbar verlangsamen.

    Was du tun kannst: Zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining, dazu Balance und Beweglichkeit über Yoga, Pilates oder Tai Chi. Bei der Versorgung setze ich selbst auf CalMag für Calcium und Magnesium und auf OmeGold beziehungsweise EPA für die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.

    5. Dein Gehirn in den Wechseljahren

    35. Der Nebel in deinem Kopf ist keine Einbildung.
    Je nach Studie berichten zwischen 44 und über 60 % der Frauen ab 35 in der Perimenopause über nachlassende geistige Leistungsfähigkeit, Konzentrationsprobleme und Wortfindungsstörungen.

    Was du tun kannst: Das Gehirn liebt Omega-3, Bewegung und einen ruhigen Darm. Wer nachts wach liegt und ein Gedankenkarussell kennt, kann ein Abendritual ausprobieren – bei mir ist das seit Jahren die Solis Golden Milk.

    6. Herz und Stoffwechsel

    36. Hitzewallungen sind kein reines Komfortproblem.
    Objektiv gemessene Wallungen hängen häufig mit Markern für Kleingefäßerkrankungen im Gehirn zusammen sowie mit metabolischem Syndrom, Typ-2-Diabetes, Fettleber und Osteoporose.

    37. Herzstolpern betrifft etwa jede zweite Frau in den Wechseljahren.
    In einer Studie zeigte sich bei rund 16 Prozent eine hohe Wahrscheinlichkeit für Herzstolpern in Perimenopause und früher Postmenopause, bei weiteren 34 Prozent eine mittlere.

    38. Die American Heart Association nennt die Jahre vor der Menopause ein „Zeitfenster der Gelegenheit“.
    Die Wechseljahre sind eine Phase beschleunigten Herz-Kreislauf-Risikos – und die Zeit davor ist vielleicht deine beste Gelegenheit zur Vorbeugung. -> Aktive Prävention ist der Schlüssel für Wohlbefinden und Gesundheit in deiner 3. Lebenshälfte.

    Was du tun kannst: Wir Frauen müssen uns schützen!
    Täglich auf gesunde Ernährung achten, viel Bewegung, Vitamine und Mikronährstoffe zu uns nehmen und unsere Darm-Hirn-Achse stärken.

    7. Hitzewallungen, genauer betrachtet

    39. Eine Hitzewallung dauert im Durchschnitt etwa vier Minuten.
    Genauer betrachtet kann eine Hitzewallung zwischen 30 Sekunden bis zu fünf Minuten dauern, die Dauer ist sehr individuell.

    55. Häufige Hitzewallungen können bis 7,4 Jahre vorkommen.
    Das ergab eine Studie mit 3.302 Frauen über einen Beobachtungszeitraum von 1996 bis 2013. Nach der letzten Regelblutung waren es noch 4,5 Jahre in denen Hitzewallungen vorkamen.

    56. Wer früh anfängt, hat sie am längsten.
    Frauen, die schon prä- oder früh perimenopausal über häufige Hitzewallungen berichteten, kamen auf eine durchschnittliche Gesamtdauer von über 11,8 Jahren, in denen sie durch Hitzewallungen beeinträchtigt waren. Wer erst nach der Menopause Hitzewallungen bekam, hatte 3,4 Jahre.

    57. Der Hitzewellen-Auslöser sitzt im Hypothalamus.
    Die sogenannten KNDy-Neurone sind an der Temperaturregelung beteiligt und wachsen in der Menopause, weil ihr Gegenspieler Östrogen fehlt. Die Thermoregulation wird überempfindlich.

    58. Raucherinnen kommen ein bis zwei Jahre früher in die Menopause.
    Die Analyse von Studien mit über 200.000 Frauen zeigt eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Aktive Raucherinnen hatten ein etwa doppelt so hohes Risiko für eine frühe Menopause, Ex-Raucherinnen nur noch ein um 15 Prozent erhöhtes. Aufhören wirkt sich also spürbar auf deine Wechseljahre aus.

    59. Eine pflanzenbetonte Ernährung kann Hitzewallungen deutlich senken.
    Der Verzicht auf tierische Produkte, minimaler Konsum von Ölen und fettreichen Lebensmittel, dazu täglich eine halbe Tasse gekochte Sojabohne kann dazu führen, dass Hitzewallungen bei 2 von 3 Frauen komplett verschwinden. Und sich auch die Bereiche Psyche, Körper und Sexualität stark verbessern.

    8. Schlaf und Psyche

    60. Schlafapnoe wird bei Frauen systematisch übersehen.
    Frauen berichten ab 40 häufiger von Erschöpfung, Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen und nächtlichem Harndrang statt von Schnarchen. Bei Frauen mit Menopause vor 40 liegt die Häufigkeit um 21 Prozent höher, eine Menopause nach beidseitiger Eierstockentfernung verdoppelt das Risiko für Schlafapnoe.

    65. Rund 60 Prozent der postmenopausalen Frauen haben Ein- oder Durchschlafprobleme.

    66. Das Depressionsrisiko ist ein Zeitfenster, kein Dauerzustand.
    In Studien mit 16.061 Frauen wurde ein um rund 40 Prozent erhöhtes Depressionsrisiko in der Perimenopause erkannt.

    67. Es trifft auch Frauen ohne jede Vorgeschichte.
    Auch Frauen ohne frühere Depressionserkrankungen können in der Perimenopause eine etwa 2,5-fache Chancen auf eine erstmalige Major Depression haben. In der Perimenopause zeigten 16,6 Prozent eine ernsthafte Stimmungsstörung, prämenopausal waren es 9,5 Prozent.

    68. Manche Frauen bekommen ihre erste ADHS-Diagnose erst in dieser Lebensphase.
    Bei über der Hälfte der befragten Frauen mit diagnostiziertem ADHS wurden die Symptome in ihren Vierzigern und Fünfzigern so stark, dass sie diese Zeit als die mit dem größten ADHS-Einfluss überhaupt bewerteten.

    Was du tun kannst: Was der Stimmung oft mehr hilft als jede Liste guter Vorsätze: Bewegung, echte Verabredungen mit echten Menschen und eine entzündungsarme Ernährung. Die Darm-Hirn-Achse ist keine Esoterik, sondern gut untersuchte Physiologie, die du täglich positiv beeinflussen kannst.

    9. Haut, Haare, Zähne, Augen

    69. In den ersten fünf Jahren nach der Menopause (letzte Monatsblutung) verliert die Haut rund 30 % ihres Kollagens.
    Danach nur noch etwa zwei % pro Jahr. Die viel zitierte Zahl stammt aus einer Studie von 1987 – bemerkenswert daran ist, dass der Kollagenverlust enger mit der Zeit seit der Menopause zusammenhängt als mit dem Lebensalter.

    70. Über die Hälfte der Frauen nach der Menopause hat erblich bedingten Haarausfall.
    Bei einer Untersuchung von 200 Frauen zwischen 50 und 65 waren es 52,2 Prozent – in 73,2 Prozent der Fälle noch schwach ausgeprägt.

