Spar dir was zum Weltspartag – 10 Kraftfresser für Frauen ab 40
Weltspartag – da sehe ich sofort meine beiden Kinds vor mir. Ende Oktober sind wir zusammen zur Bank gezogen, jeder mit seinem Sparschwein unterm Arm und jeder wollte am meisten gespart haben. Die Schlange war lang. Alle Kinder hatten monatelang nur auf diesen Moment hingespart.
Und dann standen sie mit großen Augen vor dem Geschenke-Tisch und durften sich eins aussuchen. In diesem Moment fühlten sie sich furchtbar erwachsen. Kennst du das auch – als Kind mit dem eigenen Sparschwein oder später mit deinen Kindern?
Ende Oktober ist wieder Weltspartag. Und ich finde, wir Frauen über 40 dürfen ihn auch feiern – nur ein bisschen anders. Denn in den Wechseljahren wird etwas knapp, das dir kein Sparbuch der Welt verzinst: deine Energie, deine Kraft. Der Schlaf wird leichter und weniger, die Nerven dünner und abends ist der Akku viel leerer als früher. Umso mehr zählt, wofür du deine Energie nutzt.
In diesem Blogartikel habe ich dir meine Top 10 zusammengestellt: Dinge, die du dir als Frau über 40 sparen kannst. Manche kosten dich Nerven, manche Zeit, manche ein bisschen Lebensfreude. Zusammen kosten sie dich eine Menge.

In Kürze – Das Wichtigste auf einen Blick
- Zum Weltspartag geht es in den Wechseljahren ums Sparen von Energie: Ab 40 lohnt es, Gewohnheiten loszulassen, die dich Nerven, Zeit und Lebensfreude kosten.
- Wer allen gefallen will, sich ständig entschuldigt oder rechtfertigt, verbraucht unnötig Ressourcen (Zeit und Energie), die in den Wechseljahren knapper werden.
- Ein bewusstes und klares Ja oder Nein entlastet dich mehr als jedes Jein.
- Ab 40 reagiert dein Körper deutlich auf das, was du isst und du spürst es direkt: weniger Zucker, fertige-und-in-Plastik-verpackte Lebensmittel, Weißmehl und Alkohol, dafür frisches Gemüse, Obst und selbst gekocht.
- Gemeinschaft, Bewegung und eine Aufgabe, bei der du dich gebraucht fühlst, halten Kopf und Muskeln fit und in Schwung.
1. Everybody’s Darling sein
Es wird immer Menschen geben, die sich an dir reiben. An deinen Worten, an deiner Art zu leben, an deinem neuen Haarschnitt oder daran, dass du plötzlich Nein sagst. Und weißt du was? Das darfst du ihnen lassen.
Wie andere auf dich reagieren, hat oft mehr mit ihnen zu tun als mit dir. Du triggerst in Ihnen, was sie sich nicht zugestehen wollen. Vielleicht erinnerst du sie an etwas, das sie sich selbst nicht trauen. Vielleicht passt es ihnen nicht, dass du dich veränderst, weil es ihnen deutlich macht, wie sehr sie auf der gleichen Stelle im Leben verharren. Mal ehrlich: Wie viele Abende hast du schon damit verbracht, ein Gespräch im Kopf hin und her zu drehen, nur weil jemand die Stirn gerunzelt hat?

Everybody’s Darling sein kostet dich jeden Tag Kraft, die du viel besser für dich selbst nutzen kannst.
LASS SIE.
2. „Sorry, Entschuldigung, darf ich kurz …?“
Zähl mal mit, wie oft du an einem Tag „Entschuldigung“ sagst. Beim Bäcker, weil du nach dem Wechselgeld fragst. In der Besprechung, bevor du deine Idee vorstellst. Im Flur, weil dir jemand im Weg steht. Beim Sport, weil dir eine Bewegung nicht gut gelungen ist. Viele Frauen entschuldigen sich, bevor sie den ersten Satz gesagt haben.
