Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren?Nicht der falsche erste Schritt, aber die Reihenfolge, die kaum jemand kennt

Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren: Warum Blähungen plötzlich stinken und in welcher Reihenfolge du vorgehst, damit es nicht schlimmer wird.

Dich plagen üble Blähungen in den Wechseljahren? Und was der Geruch dir über deine Verdauung verrät. Warum viele den falschen ersten Schritt wählen, was wirklich hilft und die Reihenfolge, die kaum jemand kennt – all das liest du in diesem Artikel.

Das wichtigste auf einen Blick

Blähbauch ab 40 hat selten eine einzelne Ursache. Meist arbeitet die Verdauung langsamer und schwächer als mit 30.

Was tun, wenn der Pups stinkt? Der Geruch verrät, woran es liegt: faulig-schwefelig heißt unverdautes Eiweiß, süßlich-gärig heißt unverdaute Kohlenhydrate.

Schon in der Perimenopause sinken Östrogen und Progesteron. Sie verlangsamen den Darm und machen die Schleimhaut empfindlicher. Deshalb kommen neue Nahrungsmittelunverträglichkeiten dazu.

Der häufigste Fehler, den viele machen: sofort mehr Ballaststoffe essen. Bei einem gärenden Bauch wird es davon erst schlimmer.

Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren: Erst ärztlich abklären lassen, dann den Essrhythmus ändern, die Verdauungskraft stärken, den Darm entlasten und erst danach die Ballaststoffe aufbauen.

Es gibt einen Satz, den ich in Mails von Leserinnen häufiger lese als jeden anderen: „Ich esse doch gesund. Warum passiert mir das?“

Geschrieben hat ihn mir kürzlich eine Frau Mitte 40, zwei fast erwachsene Kinder, berufstätig. Ihr Bauch sieht schon mittags aus wie im fünften Monat. Ihre Blähungen riechen so, dass sie sich kaum mehr unter Leute traut. Immer mehr Lebensmittel bekommen ihr nicht, obwohl sie sie ihr Leben lang gegessen hat. Dazu Kopf- und Nackenschmerzen, schmerzende Finger, eine Schulter, die blockiert. Stimmungstiefs. Ein Kopf, wie in Watte. Termine, die sie sich ohne ihr „digital brain“ nicht mehr merken kann. Und diese bleierne Müdigkeit, die schon mittags da ist.

Ich habe ihre Mail dreimal gelesen. Nicht, weil ich nicht wusste, was ich antworten soll, sondern weil ich diese Liste kenne – aus meinem eigenen Leben und aus dutzenden Gesprächen. Sie steht beispielhaft für Viele und deshalb möchte ich sie anonymisiert mit dir teilen.

Der Kreislauf, der sich hochschaukelt

Ganz am Ende ihrer Mail stand der Satz, um den sich für mich alles dreht:

„Ich esse doch gesund. Warum passiert mir das?“

Die gefühlten zehn getrennten Baustellen der Leserin sind Eine. Ein Kreislauf, in dem sich ein paar Dinge gegenseitig hochschaukeln. Und wenn du gerade nickst, dann bist du damit auch nicht allein: Jede dritte Frau hat in den Wechseljahren zeitweise mit hartnäckigen Blähungen zu tun. Und die Frage, die sich alle stellen: Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren?

Warum ich diese Mail so gut verstehen kann

Ich hatte meinen ersten Blähbauch mit sechzehn. In der Pubertät ging es los, und dann kam es immer wieder, in Phasen, über Jahrzehnte, bis heute. Mal ein halbes Jahr Ruhe, dann mal wieder Bauch, Blähungen und eine Liste von Sachen, die ich gerade nicht vertrug. Es kam und ging, scheinbar ohne dass ich etwas anders gemacht hätte.

Man hat mir gesagt, das sei der Stress. Und ich habe das geglaubt, weil ich es glauben wollte. Stress ist eine tolle, einfache Erklärung, mit der man weitermachen kann, ohne etwas zu ändern. (sorry für die Ironie)

Seit Mitte vierzig ging das dann nicht mehr. Da wurde es so schlimm, dass ich mich kaum noch unter Leute getraut habe. Wer schon mal in einem Großraumbüro gearbeitet hat oder in einem Meetingraum saß und mitgerechnet hat, wie lange es noch dauert, weiß, wovon ich rede. Dazu die Schmerzen. Irgendwann hatte ich auf Geselligkeit keine Lust mehr, und dann auf vieles andere auch nicht. Es war nicht der Bauch allein, der mir das Leben kleiner gemacht hat. Es war das, was daraus folgte: Rückzug, Einsamkeit, Ängste, ein schrumpfendes Selbstwertgefühl, negative Gedanken, immer tiefer werdende Stimmungstiefs. Die Liste ist lang.