    71. Zungenbrennen ist ein echtes Wechseljahressymptom.
    Über Missempfindungen im Mund sind für ca. 43 % der Frauen in und nach den Wechseljahren ein großes Problem, aber nur 6 % der Frauen vor den Wechseljahren davor. Die Häufigkeitsangaben zum Burning Mouth Syndrome schwanken je nach Studie zwischen 10 und 40 Prozent.

    72. Frauen über 50 haben doppelt so häufig trockene Augen wie Männer im gleichen Alter.
    Bei einer Untersuchung an über 3.500 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren hatten knapp 20 Prozent starke Beschwerden durch zu wenig Tränenflüsigkeit.

    73. Auch das Zahnfleisch reagiert.
    Frauen über 50, die wegen Osteoporose Östrogen erhielten, hatten in einer Untersuchung der University at Buffalo ein um 44 Prozent geringeres Risiko für schwere Parodontitis.

    74. Und dann gibt es noch die Formikation.
    So heißt das Gefühl, als würden Ameisen unter der Haut krabbeln. Es steht in kaum einem Aufklärungsheft, treibt aber Frauen zur Verzweiflung, die glauben, sie bilden sich das ein.

    10. Darm, Leber und Nährstoffe

    75. Dein Darm redet beim Östrogen mit.
    „Estrobolom“ heißt die Gruppe von Darmbakterien, die über das Enzym Beta-Glucuronidase in den Östrogenhaushalt eingreift. Die Leber macht Östrogen-Überschuss ausscheidungsfähig, das Enzym macht diesen Schritt teilweise wieder rückgängig und schickt das Östrogen zurück ins Blut.

    76. Das Mikrobiom im Darm verändert sich in der Menopause messbar.
    -> Folgen sind Gewichtszunahme durch Stoffwechselprobleme, Nahrungsunverträglichkeiten,

    77. Nach der Menopause ähnelt die weibliche Darmflora der männlichen stärker als vorher.
    Bei der Artenvielfalt ist die Datenlage uneinheitlich: Ein Teil der Studien fand eine geringere Vielfalt, andere fanden keinen Unterschied.

    78. Soja wirkt nicht bei jeder Frau.
    Nur etwa 20 bis 35 % der Frauen in westlichen Ländern können Daidzein im Darm zu S-Equol umbauen, in Ostasien sind es 50 bis 80 %. Equol-Produzentinnen profitieren stärker bei Wechseljahresbeschwerden und Knochengesundheit.

    79. Eisenmangel ohne Blutarmut wird häufig übersehen.
    Starke Blutungen sind weltweit eine Hauptursache für niedrige Eisenwerte im Blut, und hormonelle Veränderungen in der Perimenopause machen starke Blutungen wahrscheinlicher. Der Zusammenhang wird von Betroffenen und Behandelnden regelmäßig kleingeredet, obwohl Eisenmangel täglich dein Energielevel und Konzentration runter fährt.

    80. Bei Vitamin D ist Deutschland flächendeckend unterversorgt.
    Laut der bundesweiten DEGS1-Studie des Robert Koch-Instituts lagen rund 62 Prozent unterhalb der als ausreichend geltenden 50 nmol/l im Blut. Rund 30 Prozent der Frauen lagen sogar im Mangelbereich unter 30 nmol/l.
    -> Vitamin D Werte im europäischen Vergleich:

    81. Über das Essen ist Vitamin D kaum zu decken.
    Rund 91 Prozent der Frauen erreichen laut Nationaler Verzehrsstudie II den Referenzwert nicht. Übliche Lebensmittel liefern nur etwa 2 bis 4 µg pro Tag. -> Liste Lebensmittel

    82. Bei Calcium erreicht etwa die Hälfte der Erwachsenen den Referenzwert nicht.
    Die mittlere Zufuhr bei Frauen liegt bei 738 mg pro Tag. Empfohlen werden ab 50 rund 1.200 mg. -> Liste Lebensmittel

    83. Bei Magnesium sieht es besser aus.
    Rund 29 Prozent der Frauen erreichen die empfohlene Zufuhr nicht, die mittlere Aufnahme liegt bei 284 mg gegenüber einem Referenzwert von 300 mg. -> Liste Lebensmittel

    84. Beim Omega-3-Index liegt Deutschland im niedrigen Bereich.
    Günstig gilt ein Wert ab 8 Prozent EPA und DHA in den roten Blutkörperchen. In der weltweiten Kartierung von Stark et al. wurde Deutschland als „niedrig“ eingestuft. -> Liste Lebensmittel

    Was du tun kannst: Fang bei deinem Darm an, nicht bei der nächsten Kapsel. Meine tägliche Basis sind Daily für die Grundversorgung, CalMag, OmeGold und bei Bedarf Eisen. Und wenn du deinem Darm und deiner Leber mal richtig Aufmerksamkeit schenken willst, ist meine 16-tägige Kur „Wieder Ich“ genau dafür gemacht.

    11. Sexualität und Partnerschaft ab 40

    85. Das genitourinäre Syndrom der Menopause ist das Gegenteil einer vorübergehenden Phase.
    Gemeint sind Veränderungen an Scheide und Harnwegen durch Östrogenmangel: Trockenheit, Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Sex, plötzlicher Harndrang und häufig wiederkehrende Blasenentzündungen.

    91. Die Häufigkeit steigt mit jeder Phase der Wechseljahre.
    Prämenopause: 19,2 Prozent -> Perimenopause: 31,9 Prozent -> Postmenopause: 55,1 Prozent.

    92. 70 % der Behandelnden Ärzt*innen fragen nie oder selten danach.
    Und nur rund ein Viertel aller betroffenen Frauen spricht Scheidentrockenheit von sich aus an. Die Haltung auf beiden Seiten: Das gehöre eben zum Älterwerden.

    93. Der überraschendste Befund.
    Kein direkter Bezug zu den Wechseljahren: die Bedeutung von Sexualität, weibliche Erregung, die Häufigkeit des G-Verkehrs, emotionale Zufriedenheit mit der Partnerschaft und körperliches Vergnügen.

    94. Masturbation nimmt in der Perimenopause sogar zu.
    Erst nach der Menopause ging sie wieder zurück.

    95. Über 75 % der Frauen mittleren Alters sagen, dass Sexualität ihnen wichtig ist.
    Was die sexuelle Funktion am stärksten stützt, ist hohe Beziehungszufriedenheit, emotionale Unterstützung durch den/die Partner*in und viel Optimismus.

    96. Das Scheidungsalter passt auffällig genau in diese Lebensphase.
    2023 lag es bei Frauen im Schnitt bei 44,6 Jahren, bei Männern bei 47,7. Der Gipfel der Scheidungen liegt bei Frauen zwischen 45 und 50, dicht gefolgt von 40 bis 45 Jahren.

    97. Die Behauptung, jede zweite Ehe werde geschieden, stimmt nicht.
    Die Scheidungsziffer lag 2024 bei rund 280 von 1.000 Ehen, also etwa 28 Prozent. 2024 wurden rund 129.300 Ehen geschieden – einer der niedrigsten Werte seit der Wiedervereinigung.