„Darf ich kurz …?“ klingt höflich. Es macht dich aber kleiner, als du bist, und es sagt: Ich vermute, ich störe hier gerade.
DU STÖRST NICHT. Du bist da. Nimm deinen Raum ein – mit deiner Stimme, deinen Fragen und deinen Ideen. Ein „Ich habe eine Frage“ trägt viel weiter als ein „Sorry, nur ganz kurz“.
3. Ja, Nein und Jein
„Klar, mach ich“ – und innerlich stöhnst du schon. Oder das berühmte Jein: „Mal schauen, ob ich das schaffe.“ Damit versuchst du dir eine Tür offen zu halten und schiebst die Entscheidung vor dir her. Bis du am Ende doch zusagst, weil eine späte Absage jetzt noch peinlicher wäre und dein indirektes JA (du hattest ja nicht Nein gesagt) Erwartungen geweckt hat. Jetzt fühlst du dich verpflichtet.
SPAR DIR DAS. Wenn es für dich gerade nicht passt, sag es. Freundlich, kurz und ohne lange Begründung: „Das passt bei mir gerade nicht.“
Die ersten Male fühlt sich das ungewohnt an, vielleicht sogar ein bisschen frech. Aber jedes ehrliche Nein schenkt dir Zeit für die Dinge, zu denen du von Herzen Ja sagen willst. Und es schafft Verlässlichkeit und klare Fronten.
4. People Pleasing
Du bist die Liebe, Nette, Brave. Die, die einspringt, wenn jemand krank wird. Die den Kuchen auch nach spät am Abend fürs Schulfest backt, das Geschenk für die Kollegin besorgt und am Ende die Spülmaschine ausräumt, weil sich sonst keiner zuständig fühlt.
Kennst du das auch? Du sammelst auf, was andere liegen lassen. Manchmal, weil es schneller geht. Manchmal, weil du keinen Streit willst. Und manchmal, weil es für die anderen sehr bequem ist, dass es dich gibt.
People Pleasing fühlt sich nach Liebe an, nach „Wichtig“ an, macht dich auf Dauer aber müde und oft auch ein bisschen bitter. Eine Frau hat es mal so auf den Punkt gebracht: „Ich will nicht mehr der Depp für alle sein.“ Ich finde, sie hat recht. Lass die anderen auch mal ran. Die Welt dreht sich weiter, wenn du nicht einspringst – versprochen!

People Pleasing fühlt sich nach Liebe an – nach „wichtig sein“.
Auf Dauer macht es dich aber müde und bitter.
5. Dich rechtfertigen
„Warum isst du denn keinen Kuchen mehr?“
„Was, du gehst schon?“
„Musst du dir das antun?“
Und schon sprudelt es aus dir heraus: lange Erklärungen, viele Gründe, Entschuldigungen. Du willst ja niemanden vor den Kopf stoßen. Und am Ende isst du doch wieder „ein kleines Stück“, trinkst „ein kleines Glas“?
Und jetzt frag dich: Wem schuldest du diese Erklärung? Du bist eine erwachsene Frau. Du triffst Entscheidungen für dein Leben und musst sie niemandem vorlegen wie eine Hausaufgabe.
EIN SATZ: Mein Leben, meine Entscheidung. Wer dich mag, kommt damit klar. Und wer nicht, den überzeugt auch die dritte Begründung nicht.
6. Den Schmink-Marathon am Morgen
Cremes, Grundierung, Concealer für die Augenringe, noch mehr Concealer fürs Kinn, Puder, Rouge, Wimperntusche, gezupfte Augenbrauen. Und wenn du fertig bist, ist der Kaffee kalt. Viele Frauen in den Wechseljahren stehen morgens deutlich länger vor dem Spiegel, weil die Haut sich verändert, Pickel am Kinn wieder auftauchen und die Nacht ihre Spuren hinterlassen hat.
Schminken darf Spaß machen. Wenn es dir guttut: wunderbar. Wenn du dich ohne „Gesicht“ aber nicht mehr aus dem Haus traust, schau mal genauer hin. Was willst du wirklich kaschieren?
