Mitte Juni. Der Himmel? Grau und regen-trüb. Und ich? Sitze am Küchentisch mit meinem Kaffee und komme einfach nicht in die Gänge.
Willkommen in meinem Juni – dem echten, ungestellten, manchmal zähen. Einmal im Monat schreibe ich einen 12 von 12 (oder versuche es zumindest regelmäßig 🙂 und dokumentiere den 12. mit zwölf Momentaufnahmen aus meinem Alltag. Kein Hochglanz-Tag, keine Vorzeige-Routine. Sondern das, was wirklich war.
Und was war? Spoiler: Regen. Viel Regen. Ein Tennis-Match, das im wahrsten Sinne ins Wasser fiel. Zwei Hunderunden – eine davon mit einer Freundin, und ich verspreche dir: die besten Gespräche über Wechseljahre finden weder beim Wein noch auf der Couch statt. Dazu ein Erdbeerfeld, ein Fahrrad, Hügel, die ich innerlich verfluchte – und ein Feierabend, der mit Golden Milk und Yoga Nidra endete, wie er enden sollte.
Klingt nach ganz normalem Leben? Ist es auch. Und genau deshalb erzähle ich es dir.
6:30 Uhr: Morgen-Kaffee

Mitte Juni. Und draußen? Grau. Trüb. Regen ohne Ende.
Ich sitze am Küchentisch, halte meinen Kaffee und schaue auf die regennasse Terrasse. Das Morgenlicht ist so ein trübes Dämmerlicht, das einen nicht wirklich wach werden lässt. Für meinen Sohn habe ich Toast gemacht – das Brot ist leer und zum Bäcker bin ich heute früh definitiv nicht gelaufen. Im Regen? Nein danke.
Und jetzt sitze ich hier. Und komme irgendwie nicht in die Gänge.
Kennst du das auch? Dieses bleierne Gefühl an manchen Tagen der Wechseljahre, das sich manchmal schon morgens einfach über alles legt – bevor der Tag überhaupt richtig angefangen hat? Bei mir steckt da gerade ganz viel Perimenopause drin. Zweite Zyklushälfte, und mein Körper macht was er will: müde, antriebslos, diese miese Grundstimmung, die sich für nichts und niemanden entschuldigt.
Oh Mann.
Ich sage dir das, weil ich finde, dass wir viel zu selten offen darüber reden: Heute ist so ein … Tag. Kein Drama. Kein Versagen. Nur ein Tag.
Und ich sage dir das, weil ich finde, dass wir viel öfter einfach sagen dürfen, wie es uns wirklich geht. Gerade in der Perimenopause. Gerade in dieser Phase, in der so viele von uns mit denselben Themen kämpfen – und trotzdem oft das Gefühl haben, alleine damit zu sein.
Unsere Mütter und Großmütter haben darüber geschwiegen. Oder es wurde weggewischt mit einem knappen „Da mussten wir alle durch.“ Ende der Diskussion.
Aber ich will das nicht mehr so. Ich will darüber reden. Offen. Ohne Scham. Weil es zu unserem Leben dazu gehört und ich weiß, dass du da draußen sitzt – vielleicht auch gerade mit deinem Kaffee – und denkst: Ja, das kenne ich auch.
Lass uns reden. 💬
8 Uhr: Hunderunde

Regenjacke. Gummistiefel. Los geht’s.
Nächstes Wochenende ist Mitsommer – der längste Tag des Jahres. Irgendwie glaube ich es nicht so recht, wenn ich nach draußen schaue. Kalt, nass, windig. Seit Tagen schon.
Hundili und ich sind wieder mal zu spät dran, die anderen schon vorgelaufen. Ich laufe hinter ihm her und – ich kann nicht anders – es zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht. So ein Glücksbringer auf vier Pfoten.
Als wir die Gruppe einholen, mitten im Wohngebiet, gibt es große Begrüßungsfreude. Bei den Hunden und bei uns. Manchmal denke ich: Das ist eigentlich wie ein Spielplatz-Treffen – nur mit Fell-Kids statt Kindern. 🐾
Und genau das ist es, was uns zusammenhält. Wir ticken alle ähnlich. Wir lieben unsere Hunde auf eine Weise, die andere vielleicht nicht ganz verstehen. Und das verbindet.
Ich bin dankbar für diese Runde. Für die fröhliche Gassi-Stunde am Morgen, die mich jedes Mal wieder auf andere Gedanken bringt – egal wie grau der Himmel ist.
Manchmal braucht es nicht viel, um den Tag gut zu starten. Manchmal reicht ein Hund und eine Handvoll Menschen, die genauso ticken wie du. 🐶
9:15 Uhr: Frühstücks-Shake