    98. Die durchschnittliche Ehe hält bis zur Scheidung 14 Jahre und acht Monate.

    12. Arbeit, Geld und Gesellschaft

    99. Zwei Drittel der berufstätigen Frauen ab 40 fühlen sich im Job durch Wechseljahresbeschwerden eingeschränkt.
    Die erste deutschlandweite Befragung ergab: 74 % der Frauen berichten von Konzentrationsproblemen, ein Drittel reduziert die Arbeitszeit oder lässt sich aufgrund von Wechseljahressymptomen krankschreiben.

    100. 67 % der Frauen über 40 verbergen ihre Wechseljahressymptome.
    Damit sie nicht als weniger leistungsfähig gelten. Über 40 % berichten von negativen Auswirkungen auf ihre berufliche Laufbahn, jede fünfte Frau über 55 ging deshalb früher in Vorruhestand/Altersteilzeit.

    101. Weniger als 5 % der Frauen über 40 erleben echte Unterstützung durch ihre Führungskraft.

    102. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Wechseljahre werden auf 9,4 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.
    Diese Zahl meint Ausfälle, unerkannte Beeinträchtigungen und fehlende Unterstützung berufstätiger Frauen in Deutschland.

    103. Bei Führungsfrauen zeigt sich das gleiche Muster.
    In der Studie „Women in Change“ mit 821 Befragten, davon gut drei Viertel in Führungsverantwortung, reduzierten knapp 19 % ihre Arbeitszeit, rund 14 % nahmen eine Auszeit, etwa 12 % wechselten die Position, 7 % gingen früher in Ruhestand.

    104. Das Tabu Wechseljahre ist beruflich, nicht privat.
    Nur jede vierte Frau schweigt im privaten Umfeld. Aber fast jede zweite empfindet es als belastend, das Thema „Beeinträchtigungen durch die Wechseljahre“ beim Arbeitgeber anzusprechen.

    105. Am stärksten betroffen sind die 49- bis 55-Jährigen Frauen.
    Mehr als jede Dritte berichtet von beruflicher Beeinträchtigung, bei über der Hälfte davon sind die Wechseljahressymptome stark ausgeprägt. Bei den 40- bis 48-Jährigen sind es fast ein Viertel, ca. 23 %.

    106. In Großbritannien haben inzwischen 46 Prozent der Organisationen eine Menopause-Regelung -> fast jedes zweite Unternehmen.
    2019 waren es erst 10 %. Aus Sicht der Beschäftigten sieht es allerdings anders aus: Nur 24 % wissen von einer solchen Menopause-Regelung in ihrem Unternehmen.

    107. Rhode Island war im Juni 2025 der erste US-Bundesstaat mit einem Menopause-Gesetz.
    Es verbietet Diskriminierung wegen der Wechseljahre und verpflichtet Arbeitgeber zu entsprechenden Anpassungen.

    108. In Deutschland gibt es kein solches Gesetz.
    Anfang 2026 hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein Gremium eingesetzt, das Empfehlungen für Politik und Arbeitgeber erarbeiten soll.

    109. Beim Super Bowl 2023 lief der erste Werbespot zum Thema Wechseljahre.
    30 Sekunden für die Frage „What’s VMS?“ – VMS steht für vasomotorische Symptome, also Hitzewallungen und Nachtschweiß.

    110. Ein Menopause-Emoji gibt es bis heute nicht.
    Für die Menstruation brauchte es zwei Jahre Kampagnenarbeit, bis der Blutstropfen 2019 von Unicode aufgenommen wurde.

    Was du ab heute tun kannst

    Drei Dinge, die mehr bewegen als jede weitere Recherche:

    1. Führe vier Wochen lang ein Symptomtagebuch, bevor du zum nächsten Arzt-Termin gehst.
    2. Bau zwei feste Krafttrainings pro Woche ein, egal wie kurz.
    3. Und schau dir an, wie es deinem Darm geht, und ändere zuerst deine Ernährungsgewohnheiten bevor du zu Nahrungsergänzungen greifst.

    Du willst konkrete Rezepte und eine Lebensmittelliste dazu?
    Ich habe meine Rezeptideen und eine Übersicht der Lebensmittel, die in dieser Lebensphase besonders viel bringen, als Download zusammengestellt. [Hier eintragen und herunterladen.]

    Du willst wissen, was zu dir passt?
    Dann lass uns reden. Ein Gespräch mit mir kostet nichts und verpflichtet dich zu nichts. [Hier einen Termin auswählen.]

    Welchen Fakt über die Wechseljahre habe ich vergessen? Kommentiere!


    Quellen

    Diagnose und Wahrnehmung: Mayo Clinic/Flo Health, Perimenopause-Befragung 2026 · Monash University, The Lancet Diabetes & Endocrinology 2025 · Kling et al., Mayo Clinic Proceedings 2019 · Civey/Besins Healthcare 2024

    Geschichte: Charles de Gardanne, Orlando Project Cambridge · The History of Estrogen Therapy · Feminine Forever · Women’s Health Initiative, 21 Jahre danach · TK-Gesundheitsreport 2022 · AOK NordWest 2024

    Biologie und Evolution: Menopause bei Zahnwalen, Natural History Museum/Nature 2024 · Menopause bei wilden Schimpansen, Science 2023 · Mechanisms of ovarian aging · STRAW+10 · Frauengesundheitsportal der BZgA

    Knochen, Muskeln, Gelenke: SWAN, Trabecular Bone Score · PeKnO-Studie, Diagnostics 2022 · Musculoskeletal Syndrome of Menopause · Duke Health zu Hormontherapie und Schulterschmerz · Knapen et al., Vitamin K2, Osteoporosis International 2013

    Gehirn: Mosconi et al., Scientific Reports 2021 · PLOS One 2017 · Greendale et al., Neurology 2009

    Herz und Stoffwechsel: SWAN, Palpitationen · SWAN Heart & HDL · AHA Scientific Statement 2020 · University of Leeds, Fehldiagnosen bei Herzinfarkt

    Hitzewallungen: Avis et al., JAMA Internal Medicine 2015 · Freedman & Krell 1999 · Pharmazeutische Zeitung, Fezolinetant · Bayer, Elinzanetant EU-Zulassung 2025 · SWAN, Herkunft und Symptome, AJPH 2006 · Zhu et al., Rauchen und Menopausenalter, PLOS Medicine 2018 · Mayo Clinic, Koffein 2015

    Psyche: Depressionsrisiko in den Menopausenphasen, J Affect Disord 2024 · Penn Ovarian Aging Study

    Haut, Haare, Zähne, Augen: Hormontherapie und Hautalterung · Female pattern hair loss, Menopause 2022 · Burning Mouth Syndrome, StatPearls · The Menopause Society, trockene Augen 2025 · University at Buffalo, Parodontitis 2017

    Darm, Leber, Nährstoffe: Estrobolom, Maturitas 2026 · Mikrobiom und Menopause, mSystems 2022 · MASLD nach der Menopause · WAVS-Trial, PCRM · Mikrobiom-Sekundäranalyse WAVS · S-Equol, Frontiers in Nutrition 2025 · RKI, Vitamin D (DEGS1) · Nationale Verzehrsstudie II · DGE, Calcium · DGE, Magnesium · Omega-3 world map