Was mir damals niemand erklärt hat, ist das, was ich für mich zum Thema „Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren“ erarbeitet habe und möchte ich jetzt mit dir diesem Artikel teilen.

Warum dein Blähbauch ab 40 dir plötzlich viel mehr übelnimmt

Die Verdauung passiert weiter oben, als du denkst

Wenn wir „Verdauung“ sagen, denken die meisten an den Darm. Aber die eigentliche Arbeit passiert viel weiter oben.

Sie beginnt im Mund. Die Zähne zerkleinern, der Speichel fängt an, Stärke in der Nahrung zu spalten. Im Magen kommt Säure dazu und die schließt vor allem das Eiweiß auf. Im Dünndarm übernehmen dann Galle und Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse den Rest: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate werden so klein zerlegt, dass der Körper sie aufnehmen kann.

Erst danach kommt der Dickdarm und dort sitzen die Bakterien. Sie sind keine Störenfriede, sie gehören dorthin und machen einen wichtigen Job. Aber sie fressen, was ankommt.

Und damit hast du das Bild, das den ganzen Rest erklärt: Was oben nicht zerlegt wird, kommt unten unzerlegt an. Die Bakterien machen sich darüber her und dabei entsteht Gas. Dein Blähbauch ab 40 ist also selten ein Problem des Dickdarms. Er ist die Rechnung für etwas, das vorher nicht mehr gut funktioniert hat.

Was sich bei Frauen ab 40 verändert

Jetzt kommt der Teil, den mir mit fünfundvierzig niemand gesagt hat.

Die Verdauungssäfte lassen nach. Magensäure, Galle und Enzyme werden mit den Jahren weniger, und auch der Stoffwechsel läuft langsamer. Nahrung, die mit 30 mühelos verdaut wurde, dauert jetzt länger oder bleibt liegen.

Dazu kommen die Hormone. Progesteron entspannt die Muskulatur, auch die im Darm, und es fällt in den Wechseljahren früher und stärker ab als Östrogen. Das verändert das Tempo, mit dem die Verdauung läuft. Östrogen wiederum hält die Schleimhäute geschmeidig und gut durchblutet, im ganzen Körper und eben auch im Verdauungstrakt. Wenn es sinkt, werden diese Schleimhäute empfindlicher. Gleichzeitig verschiebt sich die Zusammensetzung der Darmflora.

Deshalb ist die Frage „Was hilft gegen Blähbauch in den Wechseljahren“ auch nie mit einem einzigen Tipp zu beantworten. Es hat sich nicht eine Sache verändert, sondern das ganze System hat einen Gang zurückgeschaltet.

Warum ausgerechnet Zwiebel, Knoblauch und Hülsenfrüchte?

Fällt dir auf, dass es immer dieselben Verdächtigen sind? Zwiebel, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Apfel, Weizenmehl, Kohl. Das ist kein Zufall.

Diese Lebensmittel bringen Zuckerarten mit, die dein Dünndarm auch bei bester Gesundheit nur schlecht aufnimmt. Solange die „obere“ Verdauung gut funktioniert, fällt das nicht weiter auf. Sobald es aber irgendwo hakt, sind sie die Ersten, die Probleme machen, weil bei ihnen ohnehin am meisten unten ankommt.

Deine neuen Nahrungsunverträglichkeiten sind also oft weniger eine Allergie als eine Überforderung des Verdauungssystems bei Frauen ab 40. Dein Bauch verträgt die Zwiebel nicht schlechter als früher, er hat nur weniger Puffer.

Was tun, wenn der Pups stinkt und was der Geruch dir verrät

Und jetzt zu dem Thema, über das keine von uns gern spricht.

Blähungen riechen unterschiedlich, und der Unterschied ist kein Zufall, sondern ein Hinweis. Wenn Kohlenhydrate vergoren werden, entstehen Gase, die eher säuerlich riechen oder fast gar nicht. Wenn dagegen Eiweiß unverdaut im Dickdarm ankommt, bauen die Bakterien schwefelhaltige Aminosäuren ab. Dabei entstehen auch Schwefelwasserstoffe und die riechen nach faulen Eiern.