Mein „Daily Drink“ gehört zu meinem Morgen wie der Kaffee. Ein Shake mit allem, was mein Körper braucht, um gut in den Tag zu starten – Vitamine, Mikronährstoffe, Proteine. Alles drin, alles erledigt. Für mich ersetzt er auch das Frühstück, denn morgens essen fällt mir seit jeher schwer.
Der Shake war mein Ausweg. Seit 2021 weiß ich, was es bedeutet, wenn der Akku wirklich leer ist – ganz unten. Trennung, kein Job, Bewerbung, Absage, immer wieder. Zwei Kinder, keine Ahnung wie es weitergeht, und ein Körper, der einfach nicht mehr mitmachen wollte.
Damals habe ich angefangen, genauer hinzuschauen. Was brauche ich eigentlich? Was fehlt mir – nicht nur emotional, sondern ganz konkret, körperlich? Was ich gelernt habe: In der Perimenopause braucht unser Körper deutlich mehr. Mehr Vitamine, mehr Mikronährstoffe, mehr Proteine. Und wenn man das nicht bewusst zuführt, merkt man es – an der Müdigkeit, an der Stimmung, an diesem diffusen Gefühl, dass irgendwie alles schwerer ist als es sein müsste.
Seitdem gehört mein „Daily Drink“ fest zu meinem Morgen. Meine Grundversorgung. Jeden Tag. ✔
9:30 Uhr: Jetzt – Homeoffice

Ich arbeite durch, was sich gestern angesammelt hat – angefangene Blogartikel-Ideen, Content-Ideen für Social Media. Notizen auf dem Handy, Gedanken in diversen Google Docs, manches im Trello-Board. So ein digitales Sammelsurium, das irgendwann sortiert werden will.
Heute ist der 12. Juni – also Zeit für meinen „12 von 12″. Einmal im Monat dokumentiere ich den 12. mit zwölf Momentaufnahmen aus meinem Alltag – naja zugegeben, manchmal vergesse ich es auch. Ich mag dieses Format. Es zwingt mich, genauer hinzuschauen – auf das ganz Normale, das sonst einfach so vergeht.
Beim Texten arbeite ich inzwischen mit Claude zusammen. Ich gebe meine Gedanken rein, und gemeinsam polieren wir die Texte – das spart mir enorm viel Zeit und macht den Prozess irgendwie leichter – und vor allem schneller. Die Schreib-Skills sind für mich ein echter Gewinn. Danach noch schnell Foto-Editing in Canva, und der Content ist fertig.
So sieht mein heutiger verregnetet Vormittag aus. Nicht glamourös – aber effizient. 😄
11:15 Uhr: Tennis-Match vorbereiten


14 Grad. Der Regen müsste gleich aufhören – müsste.
Ich packe meine Tennistasche: Schuhe, zwei lange Shirts, 3/4-Hose, Bälle. Und mein Getränk. Zuckerfrei, mit Elektrolyten – weil mein Körper nach dem langen Sitzen am Schreibtisch heute noch Lauf-, Schlag- und „sonstige Denkleistung“ erbringen soll. Tennis ist eben nicht nur Sport. Da muss auch der Kopf mitspielen. 🎾
Mal sehen, was der Nachmittag noch bringt.
12:00 Uhr: TCA Vereinsmeisterschaft Damen