    Sexualität und Partnerschaft: GSM-Prävalenz, Frontiers in Medicine 2022 · BSSM, Genitourinary Syndrome of the Menopause · Statistisches Bundesamt, Ehescheidungen 2023/2024

    Arbeit und Gesellschaft: MenoSupport, HWR Berlin 2024 · Women in Change, Healthcare Frauen e.V. · CIPD, Menopause in the workplace 2023 · Rhode Island Menopause-Gesetz, National Law Review 2025 · Haufe Akademie, Wechseljahre am Arbeitsplatz

  • Alleinerziehend, erschöpft und 40+: Was das auf Dauer mit dir und deinem Körper macht und wie du es vermeiden kannst

    Alleinerziehend, erschöpft und 40+: Was das auf Dauer mit dir und deinem Körper macht und wie du es vermeiden kannst

    Der Kühlschrank ist fast leer, wieder einmal. Das Konto sowieso. Und obwohl du als Alleinerziehende erschöpft bist, liegst du nachts wach und grübelst; nicht nur übers Geld, sondern vor allem über dich.

    • Warum reicht es nie?
    • Warum schaffst du es nicht, obwohl du doch jeden Tag alles gibst?
    • Warum kommt immer was dazwischen?

    Wenn du dich in diesen Fragen wiederfindest, bist du nicht allein. Und an dir ist auch nichts falsch. Was du fühlst, hat einen Namen, eine Ursache – und einen Weg heraus, der nicht davon abhängt, dass dich jemand anders rettet.

    Das wichtigste in Kürze

    Rund 40 Prozent der alleinerziehenden Frauen in Deutschland gelten als armutsgefährdet – das Gefühl, arm zu sein, hat meistens einen strukturellen Grund und ist kein persönliches Versagen.

    Geldknappheit zehrt nicht nur am Konto, sondern auch an Körper und Selbstbewusstsein – besonders wenn bei Frauen ab 40 gleichzeitig Wechseljahre und finanziellen Sorgen beginnen.

    Satt statt gut genährt verstärkt Erschöpfung, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme zusätzlich – arm sein hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen ab 40.

    Der Ausstieg aus dem Kreislauf beginnt im Körper: mit gezielter Nährstoffversorgung, kleinen machbaren Schritten und einem zweiten finanziellen Standbein.

    Es gibt einen Weg aus der Sackgasse, für den du keinen neuen Partner brauchst – finanzielle Unabhängigkeit als Frau solltest du dir selbst aufbauen.

    Und eins gleich vorweg, damit hier nichts falsch verstanden wird:
    Es geht mir nicht darum, alleinerziehende Frauen bloßzustellen oder zu verurteilen. Ich schreibe diesen Artikel, weil ich das Thema aus der Scham-und-Schweige-Ecke herausholen will, in der es viel zu lange steckte.

    Rund 2,39 Millionen Frauen in Deutschland sind alleinerziehend, etwa 40 Prozent von ihnen armutsgefährdet. Das sind fast 960.000 Frauen (-> fast 1 Millionen Mütter), die Tag für Tag kämpfen, still und meistens im Verborgenen.

    Wechseljahre, die Gesundheit von Müttern, Zukunftsängste, den eigenen Kindern einen guten Start ins Leben bereiten oder Altersarmut: All das sind Themen, für die in den Medien bis heute kaum Platz ist.

    Mit diesem Artikel/mit meinem Blog möchte ich das ändern und ein Zeichen setzen für mehr Öffentlichkeit, Austausch und Vernetzung – geschrieben mitten aus dem Leben einer Mama Ende 40, die ihre Erfahrungen und mögliche Aus-Wege mit anderen Frauen in ähnlichen Situationen teilen will und dir damit ein Stück „Silberstreif am Horizont“ mitgeben möchte.


    Bist du „knapp bei Kasse“, weil du alleinerziehend erschöpft bist oder warum fühlt es sich so an?

    Fangen wir mal mit den Zahlen an, denn die holen dich aus der Ecke „das bilde ich mir nur ein“ heraus. In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Bei alleinerziehenden Müttern liegt diese Quote bei rund 40 Prozent – fast jede Zweite. Aktueller Wert laut Statistisches Bundesamt für 2023: 1.445 € netto im Monat für eine alleinlebende Person. Dazu kommt das Kindergeld (aktuell 259 € pro Kind) und wenn du Glück hast Unterhalt(svorschuss) vom Kindsvater oder Amt. Diese Zahl stammt aus offiziellen Erhebungen und beschreibt eine reale wirtschaftliche Lage.

    Was diese Zahl nicht zeigt: das tägliche Rechnen im Kopf, bevor du an der Kasse stehst. Das schlechte Gewissen, wenn dein Kind zum wiederholten Mal fragt, ob es die Markenhose/Hoodie/Schuhe … haben kann, die alle anderen tragen. Das Gefühl, arm zu sein, ist bei alleinerziehenden Frauen die spürbare Seite einer Realität, die sich zwar mit Zahlen belegen, aber nicht so einfach auflösen lässt.

    So fühlt sich „knappe Kasse“ an, wenn du alleinerziehend bist und dich erschöpft fühlst

    Zukunftsangst gehört für viele alleinerziehende Frauen zum Alltag wie der Wäscheberg. Dazu kommt oft ein leiser, hartnäckiger Vorwurf an sich selbst: dass du in der Ehe nicht richtig funktioniert hast, oder dass du dir und deinen Werten zu viel Raum gegeben hast, statt still die Familie zu versorgen. Beides stimmt so nicht – das Gefühl bleibt trotzdem.

    Dazu kommt die Angst, den Erwartungen deiner Kinder an ein „normales“ Leben nicht mehr zu genügen. Die Angst, als Versagerin dazustehen, während beim Vater das Geld scheinbar mühelos fließt. Du gibst jeden Tag dein Bestes, und trotzdem schleicht sich abends das Gefühl ein, wieder nicht genug geschafft zu haben. Verstärkt wird das oft durch Einsamkeit: Wenn du niemanden hast, mit dem du deine Sorgen teilen kannst, trägst du am Schluss alles allein. Auch das kostet Kraft.

    Und dann ist da noch dein Körper, der sich ausgerechnet jetzt immer wieder querstellt: Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit, ein Gedankenkarussell, das nicht mehr abschaltet sobald es ruhig wird. Dazu der Honk auf deiner Schulter: „Du schaffst das eh nicht.“ „Bist nicht gut genug.“

    Wie sich das im Alltag zeigt? Das Geld ist oft schon im ersten Monatsdrittel weg, der Rest ist Dispo. Gespart wird zuerst bei dir – neue Kleidung, Friseur, Ausgehen mit Freundinnen gab’s schon lange nicht mehr. Wenn Kleidung, dann nur noch gebraucht vom Flohmarkt. Du isst die Reste aus dem Kühlschrank, manchmal nur sehr wenig.