Wenn es bei dir also übel riecht, ist das keine Charakterfrage und kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas grundsätzlich nicht stimmt. Es ist ein Fingerzeig und der zeigt nach oben: auf zu wenig Magensäure, auf zu wenig Galle, auf Portionen, die zu groß sind oder auf Essen, das zu schnell heruntergeschlungen wurde.

Ich weiß, wie schwer dieses Thema ist. Ich habe jahrelang so getan, als gäbe es das bei mir nicht. Dabei war es die ganze Zeit die nützlichste Information, die mein Körper mir geschickt hat.

Und warum wird es vor der Periode schlimmer?

Wenn dein Bauch an manchen Tagen mit demselben Essen klarkommt und an anderen nicht, dann schau mal auf den Kalender.

Am Ende deines Zyklus fällt Progesteron. Derselbe Teller wirkt an Tag 24 dadurch völlig anders als an Tag 8. Wenn du das ein paar Wochen mitschreibst, siehst du dieses Muster oft schon nach dem zweiten Zyklus.

Wie Bauch, Müdigkeit und der Nebel im Kopf zusammenhängen

Zurück zur Mail meiner Leserin. Sie hat ja nicht nur über ihren Blähbauch ab 40 auch geschrieben, sondern auch über Müdigkeit, Vergesslichkeit und die schmerzenden Gelenke. Was hat das miteinander zu tun?

Ein gereizter Darm nimmt Nährstoffe schlechter auf. Wenn dann noch starke Monatsblutungen hinzukommen, wie sie in der Perimenopause häufig sind, geht viel Eisen verloren. Und wenn Ferritin, B-Vitamine wie Vitamin B12 oder Vitamin D unten (also viel zu niedrig) sind, bekommst du genau das: eine Müdigkeit, die dich im Stehen schlafen lässt, ein Gedächtnis wie ein Sieb und einen Nacken wie Beton.

Parallel dazu die Hormone mit Stimmungstiefs, ein Kopf wie in Watte, tiefe Müdigkeit und Gelenkschmerzen, die viele Frauen in dieser Zeit zum ersten Mal erleben. Jedes dieser Räder treibt die anderen mit an. Deshalb fühlt es sich nicht an, als hättest du ein Problem. Es fühlt sich an, als würde alles gleichzeitig schlechter.

Erst prüfen lassen, dann loslegen und verändern

An dieser Stelle muss ich etwas sagen, was du von mir vielleicht nicht erwartest.

Bevor du irgendetwas an deiner Ernährung umbaust, lass das einmal ärztlich abklären. Das muss nichts Schlimmes sein, und sehr oft steckt keine Krankheit dahinter, sondern eine Verdauung, die anders arbeitet als mit 30. Aber sicher weißt du das erst, wenn jemand nachgesehen hat.

Mach dir einen Termin beim Hausarzt und lass deine Werte prüfen: Nährstoffe, Schilddrüse, Entzündungswerte, Leber. Sag dazu, was dir sonst noch auffällt, gerade wenn es um spezifische Schmerzen geht.

Vielleicht denkst du jetzt: Das ist doch bestimmt nur Reizdarm. Kann sein. Reizdarm ist allerdings eine Ausschlussdiagnose, das heißt, Reizdarm ist das, was übrig bleibt, wenn nichts anderes gefunden wurde. Der Weg dorthin führt also über genau dieselben Untersuchungen.

Ich bin bei diesem Punkt so hartnäckig, weil ich weiß, wie verführerisch die andere Variante ist. Mir hat man jahrelang gesagt, es sei der Stress, und ich habe mich damit zufriedengegeben. Falls hinter deiner Müdigkeit ein Eisenmangel steckt oder deine Schilddrüse nicht mitspielt, reicht keine Ernährungsumstellung der Welt. Und falls sich nichts findet, hast du freie Bahn und weißt es sicher. Beides bringt dich weiter.

Blähbauch in den Wechseljahren: Was jetzt hilft und in welcher Reihenfolge

Der Fehler, den fast alle machen

Wenn du „Blähbauch in den Wechseljahren“ googelst, liest du überall denselben Rat: Iss mehr Ballaststoffe. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Rohkost, dreißig Pflanzen pro Woche.