DU BIST DU. Wimperntusche und ein perfektes Make-up machen dich als Mensch nicht wertvoller. Probier es mal aus: ein Tag mit weniger. Und dann schau, wer dich trotzdem anlächelt.
7. Dauer-Freizeitstress
Montag Yoga, Dienstag Elternabend, Mittwoch Chor, Donnerstag die Mädels, am Wochenende Geburtstag, Flohmarkt und Gartenfest. Tagsüber dein Büro-Job. Dein Kalender ist so voll, dass kein Blatt mehr dazwischen passt. Klingt nach einem schönen, aktiven Leben, oder?
Manchmal ja. Und manchmal ist der volle Kalender eine Flucht. Solange du beschäftigt bist, musst du dich nicht mit den großen Fragen auseinandersetzen: Wie geht es mir gerade? Wie steht es um mein Geld? Was macht mein Körper da mit mir? Und wie soll mein Leben in zehn Jahren aussehen?
Diese Fragen sind unbequem, ich weiß. Sie gehen aber nicht weg, wenn du vor ihnen davonläufst. Spar dir den Termin, der nur die Stille füllen soll und nimm dir stattdessen einen Abend für dich und deine Fragen. Mit einem Tee, einem Notizbuch und ohne Handy.
Runterkommen & Entspannen?
Eine heiße Tasse Goldene Milch kann dein Gedankenkarussell stoppen, deine innere Kritikerin besänftigen und bringt Verborgenes ins Licht.
8. Alten Gewohnheiten folgen, weil es so bequem ist
„Das haben wir schon immer so gemacht.“ Ein herrlich bequemer Satz. Er erspart dir das Nachdenken darüber, was als Nächstes kommt, die Fragen der anderen und den schiefen Blick deiner Freundinnen, wenn du beim Sektfrühstück plötzlich Wasser bestellst.
Alte Gewohnheiten sind wie ein breiter Forstweg im Wald: Du läufst ihn, ohne hinzuschauen. Und genau deshalb merkst du nicht, dass er dich längst nicht mehr dorthin bringt, wo du hinwillst.
Neue kleine, unbefestigte Trampelpfade bringen Gegenwind. Manche werden fragen, manche den Kopf schütteln und vielleicht gehen ein paar Menschen sogar auf Abstand. Das tut weh, keine Frage. Dafür gewinnst du ein Leben, das zu der Frau passt, die du werden möchtest bist. Und die Menschen, die bleiben, mögen genau diese Frau.
9. „Wie gewohnt“ essen – dein Körper ist doch keine 25 mehr
Mit 25 hast du Pizza um Mitternacht, drei Gläser Wein und eine Tüte Chips weggesteckt, als wäre nichts gewesen. Heute meldet sich dein Körper am nächsten Morgen und zwar deutlich.
Jahre voller Stress, schneller Mittagessen und Abende mit Schoki, Chips und Wein hinterlassen Spuren. Viele Frauen über 40 spüren das: Müdigkeit, die kaum mehr weggeht, kein Antrieb, Nebel im Kopf, ein permanent aufgeblähter Bauch oder Pickel am Kinn. Dein Körper zeigt dir völlig ungeniert, dass er unzufrieden ist und dass ihm etwas fehlt.
Ich will dir dabei nichts schönreden. Mit dem sinkenden Östrogen verlieren deine Knochen schneller an Dichte, das Risiko für Osteoporose steigt. In der Perimenopause erkranken Frauen häufiger an Depressionen als in anderen Lebensphasen. Und rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer-Demenz sind Frauen.
Dein Essen ist einer von vielen Faktoren dabei und zwar einer, den du selbst in der Hand hast. Dein Körper hat es verdient, dass du dich ab jetzt besser um ihn kümmerst. Wie fit du bleibst, entscheidet am Ende auch darüber, wie lange du arbeiten kannst und willst – und wie es dann um deine Rente steht.