    Mit der Zeit sieht man es dir an: fahle Haut, eingefallene Wangen, Augenringe, Schultern, die sich nach vorne rollen, als wollten sie dich wie das igelige Stachelkeid vor allem schützen.

    Was das auf Dauer mit deiner Gesundheit macht, wenn du über 40 bist

    Hier beginnt ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt: Dein Selbstbewusstsein schwindet, du fühlst dich zunehmend minderwertig, und selbst Dinge, die früher leicht gelangen, scheinen jetzt schiefzugehen. Dabei wolltest du doch ein Vorbild sein und deinen Kindern zeigen, wie man mitten im Leben neu durchstartet, zu seinen Werten steht und sich nicht unterkriegen lässt. Und jetzt stehst du kurz davor, aufzugeben.

    Was in diesem Kreislauf oft untergeht: Dauerstress und knappes Essen hinterlassen Spuren, die weit über die Stimmung hinausgehen. Ab ca. 40 beginnt die Hormonumstellung (Perimenopause), dein Stoffwechsel arbeitet ohnehin langsamer, dein Körper braucht jetzt mehr, nicht weniger an Nährstoffen – und genau dann bekommt er häufig am wenigsten davon. Das kann sich als Erschöpfung oder bleiernde Müdigkeit zeigen, als Konzentrationsprobleme, als Gelenkschmerzen oder verstärkte Wechseljahresbeschwerden: die Eierstöcke schmerzen, Gewicht, das sich am Bauch sammelt, Wassereinlagerungen, ein Gesicht, das morgens aufgedunsen wirkt.

    Satt sein und gut genährt sein sind zwei völlig verschiedene Dinge. Du kannst jeden Abend einen vollen Teller essen und trotzdem einen Körper haben, der leerläuft, weil das Essen zwar den Magen gefüllt, aber die Zellen nicht gut versorgt werden. Was du dann spürst, ist die Folge eines Körpers, der seinen Alltag ohne ausreichende Grundlage bewältigen soll. Wie ein Auto, das mit leerem Tank die abschüssige Straße herunter rollt. Wie lange wohl?

    In diesem Zustand kommt bei manchen Frauen irgendwann ein Gedanke hoch, den kaum jemand offen anspricht: Vielleicht wäre ein neuer Mann der einfachste Ausweg, einer, der gut verdient und die Kinder mitversorgt. Vielleicht fühlt sich das gerade wie eine naheliegende Lösung an, vor allem weil die eigenen Kräfte zur Neige gehen. Verurteile dich dafür nicht – aber du kannst dir Stabilität auch selbst aufbauen, ganz ohne eine neue „Frau von …“ zu sein.

    Wie du aus dem Kreislauf aussteigst

    Der Ausweg beginnt bei dir, in deinem Körper, genau dort, wo dein Alltag dich täglich fordert – nicht damit, im Außen noch härter zu funktionieren.

    Was tun, wenn für Einkaufen und Kochen kaum Geld und Zeit bleiben? Der erste Schritt muss keine große Ernährungsumstellung sein. Wichtiger ist, deinen Körper gezielt mit den Vitaminen und Mikronährstoffen zu versorgen, die er gerade jetzt braucht, denn mit Beginn der Wechseljahre steigt dieser Bedarf ohnehin. Das kann eine Basis schaffen, auf der dein Körper wieder mehr leisten kann, ohne dass du deinen ganzen Alltag komplett umkrempeln musst. Probier gern folgendes: Frisches, saisonales Gemüse auf dem Markt von kleinen lokalen Anbietern gekauft ist meist nicht teurer als im Discounter. Gesunde Mahlzeiten für mehrere Tage vorbereiten, im Kühlschrank aufbewahren und deiner Mittagspause genießen.

    Parallel lohnt sich der Blick nach vorn: Was kannst du direkt ändern? Wo würde dir eine kleine Weiterbildung helfen? Und wie ließe sich, im eigenen Tempo und von zuhause aus, ein zweites berufliches Standbein aufbauen, mit einem System, das sich bereits bewährt hat und nicht auf „Klinkenputzen“ setzt? So arbeitest du dich Schritt für Schritt aus dem Hamsterrad aus „Funktionieren, Leisten & Ausbrennen“ heraus – auf dem Weg zu echter finanzieller Unabhängigkeit als alleinerziehende Mutter, statt nur für einen nächsten besseren Tag.

    Mein Angebot für dich

    Nur ein Angebot, keine Aufforderung. Du kannst es annehmen oder auch nicht, beides ist in Ordnung. Vielleicht klingt es im ersten Moment ungewohnt für dich. Vielleicht war aber auch schon ein Gedanke dabei, der in den nächsten Wochen weiterarbeitet, das darf so sein, du musst nicht sofort „ja“ rufen.

    Ich biete dir einen offenen, ehrlichen Austausch unter Frauen, die finanziell enge Zeiten kennen, ganz ohne Bewertung. Und ich zeige dir gern den Weg, der für mich funktioniert hat und vielleicht auch etwas für dich wäre: eine gesunde, frische Ernährung, ergänzt durch gezielte Vitamine und Mikronährstoffe als tägliche Grundversorgung, eine Investition in dich und dein Wohlbefinden. Wenn du magst, kannst du es mit System refinanzieren, und es langfristig zu einem zweiten Einkommen ausbauen.

    Fazit: Du bist diesem Zustand nicht ausgeliefert

    Du musst diesen Zustand nicht für immer hinnehmen: Du kannst deine Zukunft gestalten und verändern, auch wenn sich das heute noch nicht danach anfühlt. Viele Frauen sind diesen Weg vor dir schon gegangen. Und du kannst das auch!

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  • Warum ich über Ernährung in den Wechseljahren schreibe, obwohl oder gerade weil kaum jemand darüber redet

    Warum ich über Ernährung in den Wechseljahren schreibe, obwohl oder gerade weil kaum jemand darüber redet

    Vielleicht bist du gerade zum ersten Mal hier gelandet und fragst dich, was diese Frau mit dem Blog mit dem komischen Namen li.le.ne. von dir will. Verkaufen? Belehren? Dir erklären, dass du dich nur mal richtig zusammenreißen musst? Nichts von alledem. Ich möchte dir zeigen, wofür ich morgens aufstehe und diesen Blog schreibe – damit du mehr Hintergrundwissen über Ernährung in den Wechseljahren bekommst und für dich besser entscheiden kannst, ob das etwas für dich ist.

    Das wichtigste in Kürze

    • Ich will die Wechseljahre aus der Scham-Ecke holen und verständlich machen, was in dieser Zeit im Körper einer Frau passiert.
    • Keine Frau soll sich ihren Wechseljahren ausgeliefert fühlen – Wissen nimmt dem Ganzen den Schrecken.
    • Lifestyle, Lebensenergie und Neubeginn hängen zusammen: Alltag, Ernährung, Bewegung und Haltung stärken sich gegenseitig.
    • Über Ernährung und, wo nötig, Nahrungsergänzung lässt sich in den Wechseljahren viel selbst bewegen.
    • Auf diesem Blog findest du Wissen, echte Erfahrungen, ehrliche Produktempfehlungen und einen möglichen Weg zur Refinanzierung mit dem TEAM li.le.ne.