Langfristig stimmt das. Kurzfristig ist es allerdings der schnellste Weg, deinen Bauch schlimmer zu machen. Ballaststoffe sind das Futter für deine Darmbakterien, und wenn bei dir gerade zu viel vergoren wird, schüttest du damit Benzin ins Feuer. Genau deshalb geben so viele Frauen nach kurzer Zeit auf und denken, bei ihnen funktioniert das eben nicht.

Was du brauchst, ist keine andere Einkaufsliste. Du brauchst eine andere Reihenfolge.

Schritt eins: Der Rhythmus

Der Rhythmus deiner Mahlzeiten ist der wirksamste Hebel, und er kostet dich keinen Cent.

Lass vier Stunden zwischen deinen Mahlzeiten und iss dazwischen nichts. Auch keine Handvoll Nüsse, keinen Milchkaffee, keinen Himbeer-Quark, kein Stückchen Käse beim Kochen. Dein Dünndarm hat einen eigenen Putzmechanismus, der Reste und Bakterien Richtung Dickdarm schiebt. Der läuft nur in den Pausen, in denen nichts zu tun (nichts zu verdauen) ist. Wer den ganzen Tag über kleine Mengen isst, schaltet diesen Reinigungsdienst dauerhaft ab.

Deine letzte Mahlzeit des Tages liegt am besten vor 18 Uhr, mindestens aber drei Stunden vor dem Schlafengehen. Dann kommst du auf eine lange Pause am Stück deren größten Teil du verschläfst. Nebenbei bekommt dein Körper in dieser langen Pausen Gelegenheit für Aufräumarbeiten in den Zellen, über die gerade viel geforscht wird. Der Grund, aus dem ich es dir empfehle, ist aber viel einfacher: Dein Verdauungssystem darf endlich fertig werden.

Schritt zwei: Die Verdauungskraft

Setz dich zum Essen hin. Ohne Handy, ohne Stehen, ohne nebenbei. Verdauung läuft nur, wenn dein Nervensystem auf Ruhe geschaltet ist, und das ist keine Esoterik, sondern Biologie.

Dann kaue. Und zwar richtig bis im Mund keine Stücke mehr sind. Meine Oma sagte dreißig Mal und sie hatte recht. Das Kauen ist der einzige Teil deiner Verdauung, den du aktiv selbst in der Hand hast.

Und nimm zehn Minuten vor dem Essen etwas Bitteres zu dir, einfach so im Mund zerkauen. Ein paar Blätter Rucola, ein Stück Chicorée, ein paar Tropfen Bitterkräuter. Bitterstoffe auf der Zunge sind das Startsignal für Magensaft und Galle und die Galle ist bei vielen von uns der schwache Punkt.

Schritt drei: Entlasten, zwei bis drei Wochen lang

Jetzt nimmst du deinem Bauch für eine Weile Arbeit ab.

Iss gedünstet und gekocht statt roh, vor allem abends. Ein kleiner Blattsalat mittags ist meist kein Problem, denn Blattsalat ist das Harmloseste an der ganzen Rohkost. Schwerer zu verdauen sind rohe Paprika, rohe Karotte, Gurke mit Schale, Kohl, Zwiebel, Knoblauch und Hülsenfrüchte. Die lässt du für zwei bis drei Wochen aus. Abends dann nichts Kaltes und nichts Rohes mehr und morgens lieber warm frühstücken als kalt.

Alkohol lässt du in dieser Zeit weg. Und dann schau dir bitte die Zutatenlisten in deinem Vorratsschrank an. Sorbit, Xylit, Erythrit und Maltit stecken oft in Kaugummi, Proteinriegeln, Eiweißpulver und in fast allem, was mit „zuckerfrei“ wirbt. Das sind Zuckeralkohole, die dein Dünndarm kaum aufnimmt und sie landen praktisch vollständig bei den Bakterien im Dickdarm. Bei manchen Frauen erklärt sich damit der halbe Blähbauch und niemand hatte diese „Zucker“ im Verdacht, weil sich ja alles gesund anhört.

Schritt vier: Aufbauen

Erst jetzt kommen die Ballaststoffe zurück, und zwar langsam, über mehrere Wochen.