Was dir jetzt in den Wechseljahren guttun kann:
- hormonfreundlich und antientzündlich essen, mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, guten Fetten und Bitterstoffen
- Zucker weglassen und Alkohol (oder nur noch ganz selten)
- Weißmehl in Pizza und Nudeln zur Ausnahme machen
- Wurst und „Aufreiß-Lebensmittel“ aus Tüte und Plastikschale nur noch selten kaufen
- selbst und frisch kochen
Selbst kochen klingt nach noch mehr Arbeit, oder? Dann tu dich mit Freundinnen oder Nachbarinnen zu einer Kochgemeinschaft zusammen. Jede kocht einmal für alle, an den anderen Tagen wirst du bekocht. Das spart Zeit und Geld, und in Gesellschaft schmeckt es doppelt so gut.
Willst du erleben, wie sich dein Körper anfühlt, wenn er 16 Tage lang bekommt, was er braucht? Genau dafür gibt es meine begleitete Darm- und Leberkur Wieder Ich – mit Rezepten, Ernährungsplan und einer Gruppe, in der keine allein detoxt. Der nächste Durchgang startet Mitte Januar.
Dein Kopf ist wie in Watte?
Dein Gemüt tanzt dir auf der Nase rum?
Für Frauen mitten in den Wechseljahren, sich wieder mehr Energie wünschen, weniger Nebel im Kopf und mehr Leichtigkeit im Bauch.
10. Deine Abende allein oder vor dem Fernseher
Feierabend, Jogginghose, Sofa, Fernbedienung. Und ehe du dich versiehst, ist es zwölf Uhr und die dritte Folge läuft. Ab und zu ist das herrlich. Als Dauerzustand kostet es dich mehr, als du denkst.
Was du nicht mehr benutzt, baut dein Körper ab. Das gilt für deine Muskeln und dein Gehirn. Und es gilt für alles, was dich mit anderen Menschen verbindet: diskutieren, dir andere Meinungen anhören, nach den richtigen Worten suchen, mitfühlen, trösten, jemandem den Rücken stärken. Der Fernseher fragt dich nichts und widerspricht dir nie. Deinem Kopf fehlt dabei das Training.
Zwei Ideen, die dich vom Sofa holen:
BEWEG DICH IN GEMEINSCHAFT. Ob Lauftreff, Tanzkurs oder Wandergruppe: Mit anderen macht Bewegung mehr Spaß, und du bleibst eher dran. Deine Muskeln freuen sich, wenn du sie forderst, damit sie dich noch lange tragen.
KOCHE UND ESSE IN GEMEINSCHAFT. Such dir Freundinnen oder Nachbarinnen und gründet eine Kochgruppe. Kocht gemeinsam: Rezepte auswählen, Einkaufen, Gemüse putzen, schnibbeln, Zubereiten. Ihr könnt euch Reihum treffen, so ist jede mal „Gastgeberin“ und stellt ihre Küche zur Verfügung. Das ist lustig, spart Zeit und Geld, und in Gesellschaft schmeckt es doppelt so gut.
SUCH DIR EIN EHRENAMT. Eine Aufgabe, bei der du Dich gebraucht fühlst und du etwas beiträgst, gibt dir ein Gefühl, das dir kein Streamingdienst liefert: Ich bin wertvoll und ich mache einen Unterschied. Vielleicht der Unterschied zum People Pleasing aus Punkt 4? Denn diese Aufgabe hast du dir selbst ausgesucht.
Und was solltest du dir auf gar keinen Fall sparen?
Zum Weltspartag gehört auch die andere Seite. Alles, was du dir sparst, bringt dir Zeit, Nerven und Kraft zurück. Und die darfst du anlegen: in deinen Schlaf, dein Essen und deine Bewegung, in Menschen, die dir guttun und in die Frage, wie dein Leben in Zukunft aussehen soll.
Du musst nicht alle zehn Punkte auf einmal angehen. Such dir den einen aus, der dich beim Lesen gezwickt hat und fang mit dem an.
Welcher Punkt ist es bei dir? Schreib’s mir gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt!
Alles Liebe deine Andrea


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