    Ich hole die Ernährung in den Wechseljahren aus der Scham-Ecke

    Über die Perimenopause und die Wechseljahre wird oft nur geflüstert, wenn überhaupt. Zwischen Tür und Angel, mit halb weggedrehtem Kopf, als wäre es etwas Peinliches. Dabei geht jede Frau da durch – und das über viele Jahre. Diese Zeit verdient mehr als ein verlegenes „Da mussten wir alle durch“-Achselzucken.

    Ich möchte Wissen schaffen über einen der größten Umbrüche im Leben einer Frau. Was passiert da im Körper, schon in der Perimenopause, lange bevor die Regel ausbleibt? Warum ist Schlaf plötzlich mit Pausen, die Laune divenhaft, der Bauch ein Fremder? Und was hat das alles mit deinen Ernährungsgewohnheiten zu tun? Wenn du verstehst, was in dir vorgeht, verlieren Symptome und Wechseljahresbeschwerden ihren Schrecken. Und – das ist mir am wichtigsten – dann fühlst du dich nicht mehr ausgeliefert. Kein Körper, der macht, was er will, und du stehst daneben, guckst zu und andere sagen „alles ok und ganz normal“. Sondern du weißt, was los ist, und kannst aktiv gestalten.

    Lifestyle, Lebensenergie und Neubeginn gehören zusammen

    Der Name li.le.ne. ist kein hübsches Wortspiel um seiner selbst willen. Li steht für Lifestyle, le für Lebensenergie, ne für Neubeginn. Und diese drei ziehen am selben Strang: Dein Alltag, wie du dich ernährst und bewegst, färbt auf deine Energie ab. Deine Energie entscheidet, ob du überhaupt Lust oder Antrieb hast, etwas Neues anzufangen oder deine Tages-ToDo’s abzuarbeiten. Und ein Neuanfang – finanzielle Unabhängigkeit, ein Business, ein Projekt, ein Leben nach den eigenen Regeln – gibt deinem Alltag wieder einen Sinn. Das eine trägt das andere. Nimmst du eines weg, kippt der Rest.

    Deshalb schaue ich hier nie nur auf ein einzelnes Puzzleteil, sondern stelle das ganze Bild auf die Bühne: was du täglich isst, wie du dich bewegst, wie du über dich selbst denkst, wovon du abhängig bist und wie du deine Zukunft gestalten kannst.

    Du kannst selbst so viel bewegen

    Es gibt diesen Moment, in dem viele Frauen die Hände in den Schoß legen: „Das sind halt die Wechseljahre, da muss ich jetzt durch.“ Stimmt und stimmt nicht. Durch musst du, das nimmt dir keiner ab. Aber ob du dabei auf dem Zahnfleisch gehst oder mit geradem Rücken stehst – da hast du mehr in der Hand, als dir irgendwer erzählt hat.

    Deine Ernährung, deine Muskulatur, deine Haltung zu dir selbst: An all diesen Stellschrauben darfst du drehen. Das braucht Zeit und muss nicht perfekt sein. Ich möchte dich zu einer von den Frauen machen, die weiß, dass sie etwas verändern kann – und die es dann auch tut. Denn dieses Gefühl, selbst am Steuer zu sitzen, verändert alles. Drängen werde ich dich zu nichts, die Entscheidung bleibt bei dir.

    Warum ich so viel über Ernährung rede

    1. Ich esse gern, gut und gesund.
    2. Ich bin gerne in Gemeinschaft, denn der Austausch stärkt, nährt und lässt uns gemeinsam wachsen.
      Wenn dich Austausch & Wachstum in Gemeinschaft interessiert, informier‘ dich hier über Team li.le.ne.

    Und ich stelle dir eine ehrliche Frage: Willst du dich gut ernähren – oder willst du nur das Gefühl, dass dein Magen voll ist? Das sind zwei komplett verschiedene Dinge, und die meisten von uns haben sich das nie so überlegt.

    Ich glaube nicht, dass wir von Natur aus jeden Tag Nahrungsergänzung bräuchten. Aber unser Alltag heute sieht anders aus, als die Natur es sich gedacht hat. Zwei Dinge kommen zusammen. Erstens braucht dein Körper in den Wechseljahren gezielt mehr Nährstoffe, weil die hormonelle Umstellung Schwerstarbeit leistet. Zweitens steckt in unseren Lebensmitteln oft weniger drin als früher – Masse statt Klasse, viel gespritzt, schnell gewachsen, zu früh geerntet. Weniger Nährstoffe im Feld heißt weniger auf dem Teller heißt weniger, das in deinen Zellen ankommt. Und ein Körper, der zu wenig bekommt, fährt eben auf Sparflamme.

    Die gute Nachricht: Vieles davon hast du selbst in der Hand. Mehr frisches Gemüse, gerne in Bio, weniger Fertiges aus der Packung. Proteine, Hülsenfrüchte, Kräuter, buntes Gemüse – das fühlt sich weniger nach Diät an und mehr nach Zuwendung an dich selbst. Und da, wo dein Alltag es nicht hergibt, dürfen Nahrungsergänzungen die Lücken auffüllen. Als Ergänzung, nicht als Ausrede für „keine Zeit zum Kochen“!

    Ich weiß auch, warum das im echten Leben so schwer ist. Das Marmeladenbrot am Morgen ist in fünf Minuten geschmiert. Das Omelette mit Gemüse braucht eine Viertelstunde, die du früh um halb sieben oft nicht hast. Mittags lockt die Kantine, Menü 2 für 5,80 Euro, schnell mit den Kollegen. Und wenn du stattdessen abends deinen Salat in der Dose vorbereitest und mitbringst, kommt garantiert wieder der Spruch: „Du schon wieder.“ Mit diesem leicht-arroganten Unterton, der dich zum Sonderling macht. Genau über solche Momente will ich mit dir reden, weil da die eigentliche Musik spielt – nicht in den Hochglanz-Ratschlägen, die jede von uns schon hundertmal gehört hat.

    Was du hier bei mir auf li.le.ne. 40plus findest

    Ich schreibe diesen Blog als einen Ort, an dem Frauen sich informieren können und sich vorbereitet fühlen – auch die Töchter und Nichten, die das alles erst noch vor sich haben. Ich teile mein eigenes Wissen und meine eigenen Erfahrungen, auch die holprigen. Ich zeige dir echte Geschichten von Frauen, die etwas verändert haben. Ich empfehle dir die Produkte, die ich selbst nutze und hinter denen ich stehe. Und für die, die noch einen Schritt weiter möchten, gibt es sogar einen Weg, sich das Ganze zu refinanzieren – im TEAM li.le.ne. Informiere dich gerne hier >.

    Und jetzt?

    Wenn du bis hierhin gelesen hast, ahnst du vielleicht schon, dass es mir nicht ums schnelle Verkaufen geht, sondern um dich und die Wechseljahre, diese besondere Zeit deines Lebens. Stöber gern noch ein bisschen. Schau dir an, was hier so steht, lies dich fest, komm wieder. Dein Leben 2.0 fängt nicht mit einer großen Entscheidung an, sondern mit einer kleinen Neugier. Und die hast du ja offenbar schon.

    Ich freu mich, dass du da bist.

    Deine Andrea

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  • Müdigkeit in den Wechseljahren: Wie Adaptogene dich wieder in Schwung bringen

    Müdigkeit in den Wechseljahren: Wie Adaptogene dich wieder in Schwung bringen

    In deinen 40ern fühlst du dich häufig müde und antriebslos, obwohl du „gerade erst aufgestanden bist und ausreichend geschlafen hast? Hier erfährst du, woher diese bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren kommt und wie kleine Pflanzenhelfer, wie z.B. Ashwagandha und Golden Milk deinen Körper während der Perimenopause unterstützen können, und ihm helfen, zurück in Spur und Balance zu kommen.

    In Kürze – Das wichtigste auf einen Blick

    • Anhaltende Müdigkeit in den Wechseljahren hat einen Grund: Energiemangel. Du bist nicht „eben so“ – dahinter steckt meist ein hormonelles Wechselspiel.
    • In der Perimenopause schwanken Östrogen und Progesteron, während die Nebennieren im Dauerstress Überstunden schieben. Das zieht zusätzlich Energie.
    • Adaptogene sind Pflanzenstoffe, die deinem Körper helfen, sich an Belastungen anzupassen – kein Medikament, kein Energydrink.
    • Sie wirken über die HPA-Achse, das körpereigene Stress-Regulationssystem – durch Regulation statt Stimulation.
    • Ashwagandha, Maca und Reishi gelten als die bekanntesten Helfer, wenn du dich ständig müde und antriebslos fühlst, bei Erschöpfung und Energiemangel. Golden Milk ist eine der alltagstauglichen Formen, sie zu genießen.

    Kennst du das Gefühl, morgens aufzuwachen und dich schon müde zu fühlen? Als hättest du die Nacht durchgefeiert, dabei warst du brav um zehn im Bett. Du funktionierst, du machst weiter – aber irgendwo zwischen Kaffee, To-do-Liste und Hunderunde ist dir dein heutiger Antrieb abhanden gekommen.

    Vielleicht hast du dich längst damit abgefunden. „Ist halt das Alter.“ Aber was, wenn diese Müdigkeit in den Wechseljahren kein „Alter“ ist, sondern ein Signal? Und was, wenn es sanfte Wege gibt, deinem Körper zurück in die Balance zu helfen? Genau darum geht es hier.

    Du bist nicht „eben so“

    Stell dir vor: Du sitzt im Büro, liest konzentriert deine E-Mails – und dir fallen die Augen zu. Mitten am Tag. Nach Feierabend schleppst du dich durch die Hunderunde, damit dein Felli wenigstens kurz draußen war, und fällst danach erschöpft aufs Sofa. Ende für heute.

    Dein Körper ist da, aber der Antrieb aber nicht mehr. Der Kopf ist wach, aber wie in Watte. Und das Schlimmste: Du weißt nicht mal mehr genau, wann das angefangen hat. Es ist sich so schleichend häufiger geworden, dass du irgendwann dachtest – vielleicht ist es jetzt einfach so.

    Aber du bist nicht „eben so“. Was du da spürst, hat einen Namen: Energiemangel. Eine tiefe, bleierne Erschöpfung, die mit normaler Müdigkeit eher weniger zu tun hat. Und bei Frauen ab 40 hat sie meistens sehr konkrete Ursachen.

    Warum bin ich in den Wechseljahren ständig so müde und antriebslos?

    In der Perimenopause verändert sich dein Hormonhaushalt grundlegend. Östrogen und Progesteron schwanken – und das wirkt sich auf fast alles aus: Schlafqualität, Energiestoffwechsel, Schilddrüse, Stimmung.

    Gleichzeitig läuft im Hintergrund oft ein Dauerstress-Programm. Deine Nebennieren – zwei kleine Drüsen über den Nieren – sind für die Produktion von Cortisol zuständig, deinem Stresshormon. In der Perimenopause übernehmen sie zusätzlich Aufgaben, die früher hauptsächlich die Eierstöcke erledigt haben: Hormone produzieren.

    Kurz gesagt: Deine Nebennieren machen Überstunden. Und wenn sie dauerhaft unter Druck stehen, gerät dein Energiesystem ins Wanken.

    Das Ergebnis kennst du:

    • Morgens mit dem Wecker aufstehen fühlt sich an wie der 21. Liegestütz.
    • Der Nachmittag bricht ein wie ein Loch.
    • Du willst etwas tun – aber der Antrieb fehlt komplett.

    Wenn dein Körper an so vielen Fronten gleichzeitig kämpft, ist es kein Wunder, dass die Energie auf der Strecke bleibt. Die gute Nachricht: Es gibt Pflanzenstoffe, die genau hier ansetzen. Und damit sind wir bei den Adaptogenen.

    Was sind Adaptogene – der ruhige Dirigent in deinem Körper

    Stell dir deinen Körper wie ein Orchester vor. Wenn alles im Takt spielt, klingt es harmonisch und mitreißend. Aber wenn Stress, Schlafmangel oder Hormonverschiebungen dazwischengrätschen, spielt jedes Instrument plötzlich in einem anderen Tempo. Alles klingt schrill, chaotisch, zermürbend.

    Adaptogene sind Pflanzenstoffe und so etwas wie der ruhige Dirigent, der wieder für einen gemeinsamen Takt sorgt.

    Das Wort kommt vom lateinischen adaptare – anpassen. Und genau das tun diese Pflanzenstoffe: Sie helfen deinem Körper, sich an Belastungen besser anzupassen, ohne in den Extremen hängen zu bleiben. Nicht zu viel Cortisol. Nicht zu wenig Energie. Einfach … ausgeglichener.

    Wichtig zu wissen: Adaptogene sind keine Medikamente. Sie sind Pflanzenstoffe, die schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt werden – besonders in der ayurvedischen und chinesischen Heilkunde. Die moderne Forschung schaut sich das jetzt genauer an und findet Erstaunliches heraus.

    Und Adaptogene sind auch keine Energydrinks. Sie hauen dich nicht kurz auf Zucker-Energie und lassen dich danach noch tiefer fallen. Ihre Wirkungsweise ist viel subtiler – und deshalb nachhaltiger.

    Was Adaptogene in der Perimenopause konkret leisten

    Die Perimenopause ist eine Phase, in der gefühlt alles auf einmal passiert – oder in schnellen Wechseln hintereinander. Die Hormone tanzen Tango ohne feste Schrittfolge. Cortisol steigt gerne genau dann an, wenn Östrogen zurückgeht. Und dein Körper kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: Schlaf, Energie, Stimmung, Gewicht, Hitze.

    Genau hier können Adaptogene dich unterstützen:

    Stressregulation. Deine Nebennieren produzieren in der Perimenopause einen Großteil der Hormone, die sonst aus den Eierstöcke kamen. Stehen sie unter Dauerstress, können sie diese Aufgabe kaum bewältigen. Adaptogene wie Ashwagandha können helfen, die Nebennieren zu entlasten.

    Schlaf. Das nächtliche Gedankenkarussell, das Aufwachen mitten in der Nacht – du kennst es. Reishi und Ashwagandha können beruhigend auf das Nervensystem einwirken und können dir helfen, tiefer zu schlafen.

    Energie und Konzentration. Wenn morgens schon der „Tank“ leer ist, obwohl du gerade erst aufgestanden bist: Rhodiola und Ginseng können das Energieniveau stabilisieren, ohne dich zu pushen wie Koffein.

    Stimmungsschwankungen. Adaptogene wirken auf das Gleichgewicht zwischen Cortisol, Serotonin und anderen Botenstoffen. Das kann spürbar helfen, nicht mehr so schnell aus der Haut zu fahren – und die „Diva“ mal zu Hause zu lassen.

    Stille Entzündungen. Viele Beschwerden der Perimenopause – Gelenkschmerzen, Blähbauch, Hautprobleme – hängen mit stillen Entzündungen im Körper zusammen. Kurkuma und Reishi können hier wohltuend wirken.

    Was hilft wirklich gegen Müdigkeit in den Wechseljahren?

    Wenn es um die bleierne Müdigkeit geht, lohnt sich ein genauerer Blick auf die einzelnen Pflanzenhelfer. Adaptogene wirken auf die sogenannte HPA-Achse – das Zusammenspiel zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere. Das ist dein körpereigenes Stress-Regulationssystem. Gerät es aus dem Takt, gerät deine Energie mit aus der Balance. Adaptogene können helfen, dieses System wieder zu stabilisieren – nicht durch Stimulation, sondern durch Regulation.

    In der Praxis heißt das:

    Ashwagandha kann den Cortisolspiegel senken. Ist Cortisol dauerhaft zu hoch, raubt dir der Stress Energie, stört den Schlaf und bremst die Schilddrüse. Ashwagandha kann dem Körper helfen, wieder „runterzukommen“ – und schafft so Raum für echte Erholung. Damit ist die Schlafbeere eines der spannendsten Adaptogene für Frauen in den Wechseljahren.

    Rhodiola rosea kann direkt auf mentale und körperliche Erschöpfung einwirken. Sie unterstützt die Mitochondrien – die kleinen Kraftwerke in deinen Zellen, die Energie produzieren. Sind die Mitochondrien erschöpft, bist du es auch. Rhodiola kann helfen, die kleinen Energiekraftwerke in deinen Zellen wieder in Gang zu bringen.

    Maca wirkt auf das hormonelle Gleichgewicht und wird oft mit mehr Antrieb, besserer Stimmung und mehr Vitalität in Verbindung gebracht. Besonders interessant in der Perimenopause, weil Maca nicht direkt Hormone zuführt, sondern den Körper dabei unterstützt, seine eigene Hormon-Balance wieder zu finden.

    Ginseng ist ein Klassiker bei Erschöpfung. Er unterstützt die Gehirnfunktion, wirkt dem Konzentrationsdefizit entgegen und kann das allgemeine Energieniveau stabilisieren.

    Reishi wirkt eher über den Umweg Schlaf. Wer tiefer und erholsamer schläft, wacht mit mehr Energie auf. So einfach – und gleichzeitig so schwer zu erreichen. Reishi kann hier sanft deinen Schlaf unterstützen.

    Wie sich das im Alltag anfühlt

    Erwarte bitte keinen „Wow, ich bin wieder 30″-Effekt. So funktioniert das nicht. Es ist eher so: Du merkst nach ein paar Wochen,

    • … dass sich der Nachmittag nicht mehr ganz so bleiern anfühlt – du spürst wieder Interesse an deinem Leben, an Unternehmungen, an Gemeinschaft.
    • … dass du abends noch eine Runde mit dem Hund gehen kannst, hoch zu deinem Lieblingsaussichtspunkt, ohne innerlich zu stöhnen.
    • … dass du morgens wieder mit Vorfreude auf den Tag aus dem Bett steigst.

    Kleine Verbesserungen. Die sich summieren.

    Und genau das ist es, was du in der Perimenopause brauchst – keine schnellen Tricks, sondern eine sanfte, verlässliche Unterstützung, die mit deinem Körper arbeitet und nicht gegen ihn.

    Meine Empfehlung: Golden Milk für den Alltag

    Die Theorie ist schön und gut – aber wer hat morgens Lust, fünf verschiedene Zutaten abzuwiegen, zu reiben und minutenlang zu dünsten? Genau deshalb mag ich meine Golden Milk so gern.

    Golden Milk, die „goldene Milch“, ist ursprünglich ein ayurvedisches Getränk auf Basis von Kurkuma. In einer gut gemachten Mischungen treffen mehrere Adaptogene aufeinander – zum Beispiel Ashwagandha und Kurkuma – und werden so zu einem kleinen Ritual, das sich ganz selbstverständlich in deinen Tag einfügt.

    Genau das macht Solis Golden Milk für mich so alltagstauglich: ein Löffel in warme Milch oder Pflanzendrink, umrühren, fertig. Kein Abwiegen, kein Raspeln. Stattdessen ein schneller und wärmender, würziger Moment für dich. Die Umarmung am Abend auf dem Sofa, wenn der Tag zur Ruhe kommen darf, oder nachmittags, bevor du anfängst dich „schuldig“ zu fühlen, weil du wieder vor lauter Müdigkeit nicht vom Sofa kommst, oder morgens als sanfter Start in den Tag, bevor deine Gedanken ans Büro die Stimmung zum überzubrodeln bringt.

    Das Schöne daran: Es ist kein „Funktionspräparat“, das du widerwillig runterschluckst. Es ist ein Genussmoment, der nebenbei deinem Körper etwas Gutes tut. Und Rituale, die sich gut anfühlen, hält man eben durch – Woche für Woche, wann immer dir danach ist. Genau diese Regelmäßigkeit ist es, die bei Adaptogenen den Unterschied macht.

    Fazit: Schenk deinem Körper einen ruhigen Dirigenten

    Die bleierne Müdigkeit in den Wechseljahren ist kein persönliches Versagen und nichts, womit du dich einfach abfinden musst. Sie ist die Antwort deines Körpers auf eine Zeit, in der vieles gleichzeitig in Bewegung ist. Und so wie es Gründe für die Erschöpfung gibt, gibt es auch Wege, sanft gegenzusteuern.

    Adaptogene sind keine Wundermittel. Aber sie können der ruhige Dirigent sein, der dein Orchester wieder in einen gleichmäßigeren Takt bringen kann – Schritt für Schritt, ohne Druck, im Tempo deines Körpers.

    Wenn du es ausprobieren möchtest, ist Golden Milk ein wunderbar einfacher Einstieg. Mach dir heute Abend eine warme Tasse, kuschel dich aufs Sofa und schau, wie sich das für dich anfühlt.

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    Dieser Beitrag enthält einen *Empfehlungslink. Die Inhalte dienen der Information und ersetzen kein ärztliches Gespräch. Wenn du dauerhaft erschöpft bist, Medikamente einnimmst oder unsicher bist, sprich deine Beschwerden bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

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