Fang sanft an: ein Teelöffel geschrotete Leinsamen, über Nacht eingeweichte Chiasamen, gekochte Karotte, Zucchini, Kürbis. Wenn das gut geht, kommt die nächste Sorte dazu. Und danach darf es richtig bunt werden, denn Vielfalt auf dem Teller ist das, was deine Darmflora langfristig braucht.

Diese Reihenfolge ist der Unterschied zwischen „ich habe alles probiert und nichts hat geholfen“ und einem Bauch, der wieder mitmacht.

Noch ein Wort zum Eiweiß

Wenn du oben gelesen hast, dass unverdautes Eiweiß den fauligen Geruch macht, dann lag auch bei mir ein Gedanke nahe: Dann esse ich eben weniger Eiweiß. Bitte nicht. Deine Leber braucht Eiweiß für ihre Arbeit, deine Muskeln erst recht und in den Wechseljahren brauchen wir ohnehin mehr Eiweiß.

Es geht nicht um weniger, sondern um Eiweiß, das in deinen Zellen ankommt. Dafür hast du drei Stellschrauben.

  1. Die Menge pro Mahlzeit: lieber eine Handfläche voll zu jeder deiner drei Mahlzeiten als eine große Portion auf einmal.
  2. Die Art: leicht verdaulich sind Fisch, Geflügel, Eier, wenn du sie verträgst, Quark und Joghurt, während fettes rotes Fleisch, Wurst, große Portionen Hülsenfrüchte deinem Bauch mehr belasten.
  3. Und die Verdauungskraft selbst, also alles aus Schritt zwei.

Was ich von Entsäuern, Entschlacken und Saftkuren halte

Diese drei Begriffe begegnen mir, und dir vermutlich auch, zu diesem Thema ständig, und ich möchte ehrlich sein, was ich davon halte.

Zum Entsäuern. Dein Körper hält den pH-Wert deines Blutes in einem sehr engen Bereich, darum kümmern sich Lunge und Nieren rund um die Uhr. Eine Übersäuerung im wörtlichen Sinn gibt es bei gesunden Organen nicht. Trotzdem geht es vielen Frauen mit basischer Ernährung besser und das hat einen Grund: Wer basisch isst, isst viel Gemüse, viel Kalium und Magnesium, tinkt wenig Alkohol, isst wenig Zucker und wenig Fertiges. Der Effekt ist echt, nur die Erklärung stimmt nicht.

Beim Entschlacken ist es ähnlich. Das Bild von verkrusteten Ablagerungen, die jahrelang an der Darmwand kleben, hält der Wirklichkeit nicht stand, denn deine Darmschleimhaut erneuert sich alle paar Tage komplett. Was es aber sehr wohl gibt, ist eine träge Passage der Nahrung durch deinen Darm. Wenn der Stuhl zu lange liegt, werden Nahrungsreste länger vergoren. Und die Stoffwechselendprodukte, die deine Leber über die Galle in den Darm abgibt, wandern zum Teil wieder zurück in diesen Kreislauf, statt den Körper Richtung Klo zu verlassen. Genau dort setzen Quell- und Ballaststoffe an: Sie binden Wasser und Gallensäuren, beschleunigen die Passage durch den Darm und sorgen dafür, dass das, was raus soll, auch raus kommt. Das klingt weniger spektakulär als Schlacken, die gelöst werden. Es ist aber das, was in deinem Darm passiert und es reicht völlig, um einen Unterschied zu machen.

Und die basische Saftkur? Bei einem Bauch, in dem es ohnehin gärt, würde ich davon abraten. Saft ist Frucht- und Gemüsezucker ohne Ballaststoffe, die ihn puffern, also genau der Brennstoff für das Problem, das du loswerden willst. Dazu kommt wenig Eiweiß und der Blutzucker fährt Achterbahn, was Stimmung und Konzentration selten guttut. Es gibt Frauen, denen Saftkuren guttun. Aber wenn dein Hauptsymptom gerade Blähbauch heißt, gehörst du eher nicht dazu.

Wie lange dauert das, bis die Blähungen wieder weg sind?

Meine ehrliche Antwort: unterschiedlich und in Wellen statt in einer geraden Linie.