Der Regen hat nicht aufgehört … das Spiel fällt heute leider aus.
Wir verlegen das Vereinsmeisterschafts-Spiel auf nächste Woche – gleiche Zeit, nur eine Woche später. Meine Gegnerin (LK12) spielt bedeutend besser als ich (LK 25), das war mir vorher klar. Mein Ziel wäre ganz bescheiden gewesen: saubere Technik, guter Abstand zum Ball, die Bälle klug verteilen, sie ins Laufen bringen. Und bitte kein Doppel-Bagel, also pro Satz mindestens einen Punkt erspielen. 😄
Die Messlatte lag nicht besonders hoch. Aber manchmal ist das genau richtig so. Das nimmt Druck raus und lässt einen freier Spielen.
Fortsetzung folgt.
14 Uhr: Hunderunde mit einer Freundin
Immer noch Regen. Wir werden wieder nass. Na und?
Mit meiner Freundin merke ich das kaum. Wir sind ähnlich alt, haben ähnliche Lebensthemen – und genau das macht es aus. Sie ist gerade immer wieder krankgeschrieben wegen ihrer Wechseljahres-Symptome. Wir treffen uns zum Gassi und einfach reden. Keine ist allein mit ihrem Thema.
Gute zwei Stunden sind wir gelaufen. Haben uns ordentlich verquatscht.
Und weißt du was? Lieber zwei Stunden im Regen gehen und reden als den ganzen Abend beim Wein sitzen und reden. Gassi ist alkoholfrei. Das hat auch was. 😄
16 Uhr: einmal am Tag „warm“ Essen

Hauptmahlzeit. Frisch gekocht – und zwar schnell.
„Fast food“ auf meine Art: gedünstetes Gemüse. Dann Küchenschluss. Nichts mehr nach 18 Uhr – wegen Autophagie und so. Magen und Verdauung eine Pause gönnen. Die haben’s verdient.
Kaum aufgegessen, schon aufs Fahrrad. Die Erdbeeren rufen. 🍓
16:30 Uhr: Erdbeeren – wir kommen

Ein Geheimtipp unter Freundinnen: irgendwo in der Nähe soll es ein Erdbeerfeld zum Selberpflücken geben. Klingt perfekt. Wir schwingen uns aufs Radl.
Ich und Fahrrad. Eine tolle Idee. 🫣
Ich komme aus dem absoluten Flachland – jeder noch so kleine Hügel fühlt sich für mich wie ein Berg an. Meine Freundin: locker voraus, rauf und runter. Ich: hinterher, keuchend, die Hügel innerlich verfluchend. Eine gute halbe Stunde pro Weg.
Aber dann: im Erdbeerfeld sitzen, pflücken, Sonne im Gesicht. Für Marmelade, Erdbeerkuchen, Joghurt, Smoothie. Reiche Beute gemacht. 🍓
Und erst als ich da so saß, fiel mir ein: Im Ort hält eigentlich auch der Bus.
Ja. Nächstes Mal. 😄
18:20 Uhr: Lieblings-Pflegi abholen


Meine „Mausine“ kommt übers Wochenende. Ihr Frauchen ist auf einer Hochzeit – also übernehme ich. 🐾
Aber erst: schnell das schönste Schälchen Erdbeeren zusammengepackt und los. Puh – grad noch rechtzeitig dort.
Dann die Abend-Gassi-Runde: Roni, Kaya und ich. Alle zusammen über den Haldenberg, zurück ins Auto, und zu mir nach Hause.
Und jetzt? Feierabend. Endlich. 🥰
19:30 Uhr: Die guten in’s Töpfchen …
Feierabend? Denkste.
Selbstgepflückte Erdbeeren sind meistens schön reif – und meistens voller Druckstellen. Also: große Schüssel waschen, die guten für den Kuchen rauslesen, den Rest ausschneiden und kleinschnippeln. Für Joghurt, Smoothie und Quark. Zwei Schüsseln, Kühlschrank. Fertig.
So, jetzt aber wirklich. 🍓😄
21 Uhr: Tages-End-Entspannung
Jetzt wirklich Feierabend.
Heiße Tasse Golden Milk. Yoga Nidra – Meditation im Liegen, die mich jedes Mal tiefer entspannt als ich es für möglich halte. Und danach Journaling: drei Dinge, die heute gut waren.
Mein goldenes Abendritual. ✨
weitere 12 von 12
Dies sind einige der kommenden Veranstaltungen.

12 von 12 im Juni ’25
Einiges ist vorbei, goodbye im Junimond. Entspannt, annehmend, mit dem Bewusstsein, dass es in Zukunft nicht mehr so sein wird.

12 von 12 im April ’25
Mein Rückblog im April: Ein wundervoller Frühlingstag. Ich lade dich ein, komm mit auf einen erlebnisreichen Tag und genieße ein bisschen Abenteuerluft.

12 von 12 Oktober ’24
Ein ganz normaler Samstag im Oktober: Kaffee, Gassi im Bodenseenebel und Pilze im bunt gefärbten Herbstwald …


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