Der Rhythmus wirkt bei vielen Frauen innerhalb weniger Tage, das ist der schnellste Effekt, den du bekommen kannst. Für die Entlastungsphase rechne mit zwei bis drei Wochen. Und bis die Ballaststoffe wieder hoch sind und dein Teller richtig bunt ist, vergehen manchmal Wochen bis Monate. Es wird zwischendurch auch mal wieder schlechter, das gehört dazu und heißt nicht, dass du etwas falsch machst oder „es nicht funktioniert“.

Warum du das nicht allein machen solltest

Es ist nicht schwer zu verstehen. Es ist nur schwer allein durchzuhalten.

Vier Wochen Essrhythmus neben Job, Familie und dem restlichen Leben schafft kaum jemand aus dem Stand. Man fängt am Montag an, schon am Mittwoch kommt ein Termin dazwischen, am Freitag denkt man sich, dann eben nächste Woche nochmal von vorn. Genau an dieser Stelle möchte ich dich unterstützen.

Vom 3. bis 18. Oktober 2026 läuft der nächste Durchgang meiner begleiteten Darm- und Leberkur Wieder Ich. 16 Tage, live in der Gruppe. Wir nutzen drei Kurprodukte in dieser Zeit, du bekommst ein eBook mit Rezepten, jeden Morgen einen Impuls in dein eMail-Postfach, ein Info-Abend vorab, wöchentliche Zoom-Runden und eine WhatsApp-Gruppe für den Austausch. Gehungert wird nicht, es zählt, was auf den Teller kommt und davon darfst du satt werden. Die Investition liegt bei gut 145 Euro für die drei Kurprodukte, die du nach Erhalt 30 Tage testen kannst.

Und weil ich oben ehrlich war, bin ich es hier auch. Diese Darmkur ersetzt keine ärztliche Behandlung und wenn dein Blutbild etwas anzeigt, gehört das zuerst behandelt. Sie ist auch nichts für dich, wenn du in diesen 16 Tagen keine Zeit hast, dich um‘ dein’s Essen zu kümmern, denn Schnibbeln & Kochen gehört dazu. Und sie ist kein Saison-Detox, nach dem alles wieder von vorn losgeht, sondern eine erste Etappe zurück zu dir.

Was sie dir gibt, ist ein Rahmen: 16 Tage, in denen du nicht selbst überlegen musst, was auf den Tisch kommt. Ein Ritual, das nur dir gehört. Und eine Gruppe Frauen, denen es geht wie dir. Hier detoxt keine allein.

Wie es mit meiner Leserin weitergeht

Ich habe ihr geantwortet, das was du bis hierher gelesen hast. Zuerst der Arzttermin, dann die beschriebene Reihenfolge aus Essrhythmus, Verdauungskraft stärken, Entlasten und Aufbauen und wenn sie sich bereit fühlt, darf sie gern zu Wieder Ich dazukommen.

Wie es ihr damit geht, weiß ich noch nicht. Wir stehen im Austausch. Und wenn sie einverstanden ist, erzähle ich es dir im Herbst.

Fazit: Du und dein Bauch, ihr seid in einer Umbauphase

Dein Bauch ist nicht kaputt. Er arbeitet jetzt in den Wechseljahren anders als mit 30 und das darf er auch, denn du bist in einer Umbauphase.

Der Geruch, der dir peinlich ist, ist die nützlichste Information, die du kriegen kannst. Der Blähbauch ab 40 ist selten das eigentliche Problem, sondern das Ergebnis von etwas, das in deiner Verdauung nicht mehr rund läuft. Und wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann bitte diese: Die Reihenfolge entscheidet mehr als die Einkaufsliste.

Fang beim Arzttermin an. Dann beim Rhythmus. Der Rest kommt danach.

Wenn du das nicht allein machen möchtest, komm zum Info-Abend für den Oktober-Durchgang. Der ist kostenlos und verpflichtet dich zu nichts. Schreib mir einfach eine Mail an hallo{ed}lilene-40plus.de oder auf Instagram eine DM an @me.and.lilene, dann telefonieren wir kurz und schauen, ob es zu dir passt.

Und jetzt du: Welches Lebensmittel hat dich zuletzt überrascht, weil du es plötzlich nicht mehr verträgst? Schreib es mir gerne in die Kommentare, ich bin gespannt, ob wir dieselben Verdächtigen haben.

Alles Liebe
deine Andrea


Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn deine Beschwerden anhalten, sich verschlimmern oder Warnzeichen wie ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder nächtliche Schmerzen dazukommen, geh bitte zum Arzt.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert